Fußball, Landespokal-Achtelfinale: Eintracht bezwingt Lok / Giebichenstein pariert zwei Elfmeter

„Auflaufkind“ trifft zum 1:0-Sieg

Dean Kamith zeigte in der Verlängerung mehrere Glanzparaden und rettete damit Eintracht Salzwedel im Pokalspiel gegen den 1. FC Lok Stendal den 1:0-Erfolg.
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Dean Kamith zeigte in der Verlängerung mehrere Glanzparaden und rettete damit Eintracht Salzwedel im Pokalspiel gegen den 1. FC Lok Stendal den 1:0-Erfolg.
  • Renee Sensenschmidt
    VonRenee Sensenschmidt
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Salzwedel. Der SV Eintracht Salzwedel sorgt im Fußball-Landespokal weiter für Furore. Nach den Siegen gegen Landesligist TSG Calbe (6:0) und Verbandsligist Haldensleber SC (4:2) schaltete der Landesklassen-Vertreter im Achtelfinale nun auch den Altmarkrivalen 1.

FC Lok Stendal aus. Für die Jeetzestädter erzielte Philip Müller vor 638 Zuschauern in der 100. Minute das Tor des Tages.

„Damals bin ich mit den Stendalern aufgelaufen, heute mache ich gegen sie das Siegtor. Einfach schön“, freute sich der Matchwinner, der vor zwölf Jahren beim Punktspielsieg der Eintracht gegen Stendal (3:2, AZ berichtete) als Auflaufkind dabei war.

In der ersten Halbzeit sahen die Zuschauer nur wenige Höhepunkte. Nach einem Ausflug von Lok-Keeper Bryan Giebichenstein zog Lukas Werner aus der Distanz ab, Johannes Mahrhold rettete aber für die Gäste (23.). Auf der Gegenseite verfehlte Benedikt Nellessen (34.) nur knapp. „Wir schalteten viel zu langsam um und haben das Spiel regelrecht verschleppt“, war Lok-Coach Sven Körner mit der Leistung seiner Mannen nicht einverstanden.

Nach Wiederanpfiff wurden die Stendaler zwar etwas besser, aber nicht nur nach Ansicht Körners „wenig überzeugend“. Als sich dann Philipp Groß in einen Schuss von Lukas Werner warf, ging das Leder an den Arm des Lok-Kapitäns. Beim fälligen Handelfmeter scheiterte aber Gregor Roth für die Einheimischen an Giebichenstein (68.). Nur Sekunden später blieb die Pfeife von Schiedsrichter Sven Schweinefuß (Rieder) bei einer Aktion gegen Philipp Grempler indes stumm. „Ein klarer Elfmeter“, so Körner, der sich und sein Team auch in der 85. Minute benachteiligt sah, als ein schöner Volleyschuss von Johannes Mahrhold unhaltbar im Eintracht-Kasten einschlug, der Assistent jedoch eine Abseitsstellung eines anderen Stendalers, der in der Schussbahn stand und sich duckte, gesehen hatte. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit hatte Philip Müller für den SVE eine gute Schusschance, doch Giebichenstein war erneut auf seinem Posten.

Die Verlängerung begann mit einem Paukenschlag. Franz Erdmann vertändelte gegen Philip Müller an der Mittellinie das Leder. Der Eintracht-Youngster zog auf und davon und netzte eiskalt zur umjubelten 1:0-Führung ein. Lok antwortete durch Niclas Buschke (102.), der an Dean Kamith im Eintracht-Tor scheiterte, bei einer Aktion von Malte Liestmann gegen Steven Schubert hätte es durchaus auch Elfmeter für Lok geben können (105.).

Den gab es dann in der 106. Minute für die Eintracht, Müller war nach Ansicht des Unparteiischen regelwidrig gestoppt worden. Doch abermals ließen die Hausherren diese hochkarätige Möglichkeit ungenutzt, denn Giebichenstein parierte auch den Schuss von Dennis Röhl. Den Lok-Keeper hielt es danach nicht mehr hinten. Die Gäste drängten auf den Ausgleich, den SVE-Keeper Kamith mit zwei Glanzparaden bei Schüssen von Philipp Groß (108.), und Johannes Mahrhold (113.) aber verhinderte. Es blieb beim 1:0 für die Eintracht, die sich nun den Drittligisten 1.FC Magdeburg für das Viertelfinale wünscht.

Während die Spieler beider Teams bei allem Einsatz fair miteinander umgingen, ließen zahlreiche Fans den Respekt gegenüber dem Kontrahenten vermissen. Verbale Entgleisungen und kleinere Auseinandersetzungen mit der stets präsenten Polizei trübten das Fußballfest. Und das Abbrennen von Pyrotechnik wird für beide Vereine sicherlich noch finanzielle Konsequenzen haben.

Von Renee Sensenschmidt

Fotos vom Spiel

Altmark-Derby: Eintracht Salzwedel – Lok Stendal

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