Handball-Meister THW Kiel gastiert zu einem Trainingslager in Osterburg

„Alles da, was Alfred braucht“

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Ein alter Bekannter in Osterburg: Trainer Alfred Gislason hat die Landessportschule persönlich als Vorbereitungsziel für die Handballer des THW Kiel ausgewählt.

Osterburg. Bundesliga-Stars sieht man in der Altmark kaum, echte Weltstars sind noch seltener zu finden. Doch in dieser Woche ist alles anders.

Zumindest in der Landessportschule in Osterburg, denn der Deutsche Handball-Rekordmeister THW Kiel hat die beschauliche Altmark für sein Trainingslager in der Saisonvorbereitung ausgewählt. Dass die Wahl des Trainingscamps auf Osterburg fiel, liegt an THW-Coach Alfred Gislason. Der ehemalige Trainer des SC Magdeburg hat das einwöchige Sommerdomizil der Kieler selbst ausgewählt.

„Ich war mehrere Male mit Magdeburg hier und hatte sehr gute Erinnerungen daran. Das ist die beste Anlage, die ich kenne und sie ist im Vergleich zu damals noch besser geworden“, überschüttete der sonst eher wortkarge Isländer die Einrichtung mit Lob. Mannschaftskapitän Filip Jicha, der aufgrund seiner Körpergröße die Nächte auf dem Fußboden und nicht im Bett verbringen muss, kann die körperlichen Qualen in der Landessportschule Osterburg ebenfalls gut ertragen: „Es ist für uns Spieler sicher nicht die schönste Woche des Jahres, aber das die Schwimmhalle direkt neben der Sporthalle ist, finde ich super“, so der Welthandballer von 2010. Der dänische Nationalspieler Rasmus Lauge brachte es indes humorvoll auf den Punkt: „Die Trainingsbedingungen sind super. Es ist alles da, was Alfred braucht“, stellte Lauge mit einem Augenzwinkern in Richtung Trainer Gislason fest. Der coole Kommentar des Dänen passte zur Eistonne, in der Lauge es sich „gemütlich“ gemacht hatte. Zuvor stand für die THW-Profis der obligatorische Laktat-Test auf dem Programm, bei dem insgesamt 2800 Meter gelaufen wurden. Um den Körper besser zu regenerieren und die Belastung zu reduzieren, ging es anschließend ins eiskalte Wasser.

Regeneration ist während des Trainingslagers auch zwingend notwendig, denn die Kieler Profis müssen mit Blick auf die neue Saison mächtig schuften. „Morgens und Abends steht jeweils eine Trainingseinheit in der Halle an, Nachmittags machen die Jungs Taktikschulungen im Videoraum und zwischendurch sind sie auch immer wieder im Kraftraum oder in der Schwimmhalle“, berichtet Stefanie Lück, an der Landessportschule verantwortlich für Marketing und Vertrieb. Lück freut sich natürlich über den prominenten Besuch: „Es ist toll, dass sie da sind. Das ist eine große Wertschätzung für unsere Einrichtung. Alfred Gislason hat persönlich angerufen und gesagt, dass er gern mit seinem Team kommen möchte und wir hoffen, dass der THW auch im nächsten Jahr wieder zu uns kommt“, so Lück, die den Umgang mit den Profis als „total unkompliziert“ und die Arbeit mit den Verantwortlichen der Kieler als „absolut professionell“ beschreibt. Dennoch stellte Lück klar, dass die Profis nicht anders behandelt werden, als jeder andere Gast. Lediglich eine kleine kulinarische Ausnahme wurde gemacht. „Es gibt kein Schweinefleisch und nichts paniertes. Das war auch so ziemlich die einzige Bedingung von Alfred Gislason“, so Lück.

Die Kieler sind noch bis zum Wochenende in Osterburg, ehe sie in den Harz nach Ilsenburg weiterreisen, wo mit dem Klaus-Miesner-Turnier ein echter Härtetest auf dem Plan steht.

Von Michael Jacobs

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