Leichtathletik – Deutsche Hallenmeisterschaften: Altmärkischer Sprinter verpasst aber seine Einzel-Ziele

Barthel holt Staffel-Silber

+
Die Staffel-Silversurfer des SC Magdeburg (v. l.): Thomas Barthel, Till Helbig, Marvin Lee Kühnen und Moritz Andrä.

Dortmund/Neuermark-Lübars. Die gesetzten Ziele hat das altmärkische Sprint-Ass, Thomas Barthel, am vergangenen Wochenende nicht erreichen können.

Bei den Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in Dortmund verpasste der Altmärker, der für den SC Magdeburg läuft, im Einzelwettkampf (60 Meter) sowohl die Verbesserung seiner persönlichen Bestzeit als auch den Finallauf. Dafür aber konnte er in der Staffel überraschend Silber erlaufen.

Über die kurze Distanz von 60 Metern hatte Barthel vorab kein Losglück. Im Vorlauf wurde ihm die erste Startbahn zugeteilt. „Ich habe es lieber, wenn ich in der Mitte im Feld mitlaufen kann“, so Barthel. Ihm fehlte ein Zugpferd. „Ich hatte gehofft, gleich im Vorlauf einen Top-Sprinter neben mir zu haben.“ Doch daraus wurde nichts. So blieb Barthel mit 6,92 Sekunden recht deutlich hinter seiner Bestzeit (6,74 Sekunden), die er vor fast genau einem Jahr in Sindelfingen gelaufen ist.

Dennoch reichte es für das Weiterkommen, doch auch im Halbfinale musste Barthel aufgrund seiner Leistung im Vorlauf mit einer Außenbahn vorliebnehmen. Zwar verbesserte er seine Zeit auf 6,85 Sekunden, doch für das Finale reichte es nicht. „Es war hauchdünn. 6,8 Sekunden hätten gereicht. Aber so ist das auf dieser kurzen Strecke.“

Besser lief es allerdings in der Staffel mit seinen Vereinskollegen Moritz Andrä, Till Helbig und Marvin Lee Kühnen. Dabei sind sie rein von der Schnelligkeit auf den 4x200 Meter keine Medaillenkandidaten. Sie haben ihre Stärken jedoch beim Stabwechsel – und das zahlte sich aus. Im Finallauf patzten sowohl die Läufer von Bayer Leverkusen als auch die Top-Favoriten vom TV Wattenscheid beim Wechsel. Gerade für die Wattenscheider, die haushoher Favorit auf die Goldmedaille waren, war es besonders ärgerlich. Leverkusens Staffel riskierte beim zweiten Wechsel etwas zu viel – Fehler und somit raus aus dem Rennen. Dieser Fauxpas kam bei Wattenscheid aber nicht rechtzeitig an. Beim dritten Wechsel startete der TV-Läufer viel zu früh. Komplett unnötig. „Die hätten sich bei der Stabübergabe noch ein Küsschen geben können. Die Zeit dafür hätten sie gehabt“, scherzte Barthel. Ihm sollten die Aussetzer der Favoritenteams ganz recht sein, „denn mit unserer Zeit gewinnt man normalerweise keine Medaille“. So genügten aber die 1:27,68 Minuten zum silbernen Edelmetall. „Die Staffel ist immer eine kleine Zitterpartie“, erklärte Barthel. Das Fehlerpotenzial ist groß. Doch einmal mehr zahlte sich für die Magdeburger ihr gutes Timing aus. Barthel freute sich über die unerhoffte Medaille: „Die Enttäuschung über die Leistungen bei den 60-Meter-Läufen war damit dann vergessen.“

Für Barthel geht es im März und im Mai wieder nach Teneriffa ins Trainingslager. „Wir haben viel Neues im Training vor“, ist Barthel auf die Ergebnisse gespannt, denn „das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft.“

Von Michael Theuerkauf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare