FUSSBALL – 3. LIGA Warum der 1. FC Magdeburg Effizienz lernen muss

Aufwand allein reicht nicht

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Wenn die Stimmung zum Wetter passt: Im Regen kassierte der FCM, hier mit Christian Beck (v.r.), Sören Bertram und Jürgen Gjasula eine unnötige Heimniederlage.

Magdeburg – Es geht extrem eng zu. Und wer das erste Tor schießt, gewinnt zumeist auch das Spiel. Keine Phrasenschwein-Weisheiten, sondern Realität in der Dritten Liga. Der 1. FC Magdeburg hätte mit einem Sieg gegen den FC Ingolstadt auf Tuchfühlung zu den Aufstiegsplätzen gehen können.

Doch nach dem 0:2 gegen tiefstehende Gäste war die Enttäuschung groß. Doch die Hoffnung, vor der Winterpause noch in Schlagdistanz zu kommen, ist längst nicht geschwunden.

„Wir haben noch zwei Spiele, da können wir noch sechs Punkte holen. Dann sind wir noch mittendrin im Rennen.“ Sören Bertram lässt sich von der Niederlage bei aller Enttäuschung nicht verunsichern. Lösungen, die gegen extrem tiefstehende Ingolstädter zu Toren hätten führen können, hatte der Torgarant allerdings auch nicht. „Wenn elf Mann vor dem Tor stehen, weiß ich nicht, wie viele Mannschaften auf der Welt es schaffen, da vor das Tor zu kommen, vielleicht Barcelona“, konnte auch Bertram nicht fassen, wie defensiv die Topmannschaft agierte. Aber auch das ist Alltag in Liga drei.

Nach Abpfiff war nicht nur er angefressen von der Art. „Die haben einen Bus vor dem Tor geparkt“, schüttelte der Mittelfeldspieler den Kopf. Das hohe Anrennen der Magdeburger über nahezu die komplette Spielzeit habe nichts gebracht. Außer Frust. Auch darüber, dass der neue Tabellenzweite zweimal vors Magdeburger Tor kam und zweimal traf. Eine abgezockte Effizienz, die der Elf von Stefan Krämer fehlt.

„Das müssen wir lernen“, ist dem FCM-Trainer bewusst. Er wollte nicht alles schlechtreden, freute sich über die enorme Zahl an Standardsituationen. Im gleichen Atemzug gestand er ein: „Mir wäre lieber gewesen, wir hätten nur eine Ecke gehabt und die geht rein.“ So blieben insgesamt 22 Situationen bei ruhenden Bällen ungenutzt. Krämer hatte seine Mannschaft sowohl auf einen tief- als auch auf einen hochstehenden Gegner eingestellt. Dass sich Ingolstadt schlussendlich so extrem zurückziehen würde, war dann aber doch eine Überraschung.

„Die machen aus wenig viel, wir nichts“, fand Torhüter Morten Behrens kaum Worte für die Pleite. Auch er bekam kaum etwas zu tun, was den Frust bei ihm verstärkte, zumal er die Einschläge in seinem Kasten nicht verhindern konnte. Mehr Ballbesitz, mehr Spielanteile, mehr Chancen: Dass der Lohn für den enormen Aufwand ausblieb, machte allen FCM-Spielern im letzten Heimspiel des Jahres zu schaffen.

„Das ist ein Rückschlag, klar. Aber es muss weitergehen“, denkt Christian Beck bereits an die Rückrunde. Und weitere Begegnungen gegen tiefstehende Gegner. Die Partie gegen Ingolstadt erinnerte den FCM-Kapitän an die bei Abstiegskandidat Chemnitz. Beck weiß: „Es ist enorm wichtig, in dieser Liga in Führung zu gehen.“ Wäre sein Kopfball kurz vor dem Pausenpfiff im Tor gelandet, hätte es auch anders ausgehen können.

„Ingolstadt hat uns gezeigt, was Effizienz heißt“, haderte Bertram mit den ungenutzten Möglichkeiten, die auch er ausgelassen hatte. Was ihn zuversichtlich stimmt: Der FCM war die bessere Mannschaft. „Wir hätten heute einen riesen Schritt machen können, das wissen wir auch. Die Liga ist auch sehr eng. Wir können schnell in Schlagdistanz kommen“, setzt Bertram darauf, in den beiden noch verbleibenden Auswärtsspielen in diesem Jahr (am Freitag in Münster und am 21. Dezember in Braunschweig) noch die Zähler einzufahren, um näher an die Tabellenspitze heranzurücken.

VON SABINE LINDENAU

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