Fußball: Stendal geht die heiße Transferphase entspannt an / Abou Cham einziger Abgang

Augenmaß und wenig Druck

Johannes Marhold rückt als Kapitän der Stendaler A-Jugend in den Kader der Verbandsliga-Herren auf. Er ist damit der Ersatz für den nach Berlin abgewanderten Abou Cham. Foto: Haack

Stendal. Fußball-Verbandsligist 1. FC Lok Stendal durchlebt derzeit eine für seine Verhältnisse ungewöhnliche Sommerpause. Im Gegensatz zu den Vorjahren tut sich im Kader der Altmärker nämlich nahezu nichts.

Meldeten sich in der Vergangenheit immer wieder wichtige Leistungsträger in der Sommer-Transferperiode ab und zwangen die sportliche Führung so zum Handeln, geht Abteilungsleiter Ralf Troeger nun völlig entspannt in die heißen Monate.

„Wir haben eine homogene Mannschaft, die auch so zusammenbleibt. Dazu kommen Johannes Marhold und Max Salge aus der eigenen Jugend und Clemens-Paul Berlin, der ja schon als Neuzugang feststeht. Wir haben also jetzt schon einen guten Kader“, erklärte Troeger gestern gegenüber der Altmark Zeitung. Dennoch hat Troeger in enger Absprache mit Trainer Sven Körner noch einige Positionen im Blick, auf denen nach Möglichkeit nachgebessert werden soll. „Es wäre schön, im Sturm noch etwas Qualität hinzu zu bekommen, aber das wollen ja eigentlich alle Vereine“, macht Troeger die Schwierigkeiten speziell bei der Suche nach Angreifern deutlich. „Zusätzliche Abschlussqualität wäre natürlich schön“, so Troeger weiter. Einen Schnellschuss soll es aber auf keinen Fall geben, zumal der Kader ja ohnehin schon wettbewerbsfähig ist. „Wir machen das alles sehr gezielt“, versichert der Stendaler Abteilungsleiter.

Mit Benedikt Nellessen verfügt der 1. FC Lok zudem ohnehin über einen torgefährlichen Offensivmann, der in der abgelaufenen Saison seine bisher beste Bilanz im Lok-Trikot mit 16 Treffern vorweisen konnte. Doch auch die Altmärker wissen, dass es bei einer Verletzung des einzigen echten Knipsers eng werden würde. „Wir sind dabei, aber noch ist nichts spruchreif. Der Spielermarkt geht ja auch jetzt erst so richtig los“, behält Troeger bei der Stürmersuche die Ruhe.

Eine Alternative verloren haben die Stendaler in der Defensive. Abou Cham hat sich nach gut einem halben Jahr in der Altmark wieder abgemeldet und sucht sich einen Verein in Berlin, wo er auch studiert. Da dem 21-Jährigen der Aufwand letztlich zu groß wurde, trennten sich beide Seiten einvernehmlich. Cham ist damit der einzige bislang feststehende Abgang des Verbandsliga-Siebten, aber auch der sorgt bei den Altmärkern nicht für Schweißausbrüche. Mit dem jungen Marhold steht der nächste Innenverteidiger schließlich schon bereit.

Die erste Generalprobe für den entspannten Verbandsligisten wird am 11. Juli ein Test gegen den Goslarer SC (Regionalliga) sein.

Von Tobias Haack

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare