FUSSBALL Jörn Schulz und die Remis-Serie des 1. FC Lok Stendal

Der Anti-Krämer

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Bereit für mehr Punkte: Lok-Trainer Jörn Schulz.

Stendal – Zwischen der aktuell fußballerischen Nummer zwei Sachsen-Anhalts, dem 1. FC Magdeburg, und der derzeitigen Nummer sechs dieser inoffiziellen Rangliste, dem 1. FC Lok Stendal, gibt es nach dem ersten Drittel der Saison 2019/20 erstaunliche Parallelen.

Worin sich die Klubs allerdings unterscheiden, ist ihr Umgang damit.

Sowohl Lok als auch der FCM haben bislang erst ein Ligaspiel verloren. Die Pleiten, jeweils vor eigenem Publikum kassiert, gestalteten sich jedoch schmerzhaft. Magdeburg unterlag Braunschweig mit 2:4, Stendal wurde von Ludwigsfelde gar mit 1:6 gedemütigt. Da sich diese Betriebsunfälle früh in der Saison ereignet hatten, konnte bei beiden Klubs ein längerer Aufenthalt im Abstiegskampf nicht ausgeschlossen werden.

Bewahrheitet haben sich die schlimmsten Befürchtungen der eigenen Anhänger aktuell nicht. Magdeburg und Stendal konnten sich schnell stabilisieren. Allerdings – und das ist der Haken – nur mit einer nicht ungefährlichen Serie von Unentschieden. Der Zweitliga-Absteiger etwa hat in elf Partien siebenmal die Punkte geteilt. Lok Stendal hat am Sonntag mit dem 0:0 bei Hertha Zehlendorf gar das fünfte Remis in Serie eingefahren.

Einen Zähler gewonnen, oder zwei verloren? Bei der Einschätzung von Punkteteilungen scheiden sich im Fußball nicht selten die Geister. In Magdeburg und Stendal ist das nicht anders. Während Stefan Krämer bei den Blau-Weißen nicht müde wird zu betonen, welch eine Leistung es ist, in der 3. Liga zehn Spiele hintereinander nicht zu verlieren, macht Lok-Coach Jörn Schulz auch auf die Gefahren aufmerksam. „So langsam nerven mich die vielen Unentschieden. Wir haben jetzt Greifswald vor der Brust, das wird noch mal schwer. Aber dann kommen die Spiele, wo wir auch mal gewinnen müssen“, sagt er. Denn obwohl Lok erst eine ihrer acht Begegnungen verloren hat, beträgt der Vorsprung vor der Abstiegszone gerade einmal vier Zähler.

Die Entwicklung am „Hölzchen“ ist trotz einiger verlorener Punkte positiv. Zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison versank Stendal auf und neben dem Platz im Chaos, hatte gerade einmal zwei winzige Zähler gesammelt. Ein Jahr später kann man von einem guten Saisonstart sprechen. Zumal das Auftaktprogramm mit Gegnern wie Blau-Weiß Berlin, Neustrelitz, Tennis Borussia Berlin und Hertha 03 Zehlendorf durchaus anspruchsvoll war. Jörn Schulz und sein Team aber haben es beachtlich gemeistert. Mit viel Moral, gutem Teamgeist und einer sich stetig steigernden Hintermannschaft. „Gegen den Ball haben wir uns wirklich schon gut entwickelt“, freut sich Jörn Schulz.

Die Defensive war dem früheren Mittelfeldstrategen auch bei seinen vorherigen Stationen schon wichtig. Sowohl bei Medizin Uchtspringe, als auch beim FSV Barleben. Nach knapp einem Jahr bei Lok hat der 42-Jährige auch hier seine Philosophie an den Mann gebracht. „Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer passt. Wir vertrauen einander und das ist wichtig“, sagt Schulz.

In Magdeburg und Stendal steht nun erst mal eine zweiwöchige Liga-Pause an. Der FCM hat am kommenden Sonnabend die Chance, seinen Frust im Landespokal gegen den SSV Havelwinkel Warnau zu entladen. Auf den 1. FC Lok wartet am 20. Oktober das schwierige Heimspiel gegen den Greifswalder FC, ehe dann mit dem MSV Pampow (A), Tasmania Berlin (H) und dem FC Strausberg (A) die Gegner folgen, gegen die aus Unentschieden Siege werden müssen.

VON TOBIAS HAACK

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