Aufholjagd nach lauer erster Hälfte vergebens

Wieder wurde es nichts mit dem ersten Auswärtszähler. Für Michael Runge und den 1. FC Lok setzte es bei der HFC-Reserve im fünften Anlauf die fünfte Niederlage – 2:3.

mre HALLE. In der Fremde nichts Neues: Auch bei der Regionalliga-Reserve des Halleschen FC gab es für die Verbandsliga-Fußballer des 1. FC Lok Stendal beim 2:3 (0:2) nichts zu holen. Von Thomas Cosmar

Der Grund für die fünfte Auswärtspleite im fünften Anlauf war dabei schon in der ersten Halbzeit, als die Stendaler schnell einem 0:2-Rückstand hinterherliefen, zu suchen. Trotz einer bärenstarken zweiten Hälfte brachen erneut individuelle Fehler den Rolandstädtern das Genick. „Ein sch... Ende“, war Coach Guido Schmidt sichtlich bedient.

Zunächst waren beide Teams darauf bedacht, möglichst keinen Fehler zu begehen. Ein echter Spielfluss, geschweige denn Chancen, kamen somit nicht zustande. Hatte Lok-Keeper Stephan Boy nach zwölf Minuten mit einer straffen Flanke so seine Probleme, verpuffte Stendals erster guter Angriff drei Minuten später, da Assmann nach schönem Solo nicht das Auge für den mitgelaufenen Benedikt Nellessen hatte. Sein Schuss war leichte Beute für den HFC-Schlussmann. Zurück an alter Wirkungsstätte verhinderte Sven Körner anschließend in höchster Not die Führung der Hallenser, als er die Kugel mit vollem Einsatz noch von der Torlinie wuchtete.

Nach einer knappen halben Stunde war es allerdings soweit. Nach einem Ballverlust auf der linken Seite konterte die U23 der Saalestädter gekonnt – 1:0 (28.). Dieser Treffer verunsicherte die Stendaler zusehends und clevere Chemiker schlugen sofort daraus Kapital. Erneut war der Ausgangspunkt Loks linke Seite – 0:2 (30.).

Auch wenn Maik Aumann als Antreiber eine ordentliche Partie ablieferte und sich steigerte, fehlte in den ersten 45 Minuten ein echter „Schweinehund“, der das Spiel an sich zieht und den Rest der Mannschaft mitreißt.

In der Kabinenpredigt hatte Trainer Guido Schmidt allerdings die richtigen Worte gefunden. Seine Mannschaft kam wie ausgewechselt aus den Katakomben. Man spürte und sah schließlich auch, dass ein Ruck durch die Reihen der Gäste ging. Zunächst musste allerdings Keeper Boy seine ganze Klasse aufbieten, um das 0:3 zu vermeiden.

Doch von nun an ging es nur noch in eine Richtung und zwar die des HFC-Tores. Jetzt wurde nicht nur gekämpft, sondern auch mit klugen sowie schnellen Pässen und Flanken über Außen in die Spitze Druck erzeugt. Bekam Benedikt Nellessen bei einem Kopfball noch nicht genügend Druck hinter das Leder (50.), war es dem starken Aumann vorbehalten, Lok wieder ins Spiel zu bringen. Erst setzte er sich auf der linken Seite hervorragend durch und konnte dann im gegnerischen Strafraum nur durch Halten gebremst werden. Ohne zu zögern kam der Pfiff des Unparteiischen Uwe Biermann aus Ballenstedt. Elfmeter für Stendal: Aumann trat selbst an und versenkte sicher – 1:2 (52.). Nach einer Stunde war es der eingewechselte Anderson, der Aumann herrlich in Szene setzte. Der Ex-Brandenburger sagte Danke – 2:2. Nun waren die jungen Gastgeber unter dem enormen Druck der Lok-Elf sichtlich überfordert. Doch was die Altmärker auch versuchten, sie hatten einfach kein Glück. So bei zahlreichen guten Gelegenheiten als auch bei strittigen Schiedsrichterentscheidungen, die den einen oder anderen guten Standard, ja gar einen Strafstoß, hätten bringen können.

Doch es kam noch viel schlimmer. „Mit dem Unentschieden hätte ich nach der ersten Hälfte noch gut leben können, aber durch einen krassen individuellen Fehler bringen wir uns erneut um den Lohn“, fasste Schmidt die spielentscheidende Szene zusammen, in der die Werner, Aumann und Co. für ihre Fahrlässigkeit bestraft wurden. Bei der zweiten Chance nach dem Wechsel überhaupt profitierte Fiebiger von einem Bock des sonst so sicheren Terry Galloway. Konnte Boy zunächst das Leder nur rausboxen, beging der Defensiv-Allrounder den schlimmsten Fehler, den man als Verteidiger machen kann und bereits in der D-Jugend die Übungsleiter zur Weißglut treibt: Anstatt den Ball wegzuschlagen setzte er zum Querpass an – 2:3 (87.). Und es kam noch schlimmer. Während des Anrennens auf den HFC-Kasten, das nichts mehr einbringen sollte, wurde Kapitän Marcel Werner brutal gefoult und musste mit starken Schmerzen im Knie ausgewechselt werden.

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