Volleyball: Frauen des Tangermünder LV sorgen in der Landesoberliga für Furore – der Lohn ist Platz drei

Aufsteiger im Aufwind

Am Netz erfolgreich: Tangermündes Janett Kordua (rechts) wehrt den Ball ab, Mannschaftskollegin Franziska Kreibe unterstützt den Block. Das TLV-Team ist sehr ausgeglichen besetzt.

Tangermünde. Die erfolgreichsten Volleyballerinnen in Sachsen-Anhalt tummeln sich in Magdeburg und südlich der Landeshauptstadt. Doch Thesen sind dazu da, widerlegt zu werden. Das kleine gallische Dorf ist immerhin eine Kaiserstadt und liegt nördlich von Magdeburg.

Aus der Altmark mischen die Frauen des Tangermünder LV den Volleyball im Land auf. „Da sieht man, was wir hier im Norden Sachsen-Anhalts haben“, sagt David Bäther nicht ohne Stolz mit einem Lachen im Gesicht. Die Tabelle gibt dem Trainer des TLV recht. Die Damen von der Elbe stehen derzeit auf dem dritten Platz. Und das als Aufsteiger.

Die Tangermünderinnen haben sich nicht erst am Sonntag, als sie souverän beide Heimspiele gewannen, auf Platz drei gemogelt. Der personell nahezu unveränderte TLV bestätigt lediglich seine Leistung aus der ersten Hälfte der Saison. „Wir wollten die Hinrunde nutzen, um zu sehen, wo wir stehen“, erklärt Bäther. Da standen sie dort, wo sie jetzt stehen und das lässt sich sehen. Noch vor zwei Jahren war das Landesoberliga-Klassement nicht ansehnlich aus Sicht der Kaiserstädterinnen.

In der Saison 2011/2012 sind sie als Letzter mit nur einem Sieg nach dem Aufstieg gleich wieder abgestiegen. Was folgte, war kein Jammern, sondern eine zurückliegende furiose Landesliga-Saison mit 16 Siegen in 16 Spielen und die Rückkehr in die vierte Liga.

In der wirkt Tangermünde, anders als vor zwei Jahren, gefestigt. Ein Beispiel: Erster Satz im Duell gegen den SV Braunsbedra am Sonntag. Das Team liegt 19:23 zurück, durch „eigene Fehler“, wie der Coach nach dem Spiel analysierte. Der TLV, gefestigt wie er ist, dreht den Satz und marschiert zum Sieg. „Man sieht, was für eine gute Moral im Team steckt. Die Mannschaft ist frei im Kopf. Selbst ein Rückstand wirft uns nicht um. In der entscheidenden Phase können wir den Hebel umlegen“, lobt Bäther. Mit wir sind tatsächlich alle Spielerinnen gemeint. Der Kader umfasst zehn Akteurinnen, und egal wer den Sechser bildet, steht, springt und schlägt zur Stelle. Der Übungsleiter hebt die „Ausgeglichenheit“ hervor. „Das ist unsere Stärke. Jede kann Jede ersetzen. Jede kann gute Bälle schlagen“, merkt Bäther mit Blick auf seine Equipe an.

Es steht eigentlich nichts im Weg, Rang drei bis zum Saisonende zu belegen. In Euphorie fällt der Trainer ob des Ist-Zustandes nicht. Platz drei als neues Ziel nach gesichertem Klassenverbleib, der erst einmal Priorität hatte, ist durchaus möglich. „Das hängt davon ab, wie die nächsten Spiele laufen. Wir haben noch zwei Partien. Da haben wir die Möglichkeit, Sätze und Punkte zu holen“, bleibt Bäther am Boden.

Es reicht schließlich auch aus, wenn die Frauen zumindest auf dem Feld abheben.

Von Benjamin Post

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