Rekordtorschütze Jürgen Brandt im AZ-Interview / 2005 Bester Spieler

„Als ich verletzt war, hat Salzwedel gewonnen“

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Jürgen Brandt (l.) erzielte für Eintracht Salzwedel und Eintracht Mechau in der Masters-Geschichte insgesamt 39 Treffer.

Beetzendorf. Keiner hat in der Geschichte des Altmark-Masters im Hallenfußball so oft getroffen wie er. Jürgen Brandt, der für Eintracht Salzwedel und Eintracht Mechau im Einsatz war, ist mit großem Abstand der Rekordtorschütze beim größten Hallenfußballturnier der Region.

Seine 39 Treffer sind vielleicht sogar ein Rekord für die Ewigkeit, denn ein altmärkischer Lionel Messi ist derzeit nicht in Sicht. Im Vorfeld des XXII. Altmark-Masters stand der 37-Jährige der AZ Rede und Antwort.

AZ: Mit 39 Treffern führen Sie die ewige Torschützenliste an. Was war das Geheimnis Ihres Erfolges?

Jürgen Brandt: Vielleicht lag es daran, dass mein technisches Vermögen nicht so groß war und ich vor dem Tor daher recht unbekümmert agierte, nicht lange überlegt und draufgehalten habe.

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dem Masters?

Als Spieler oder Trainer war ich fast immer dabei. Sogar bei den ersten Turnieren in Goldbeck durfte ich als ganz junger Spieler schon mitwirken. Im Dezember 2003 war ich aufgrund eines Achillessehnenrisses jedoch außer Gefecht und war daher beim einzigen Sieg von Eintracht Salzwedel zum Zuschauen verurteilt. Noch heute erinnern mich meine Mitspieler von damals bei jeder passenden Gelegenheit daran, dass ich nicht zum Siegerteam gehört habe.

Was sind Ihre schönsten aber auch bittersten Erinnerungen an das Turnier?

Die schönste Erinnerung ist natürlich der Sieg mit Eintracht Mechau, als ich Trainer dieser Mannschaft war und wir uns überraschend durchgesetzt haben. Mit Eintracht Salzwedel haben wir oft zu den Favoriten gehört, sind aber auch oft bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Daran waren wir dann aber auch selbst Schuld. Richtig bitter waren Niederlagen im Neunmeterschießen, mehrfach sind wir so im Halbfinale oder Endspiel an Lok Stendal gescheitert. Da war die Enttäuschung für uns als Spieler, aber auch für unsere zahlreichen Fans immer sehr groß.

Trotz ihrer vielen Treffer waren Sie nie Torschützenkönig. Woran hat es gelegen?

Es gab halt immer einen, der mehr getroffen hat. Einmal unterlag ich per Losentscheid und einmal hätte ich an einem Stechen um die Torjägerkrone teilnehmen sollen, war aber nach unserem Vorrunden-Aus nicht mehr in der Halle. Dafür bin ich 2005 zum besten Spieler gewählt worden. Den Pokal habe ich meinem Sohn Leon geschenkt, der ihn in Ehren hält.

Ihr ehemaliger Trainer Dieter Förster hat das Masters auch als Klassentreffen bezeichnet, trifft man doch dort viele Spieler und Trainer. Sehen Sie das auch so?

Ich bin immer zum Masters gefahren, um zu gewinnen, nicht um zu quatschen. Ich habe mich daher immer auf die anstehenden Aufgaben konzentriert, wobei ich mir als Trainer noch mehr Gedanken zwischen den Spielen gemacht habe. Zeit zum Erzählen gab es da nicht. Dazu habe ich nun am Sonnabend Gelegenheit, wenn ich als Zuschauer dabei sein werde.

AZ: Wir bedanken uns für dieses Gespräch.

Von Renee Sensenschmidt

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