FUSSBALL – Rico Matschkus blickt auf seine Trainer-Laufbahn zurück

Acht Jahre sind genug

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Zwei Jahre trainierte Rico Matschkus den SV Medizin Uchtspringe. Insgesamt war er acht Jahre als Coach aktiv. Nun ist Schluss. 

Uchtspringe – Ein Leben ganz ohne Fußball: unvorstellbar. Doch nach acht Jahren als Trainer verlässt Rico Matschkus den Platz an der Seitenlinie. Nicht aber die Fußballbühne.

Er bleibt dem SV Medizin Uchtspringe erhalten, arbeitet im Vorstand mit und möchte auch den neuen Trainer unterstützen.

„Uchtspringe ist einfach ein super Verein mit so vielen positiv bekloppten Menschen, dass es einfach so viel Spaß macht neben und auf dem Platz.“ Darum will Matschkus seine Zelte hier auch nicht ganz abbrechen. Bei den Medizinern, die der 48-Jährige vor zwei Jahren in einer schwierigen Phase übernommen hat, fühlt sich der Trainer angekommen. Nicht nur, weil ihm hier mit der Mannschaft ein Umbruch gelungen ist. Nach dem Abstieg aus der Landesliga vor zwei Jahren und dem Weggang von Trainer Jörn Schulz nach Barleben war es nicht einfach für Matschkus, aus den verbliebenen Spielern eine schlagkräftige Mannschaft für die Landesklasse zu formen. „Die erste Hinrunde war auch anstrengend, wir mussten uns erst mal ordnen“, blickt er zurück. Doch als zur Winterpause Marcel Brinkmann und Michael Runge zurückkehrten, sah es für die Mediziner schon besser aus. Der Abstiegskampf war passee. Matschkus erreichte mit seinem Team Rang neun.

Den Klassenerhalt gab er auch in seiner zweiten Saison als Cheftrainer als Ziel aus. Dabei wollte der Coach keinesfalls tiefstapeln. Der Kader klein, die Verletzungssorgen groß: Matschkus musste jonglieren. Und war nach fast jeder Partie stolz, was seine Schützlinge leisten konnten. Rang sechs im Endklassement war der gerechte Lohn der intensiven Arbeit.

Mit dem Gewinn des Altmarkstrompokals hätte der Trainer seiner Amtszeit die Krone aufsetzen können. Doch dieser blieb dem früheren Stürmer verwehrt. Darüber lange nachdenken möchte er nicht. Er weiß aber: „Es steckt so viel Potenzial und Energie in dem Verein.“ Die Frauenmannschaft, in der auch seine Ehefrau aktiv ist, wurde Landesmeister. Die bislang von ihm trainierten Herren spielen in der Landesklasse oben mit. „Das macht einfach Spaß, da will ich dabei bleiben.“

Acht Jahre lang hat Matschkus als Trainer agiert. Angefangen im Nachwuchs des TuS Schwarz-Weiß Bismark, führte ihn sein Weg über den Möringer SV und Blau-Gelb Goldbeck zu den Medizinern. Doch schon zuvor bestimmte das runde Leder sein Leben. Im Alter von fünf Jahren begann der 48-Jährige mit dem Fußballspielen. Erst bei Saxonia Tangermünde, ab der D-Jugend bei Lok Stendal, im Herrenbereich unter anderem in Möringen und Tangermünde. Loslassen fällt da schwer. Die Gründe dafür, dass er sich vom Traineramt zurückzieht, sind privater Natur. Haben aber dennoch mit Fußball zu tun.

Seine Tochter greift in der kommenden Saison mit der U17 des VfL Wolfsburg in der Bundesliga an. „Das ist sehr zeitintensiv“, rechnet Matschkus damit, dass pro Woche mindestens drei bis vier Fahrten zum Training anstehen. „Darum habe ich gesagt, ich trete kürzer.“ Bei Bedarf sei er aber da, auch bei Punktspielen. „Ich möchte ein bisschen was von dem zurückgeben, was der Vorstand mir gegeben hat mit seiner Unterstützung“, schätzt der scheidende Coach das Umfeld in Uchtspringe sehr.

VON SABINE LINDENAU

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