Bekannte Gesichter des Altmark-Triathlons berichten über die Anfänge in Wischer

Badehose und eine Küchenuhr

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Monika und Conrad Stender und der Altmark-Triathlon gehören einfach zusammen. 25 Jahre lang organisierten sie die Veranstaltung und schauen auch Jahre später gerne vorbei.

Hassel/Wischer. Am vergangenen Sonntag wurde der 30. Altmark-Triathlon in Wischer vom Hasselaner Triathlon Club veranstaltet.

Die jungen Teilnehmer beim Kindertriathlon und auch die erwachsenen Sportler schwammen zunächst, fuhren anschließend auf ihren Rennrändern und liefen zum Schluss, meist am Rande der Erschöpfung aber dennoch voller Stolz, über die Ziellinie. Das ist das Jahr 2018. Rechnet man 30 Jahre zurück, befinden wir uns im Jahr 1988, der Geburtsstunde des Altmark-Triathlons. Manche Gesichter von damals waren auch bei der diesjährigen 30. Auflage des Wettkampfes im Waldbad in Wischer anzutreffen.

Dazu zählt Conrad Stender mit seiner Frau Monika. Conrad Stender erzählt, dass Gerd Engel damals den Sport nach Stendal gebracht und den ersten Triathlon organisiert habe. „Ich war damals in der Laufgruppe Haeder und hab den Triathlon mitgemacht. Ursprünglich kam ich aber vom Schwimmen“, erinnert sich Stender. Und dann kam schließlich das eine zum anderen. Gemeinsam mit seiner Frau Monika organisierte er 25 Jahre lang bis 2013 den Altmark-Triathlon.

Die Stenders und der Triathlon sind untrennbar. Während Conrad Stender per Motorrad am Sonntag das Führungsfahrzeug für die Radfahrer gab, schaute sich seine Frau Monika die Wettkämpfe an. „Erst mal sind wir hochzufrieden, dass der Altmark-Triathlon weiterlebt“, erzählt Monika Stender, die gerne an die damaligen Zeiten zurückdenkt. „Früher haben wir hier drei Tage lang gezeltet und alles aufgebaut. Das Familiäre ist über die Jahre geblieben“, berichtet sie.

Lediglich die Technik habe sich entwickelt. Und dieser Fortschritt ging am Altmark-Triathlon ebenfalls nicht vorbei. „Es ist viel Hightech, viel Computer. Die Bestimmungen und Vorschriften sind komplizierter geworden“, weiß sie. Eines ist aber ihrer Meinung nach immer fester Bestandteil der alljährlichen Veranstaltung. „Das Herzblut, das dort drinsteckt, ist immer gleich“, stellt Stender fest.

Herzblut ist ein gutes Stichwort. Da fällt einem gleich der Name Henning Giggel ein, der am Sonntag als Sprecher im Einsatz war. „Ich bin beim ersten Triathlon schon dabei gewesen“, erzählt Giggel, während einer kurzen Verschnaufpause, bei der er das Mikrofon ruhig zur Seite legen kann. Heute ist er zweiter Vorsitzender der Osterburger Triathlonfüchse, fungiert auf den Veranstaltungen seit Jahren gerne als „Mann am Mikro“ und gibt die Zwischenstände und Zieleinläufe durch. Vermisst jemand seine Laufschuhe, ist Giggel der Erste, der die Information per Mikro an alle anderen über die Lautsprecher weitergibt.

Auch er erinnert sich an die ersten Gehversuche des Triathlons in der Altmark. „Zwischen heute und damals, das sind Dimensionen“, sagt Giggel mit einem Schmunzeln und verrät eine humorvolle Anekdote: „Bei meinem ersten Triathlon hat mir meine Freundin damals die Hose zum Wechseln bereitgehalten.“

Heute quittiert man solche Geschichten mit einem Lächeln. Zur damaligen Zeit war so etwas beim Altmark-Triathlon gang und gäbe. Und wenn jemand kein Rennrad zur Verfügung hatte, griff man halt zu Plan B. „Wir haben unsere Rahmen gekürzt und hatten dann Rennräder wie im Westen“, gibt Conrad Stender seine damaligen Tricks bekannt und erzählt weiter: „Wir hatten eine Küchenuhr als Startuhr.“ Über Neoprenanzüge wie heute hatte in früheren Zeiten selten jemand verfügt. Conrad Stender kramt in seinen Erinnerungen. Und dann fällt ihm doch jemand ein. „Einer war damals aus Westdeutschland dabei. Aus Gütersloh. Der hatte als einziger einen Neoprenanzug dabei. Da haben wir alle erst mal geguckt. Wir hatten dagegen eine einfache Badehose zum Schwimmen“, erklärt Stender und lacht herzhaft.

Gelacht wurde auch bei der 30. Auflage des Triathlons. Besonders nach der Überquerung der Ziellinie. Die Leute unterhalten sich viel, erkennen sich wieder und nehmen Jahr für Jahr daran teil. „Alle die herkommen, waren schon immer hier“, bringt es Monika Stender auf den Punkt. „Wenn man weiterhin Helfer und Sponsoren findet, die das unterstützen, wird dieser Triathlon auch weiterleben“, ist sie sich sicher.

Alle Generationen finden sich an diesem Tag zusammen. Seit nunmehr 30 Jahren. Immer wieder aufs Neue. Auch wenn sie nach den Wettkämpfen ihre Fahrräder mitnehmen und das Waldbad in Wischer verlassen. Fürs Erste. Genauso wie das Ehepaar Stender und Henning Giggel. Sie sind jedoch die Wenigen, die von Anfang an dabei sind. Über die Jahre hinweg gesehen gehören sie aber auch zu denen, die immer gerne wiederkommen werden. Auch im nächsten Jahr, weil sie einfach zum Altmark-Triathlon gehören.

Von Patrick Nowak

30. Altmark Triathlon in Wischer

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