AZ-SERIE „MEINE BESTE ELF“ Kühne nominiert nach Qualität und Einstellung

Auswahl mit Vorbildfunktion

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Lok Stendal, Warnau, Möringen: Heino Kühne hat auf seinen Stationen mit zahlreichen begabten Spielern aus der Region arbeiten dürfen.

Möringen – Er begann als Nachwuchscoach beim 1. FC Lok Stendal, übernahm später noch ziemlich erfolgreich die zweite Mannschaft der Eisenbahner, zog nach Ungereimtheiten im Verein weiter zum SSV Havelwinkel Warnau, den er auf Landesebene etablierte und schloss seinen persönlichen Kreis als Trainer letztlich beim Möringer SV.

Heino Kühne hat bis zu seinem Rücktritt vor drei Jahren deutlich erkennbare Spuren im altmärkischen Fußball hinterlassen und darf deshalb in der AZ-Serie „Meine beste Elf“ nicht außer Acht gelassen werden.

Die Mannschaft, die der heutige Teammanager des MSV nominiert hat, könnte nach seinem Dafürhalten problemlos „auf einem ordentlichen Landesliga-Niveau mitspielen“.

Im Tor von Heino Kühne steht ein Spieler, den der Trainer im Nachwuchs um ein Haar an eine deutsche Top-Adresse verloren hätte: John Ziesmann. „Es war bei einem Turnier in Frankfurt, wo John von Steffi Jones als bester Torwart geehrt wurde. Später am Abend wollte Charly Körbel uns überreden, dass er in Frankfurt bleibt. Dafür war John aber noch zu jung“, erinnert sich Kühne. Heute habe sich Ziesmann immerhin zu einem „der besten Torwarte der Landesliga“ entwickelt.

In der defensiven Dreierreihe greift Heino Kühne auf ein Trio aus seiner dreijährigen Amtszeit beim SSV Havelwinkel Warnau zurück. Zunächst wäre Danny Meier zu nennen, den sein ehemaliger Trainer als einen „sehr überlegten Spieler“ charakterisiert, der in jeder einzelnen Trainingseinheit mit hoher Einsatzbereitschaft glänzte. Neben ihm sind die Warnauer Urgesteine Mathias Nielebock und Martin Buricke gesetzt. „Mathias war enorm zweikampfstark und völlig klar im Kopf“, so Kühne. „Martin Buricke war auf und neben dem Platz ein absoluter Vorzeigespieler und der mit Abstand fairste Verteidiger, den ich je hatte. In einem Spiel sollte er sich mal die fünfte Gelbe Karte abholen und hat dafür bis zur 94. Minute gebraucht.“

Der Warnauer René Gerngroß und Lok Stendals ehemaliger Regisseur Franz Erdmann haben sich Heino Kühne auf den Sechser-Positionen positiv ins Gedächtnis gebrannt: „René war ein Führungsspieler auf ganzer Linie, der immer die richtigen Worte gefunden hat. Und Franz hatte eine unglaubliche Ruhe am Ball. Mit seinen Freistößen hat er so manchen Torwart in den Wahnsinn getrieben.“

Als Spielmacher hat Kühne seinen Sohn Philipp nominiert. „Er hatte es bei mir immer schwer, weil ich beim Fußball keinen Sohn kenne, aber seit der B-Jugend war bei ihm eine richtige Explosion zu erkennen.“ Die rechte Außenbahn gehört mit Keven Brömme (Warnau) einem „absoluten Kopfspieler“, der laut Kühne auch noch höherklassiger hätte spielen können. Auf links ist Kevin Beyer gesetzt. Ein Spieler, den Kühne vor allem für seine Vielseitigkeit und Geschwindigkeit schätzt. „Den konntest du auf allen Positionen spielen lassen.“

„Ein absoluter Torjäger. Er war einfach nur zum Toreschießen da und obendrein ein sehr netter, junger Mann.“ So beschreibt Heino Kühne seinen Warnauer Knipser Jürgen Betker. In Möringen nahm dessen Rolle später Patrick Huch ein. „Auf dem Platz ist Patrick ein Vorbild für alle jungen Spieler und hat eine Effektivität vor dem Tor, die ich so bei keinem anderen Stürmer hatte.“

Immerhin einen Platz auf der imaginären Ersatzbank haben sich die Möringer Verteidiger Paul Schönburg und Fabian Ehricke verdient. Vervollständigt wird Kühnes Kader vom tragisch verunglückten Stendaler Nachwuchsstürmer Philip Greczmiel. „Sein Unfall war damals sicherlich die schwerste Stunde, die ich im Fußball erleben musste. Aber Philip bleibt unvergessen.“

VON TOBIAS HAACK

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