HANDBALL: Die HSG Osterburg und die offene Trainerfrage

Alles andere als ideal

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In Abstiegsgefahr: Hannes Fieseler steckt mit der HSG Osterburg in sportlichen Schwierigkeiten. Ein Trainer an der Seitenlinie könnte helfen, ist aber weiterhin nicht in Sicht. 

Osterburg – Immer oben dabei, doch für ganz vorne hatte es nie gereicht: Die HSG Osterburg musste viele Jahre um den Aufstieg in die Sachsen-Anhalt-Liga kämpfen, ehe es im Vorjahr endlich geklappt hat.

Wenige Monate später hängen die Biesestädter im Abstiegskampf des Oberhauses fest – für einen Aufsteiger keine unübliche Situation. Dennoch hat das verlorene Heimspiel gegen Eiche Biederitz (23:30) am vergangenen Sonnabend gezeigt, dass die Nordaltmärker momentan wenig Spaß an ihrem Spiel haben. Ein Problem war zudem unübersehbar: Die HSG Osterburg benötigt dringend einen Trainer.

Es war nicht so, dass Abstiegskonkurrent Biederitz die Gastgeber nach Belieben dominiert hätte. Im Gegenteil: Lange Zeit verlief das richtungsweisende Spiel in der Sekundarschulhalle auf Augenhöhe. Doch als es darauf ankam, wussten die Gäste aus dem Jerichower Land sich zu pushen, bekamen klare Ansagen von ihrem agilen Trainer, wurden in den Auszeiten motiviert.

Ganz anders die Osterburger, die ausgerechnet in ihrem ersten Jahr in Sachsen-Anhalts höchster Spielklasse improvisieren und auf eine Spielertrainer-Konstellation setzen müssen. „Ich denke, das ist ein wesentlicher Punkt, warum es nicht mehr so gut läuft“, weiß der Vereinsvorsitzende Horst Janas um die größte Baustelle im Herrenbereich der HSG. Nur liegen seit dem Rücktritt von Aufstiegscoach Uwe Knust keine Lösungen auf dem Tisch. „Ein verbindlicher Trainer wäre gut, vor allem in der Sachsen-Anhalt-Liga. Aber es ist schwierig, jemanden zu finden“, so Janas. Aktuell scheint es sogar unmöglich.

So setzt der Verein gezwungenermaßen auf eine Spielertrainer-Lösung mit Stefan Prax, Florian Skorz und Patrick Knust. Eine Konstellation, mit der keiner der Beteiligten zufrieden ist. „Es ist total schwierig, dass wir uns selbst coachen müssen. Wenn du selbst spielst, kannst du gar nicht alles sehen“, schildert Skorz die Tücken der Aufgabe. Gegen Biederitz machte er die Umstellung der Gäste in der Deckung als spielentscheidende Maßnahme aus – allerdings erst nach der Partie. „Darauf kommst du dann, wenn du später drüber nachdenkst, aber im Spiel konzentrierst du dich ja auch auf dein Spiel“, sagt er. Sein klares Fazit: „Gut möglich, dass es mit einem richtigen Trainer anders läuft.“

Nach sechs Siegen aus 20 Spielen hat die HSG mit 12:28-Punkten noch immer alle Möglichkeiten, die Sachsen-Anhalt-Liga zu erhalten. Ob Spieler und Verein das ohne einen echten Coach an der Seite überhaupt für sinnvoll erachten, wird sich in den kommenden Wochen klären. Die Hoffnung der Anhänger auf eine Rückkehr von Meistermacher Uwe Knust wird sich nicht erfüllen. „Es war bei ihm von vornherein klar, dass es nur eine temporäre Lösung war. Hut ab, dass und wie er es überhaupt gemacht hat“, sagt HSG-Chef Janas.

VON TOBIAS HAACK

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