GOLF Thomas Günther hat Individualsport für sich entdeckt

Ausgleich zum stressigen Alltag

Ein guter Abschlag will gelernt sein.

Salzwedel – In Augusta (Georgia) fand am vergangenen Wochenende das US Masters, das wahrscheinlich prestigeträchtigste Golf-Turnier der Welt, statt. In der Altmark führt dieser Sport mangels Plätzen jedoch ein Schattendasein.

Trotzdem gibt es auch in unserer Region einige wenige Sportler, die Golf spielen. So wie der Salzwedeler Thomas Günther.

Der 50-Jährige ist in der Solarbranche selbstständig. Sport als Ausgleich zur Arbeit ist auch Thomas Günther sehr wichtig, doch flexible Arbeitszeiten lassen für ihn zumeist nur Individualsport zu. Volleyball bei den Volleyball-Freunden Brietz war die einzige Mannschaftssportart, die er einst betrieben hat. Mit Laufen, Fahrradfahren und im Fitnessstudio hielt er sich ansonsten fit, ehe er 2011 den Weg zum Tennisclub Salzwedel fand. „Die Gemeinschaft dort hat mir sehr gefallen. Ich habe dort anfängliche Vorurteile, dass Tennis ein elitärer Sport ist, über Bord geworfen. Auch das Spiel selbst hat mir großen Spaß bereitet. Ein schöner Ausgleich zur Arbeit“, berichtet der Jeetzestädter. Drei schwere Verletzungen (zwei Bänderrisse, Entzündung im Arm) sorgten 2015 jedoch dafür, dass Thomas Günther den Tennissport nicht weiter verfolgte. Doch ganz losgelassen hat er noch nicht. „Vielleicht spiele ich irgendwann mal wieder.“

Freunde aus Berlin haben Thomas Günther dann zu einem Schnuppertag in den Golf Club an der Göhrde ins niedersächsische Zernien mitgenommen und hat nach eigener Aussage „gleich Feuer gefangen“, die in einer Mitgliedschaft mündete. Daher ist er seit 2018 nun regelmäßig dort anzutreffen, denn aufgrund der relativ kurzen Entfernung (45 Kilometer) sind spontane Trainingseinheiten zu den Öffnungszeiten möglich. Der Salzwedeler hat sich auch der Gruppe „Freunde des Golfsports“ angeschlossen, die regelmäßig auf den fünf verschiedenen Plätzen am mecklenburgischen Fleesensee im Einsatz ist. Aufgrund der über zweistündigen Anreise dorthin, zumeist über ein Wochenende. „Das lohnt sich so richtig, wenn man eine oder zwei Übernachtungen mit einplant. Dann kann man ausgiebig spielen und die Geselligkeit kommt auch nicht zu kurz.“ Günther ist inzwischen Mitglied im dortigen Synchron Golf Club.

Thomas Günther hat, wie viele andere auch, Golf zuvor als Altherrensport wahrgenommen. Dem ist aber nicht so, denn beim Spielen trifft der Altmärker auch viele jungen Menschen und Familien. Und viele ehemalige Tennisspieler, denn Ballgefühl und Technik sind auch beim Golf sehr wichtig. Für Thomas Günther begann das Golfspiel mit einem einwöchigen Intensivkurs, um die Platzreife zu erlangen. Eine theoretische (Regelwerk) und praktische Prüfung war dafür notwendig. Für die Platzreife musste er einen 9-Loch-Kurs mit maximal 27 Schlägen über Par beenden. Anschließend sind auch immer wieder Trainerstunden zu empfehlen, damit die eigenen Fähigkeiten verbessert werden. Inzwischen hat Thomas Günther Handicap 24 erreicht. „Mein nächstes Ziel ist Handicap 20“, blickt der Rechtshänder, der in diesem Jahr bei den Meisterschaften seines Synchron Clubs Nettosieger wurde, voraus.

Wie in jedem anderen Sport auch, gibt es gute und schlechte Tage. Da bei Wind und Wetter gespielt wird, sind die Bedingungen nie gleich, einige Leistungsschwankungen lassen sich darauf zurückführen. Doch zumeist liegt es an jedem selbst, ob der Golfball in der vorgeschriebenen Anzahl (Par) den Weg in das Loch findet. Dabei ist auch die Auswahl der bis zu 14 möglichen Schlägern im Bag wichtig. „Zu Beginn geben die Mitspieler oder der Trainer Ratschläge, welchen Schläger man benutzen soll. Anschließend heißt es viel trainieren, um die entsprechenden Erfahrungswerte zu sammeln. Auf der Driving-Range kann man die unterschiedlichen Schläger auch gut testen und weiß danach, wie weit man mit welchem Eisen oder Holz schlagen kann“, erklärt Thomas Günther, der sich inzwischen einige unterschiedliche Golfschläger, die individuell angepasst werden, zugelegt hat. Wer Golf einfach nur probieren will, der kann sich die Ausrüstung bei den Golfplätzen ausleihen. Dort gibt es auch Spielbahnen zum Üben.

Für Thomas Günther ist Golfspielen vor allem Entspannung, auch weil man gegen sich selbst und nicht gegen einen Gegner spielt. Golf ist für ihn auch ein Ausgleich zum stressigen Alltag. „Man ist in der Natur, bekommt den Kopf frei und bewegt sich.“ Circa vier Stunden benötigt man für eine 18-Loch-Anlage, ungefähr 2000 Kalorien werden dabei verbrannt. Die Plätze sind zumeist so angelegt, dass zwei verschiedene Schleifen mit jeweils neun Spielbahnen am Clubhaus beginnen und dort auch wieder enden. So ist es, wenn man nicht so viel Zeit hat, möglich, auch nur neun Löcher zu spielen.

Hin und wieder beobachten auch Tiere das Treiben auf einem Golfplatz. Das kann mitunter auch gefährlich sein, wie der Unternehmer anlässlich einer Urlaubsreise in die Karibik feststellte. Zu seinem 50. Geburtstag gönnte sich Thomas Günther eine Kreuzfahrt, auf der bei verschiedenen Landgängen auch Golf angeboten wurde. Der Salzwedeler entschied sich für einen Platz in Mexiko. Dort campierten an den verschiedenen Wasserhindernissen auch Krokodile. Einen Ball aus dem Wasser zu holen war untersagt, man musste die großen Reptilien stets im Blick haben. Ein Risiko, mit dem die Weltelite in Augusta nicht zu kämpfen hatte.

Wichtige Begriffe

Abschlag: der Schlag, der die neue Golfbahn im Spiel eröffnet.

Albatros: drei Schläge unter Par.

Ass: ein einziger Schlag, der den Ball direkt ins Loch befördert.

Bag: die Tasche für die Ausrüstung.

Birdie: ein Schlag unter Par.

Bogey: ein Schlag über Par.

Bunker: ein Sandhindernis.

Caddie: die Person, die den Golfer unterstützt, seine Tasche trägt und berät.

Chip: ein kurzer Annäherungsschlag.

Driving Ranche: ein Übungsgelände.

Etikette: ein Verhaltensregelwerk.

Eagle: zwei Schläge unter Par.

Eisen: Golfschläger aus Eisen.

Fairway: Areal zwischen Abschlag und Grün.

Flop: hoher, kurzer Schlag.

Greenkeeper: pflegt den Platz.

Greenfee: Gebühr für Gäste.

Grün: Fläche rund um das Loch, auf der nur geputtet wird.

Handicap: der Wert, der die Spielstärke angibt.

Loch: Spielbahn.

Par: Anzahl der Schläge, die ein Golfer für ein Loch brauchen sollte.

Pitsch: ein kurzer, hoher Annäherungsschlag zur Fahne.

Tee: Stift, von dem der Ball beim Abschlag abgespielt werden darf.

Whole in one: englischer Begriff für den Ball mit einem einzigen Schlag ins Loch befördern.

10 gute Gründe

Golfspielen galt früher mal als Altherrensport. Doch das hat sich grundlegend geändert. Aus zehn Gründen ist das Abschlagen und Einlochen heute cooler denn je.

1. verlängert das Leben

2. fördert den gedanklichen Austausch

3. ist erschwinglich geworden

4. kann man überall spielen

5. sichert gute Kontakte

6. eignet sich zum Stressabbau

7. kann man alleine spielen

8. zeigt, wie Leute wirklich sind

9. kann einen reich machen

10. kann man kombinieren

Quelle: de.beatyesterday.org

VON RENEE SENSENSCHMIDT

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