Fußball, 3. Liga: Erzrivale Dynamo Dresden kann beim 1. FCM seinen Aufstieg perfekt machen

Ausgerechnet in Magdeburg

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Für Trainer Jens Härtel (links) und den 1. FC Magdeburg wird es nicht leichter. Morgen reist Tabellenführer Dynamo Dresden elbabwärts in die Domstadt und plant den Aufstieg in die 2. Liga.

Magdeburg/Dresden. In einer Liga voll mit ehemaligen DDR-Oberliga-Teams ist das Duell gegen die SG Dynamo Dresden für den 1. FC Magdeburg nach wie vor der Höhepunkt. Kein anderer Gegner sorgt für soviel Adrenalin auf den Rängen der MDCC-Arena.

Kein anderer Gegner der 3. Liga ist so attraktiv. Wenn der 1. FCM morgen ab 14 Uhr die Dresdener empfängt, geht es auf und neben dem Platz um ganz viel Prestige und für die Gäste sogar um mehr. Sie können aufsteigen – ausgerechnet in Magdeburg.

Dem Tabellenführer fehlt dazu am 34. Spieltag nur noch ein Punkt, dann wäre die Rückkehr in die 2. Bundesliga perfekt. Der Erzrivale feiert im eigenen Stadion seinen Triumph, während der 1. FCM in seiner ersten Saison im Profifußball seine erste Krise durchlebt. Für die Fans der Magdeburger ein Horrorvorstellung. Für die Dresdener immerhin ein ganz annehmlicher Trost, nachdem in der Vorwoche beim 0:0-Remis gegen Holstein Kiel der erste Matchball noch vergeben wurde. „Wenn schon auswärts aufsteigen, dann doch bitte in Magdeburg“, sagen sich die Sachsen. Um dieser Schmach zu entgehen, hilft dem FCM nur ein Sieg gegen den scheinbar übermächtigen Gegner. Und selbst dann könnte Dresden jubeln, sollte die Konkurrenz aus Osnabrück zeitgleich gegen den FSV Mainz 05 II nicht gewinnen.

Die Wahrscheinlichkeit des Dresdener Aufstiegs morgen ist also hoch. Höher als die eines erneuten Scheiterns der Elf von Trainer Uwe Neuhaus. Für die Magdeburger Fans wird es dann heißen, die Ruhe zu bewahren und Größe zu zeigen. Ob es im Fall der Fälle friedlich bleibt, kann aber niemand voraussagen. Die Vergangenheit sah beim Aufeinandertreffen der beiden Ost-Rivalen zumeist anders aus. Die zusätzliche sportliche Brisanz verschärft das Risiko.

Für Entspannung kann einzig die Magdeburger Mannschaft sorgen, bei der es in den letzten Wochen aber nicht mehr so recht laufen will. Hin und wieder müht sich die Mannschaft von Jens Härtel zu einem Remis. Befreit aufspielen tut der Aufsteiger aber schon länger nicht mehr. Ein Testspiel unter der Woche beim Oberligisten SV Lichtenberg in Berlin sollte Abhilfe schaffen. Richtig Schwung nehmen die Blau-Weißen aber auch aus dieser Begegnung nicht mit. Durch ein Tor von Kevin Kruschke gewann Magdeburg mühsam mit 1:0. Zudem verletzte sich Sebastian Ernst und wackelt für das Derby ebenso wie der angeschlagene David Kinsombi. Nicolas Hebisch (Muskelfaserriss) fällt sogar länger aus. Die mögliche Dynamo-Aufstiegsparty wird er definitiv von der Tribüne verfolgen.

Von Tobias Haack

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