Fußball: Matthias Mincu vom Kreveser SV startet als Trainer beim 1. FC Magdeburg durch

Beinbruch als Initialzündung

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Matthias Mincu (2. v.l.) trägt jetzt das Wappen des 1. FC Magdeburg auf der Brust. Vom Kreveser SV zog es ihn ins Trainerteam der U19 des Drittligisten.

Krevese/Magdeburg. In ihrer Art mit Verletzungen umzugehen unterscheiden sich viele Fußballer – egal ob im Amateur- oder im Profibereich. Die einen arbeiten wie besessen an ihrem Comeback. Die anderen fallen in ein tiefes Loch.

Eine seltene Kunst ist es jedoch, einen persönlichen Rückschlag als neue Chance zu begreifen. So geschehen bei Matthias Mincu vom Fußball-Landesligisten Kreveser SV. Der 22-jährige Torwart stieg mit dem KSV in der Saison 2013/14 in die Landesliga auf, zog sich aber einen Beinbruch zu und kam im erfolgreichsten Jahr der Kreveser Vereinsgeschichte nur auf zwei Einsätze. Der erste Tiefpunkt in Mincus jungem Sportlerleben führte zu einem Umdenken und eröffnete ihm neue Perspektiven.

Thomas Hoßmang nahm Mincu in sein Trainerteam auf.

„Ich habe mich damals dann theoretisch mit Fußball beschäftigt und wollte in die Trainerrichtung gehen“, berichtet Mincu heute. Inzwischen ist er als Co-Trainer bei der Regionalliga-A-Jugend des 1. FC Magdeburg angekommen. Sein Chef ist mit Thomas Hoßmang ein ehemaliger Profi, der mit Energie Cottbus auch schon im DFB-Pokalfinale stand. Der Weg dahin war für den Kreveser, der in Magdeburg studiert, relativ simpel. Er bewarb sich beim 1. FCM, wurde zu Gesprächen mit Hoßmang und dem damaligen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, Carsten Müller, eingeladen und bekam letztlich den Zuschlag. „Das ist eine Riesenchance und dafür bin ich auch sehr dankbar“, so Mincu.

In der U19 des Traditionsvereins ist der 22-Jährige seitdem fester Bestandteil des Trainerteams um Hoßmang und Co-Trainer Mario Winkler und inzwischen stolzer Besitzer der B-Lizenz. „Am Anfang wollte ich natürlich erstmal zeigen, dass ich nicht total auf den Kopf gefallen bin, aber eigentlich war ich sofort voll akzeptiert“, blickt Mincu auf seinen Beginn beim FCM zurück, mit dem er inzwischen die erste Saison beendet hat. In seinem Premierenjahr erreichte die Magdeburger U19 nach einer starken Rückrunde Rang sechs in der Regionalliga und gewann im Finale gegen den Halleschen FC den Landespokal. So darf es für Mincu auch gern weitergehen, doch hinter dem Erfolg steckt auch viel Arbeit. Nahezu täglich steht der Magdeburger Nachwuchs auf dem Trainingsplatz, manchmal sogar zweimal am Tag. Viel Freizeit bleibt da nicht. „Das ist nicht so schlimm. Ich habe es mir ja so ausgesucht und ich lerne ja auch unglaublich viel“, trauert der Altmärker der verlorenen Zeit nicht nach.

Dem erfolgreichen Einstand folgen für Mincu nun die nächsten Schritte, denn der Verein bietet nicht nur seinen Talenten sondern auch den Trainern die bestmögliche Ausbildung. In Zukunft wird für den gelernten Torhüter Mincu die Zusammenarbeit mit dem Torwarttrainer der Profis, Jo Stock, intensiviert. Außerdem steht der Jung-Trainer auf der Warteliste für einen speziellen Torwarttrainer-Leistungskurs in Berlin. Sein Aufgabenfeld in der Betreuung der jungen Torhüter soll sich zudem noch vergrößern.

Für die eigene sportliche Betätigung beim Kreveser SV bleibt da keine Zeit mehr. „Wenn ich es schaffe, bin ich noch ab und zu zum Training da. Ansonsten bin ich nur noch ein großer Fan“, erklärt Mincu, dem es schwer fällt, sich beim Training des Landesligisten mit klugen Ratschlägen zurückzuhalten. Doch KSV-Trainer Holm Hansens, da ist sich der 22-Jährige sicher, benötige seine Tipps ohnehin nicht. Eher bräuchte er ihn als weiteren Keeper in seinem Landesliga-Kader, doch von diesem Traum haben sie sich am Gänseberg inzwischen verabschiedet. „Für Matze ist es toll, was er in Magdeburg für eine Chance bekommen hat, für uns ist es eher nicht so gut“, meint Hansens mit Blick auf den Verlust eines verlässlichen Schlussmannes. Doch eine schwere Verletzung kann im Sport vieles verändern. Im Fall von Matthias Mincu hat sie eine vielversprechende Trainerkarriere ermöglicht.

Von Tobias Haack

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