Fußball – 2. Bundesliga: Neuzugang Romain Brégerie über die Liga und die Chancen des FCM

Ein Abwehrchef mit Charme

Immer Ball und Gegner im Blick. Romain Brégerie kann dem 1. FC Magdeburg mit seiner Erfahrung helfen. Der Innenverteidiger wurde gleich in seiner ersten Partie zum Abwehrchef. 

Magdeburg. „Gefühlt bin ich schon lange hier, dabei sind es gerade zehn Tage.“ Romain Brégerie hat seine Stretchübungen gerade beendet. Er fühlt sich schon nach so kurzer Zeit angekommen. In Magdeburg. Und vor allem beim 1. FC Magdeburg.

„Ich bin richtig gut aufgenommen worden, die Jungs haben es mir leicht gemacht“, sagt der Innenverteidiger charmant lächelnd. Und in einem französischen Akzent, der Frauenherzen höher schlagen lässt. Wer den 32-Jährigen trifft, mag gar nicht glauben, dass er auf dem Fußballplatz ein harter Kerl ist.

Doch genau das ist er. Bereits im Testspiel gegen Rot-Weiß Erfurt – er war gerade einen Tag beim FCM – zeigte der 32-Jährige seine Qualitäten als Dirigent in der Abwehr. Sicher ein Grund dafür, warum ihn Trainer Jens Härtel beim Auswärtsspiel in Kiel direkt in die Startelf berief. „Schade, dass wir dort mit einer Niederlage angefangen haben“, sagt Romain Brégerie. Es habe aber keinesfalls daran gelegen, dass er aufgrund von Krämpfen in der 75. Minute ausgewechselt werden musste. Nur Sekunden später war seinerzeit der Ausgleichstreffer gefallen. Bei einer Standardsituation, einem direkt verwandelten Freistoß. „Kleinigkeiten machen den Unterschied in der Liga.“ Der 1,90 Meter große Franzose weiß, wovon er spricht. Seit 2011 spielt er in Deutschland, begann bei Dynamo Dresden in der 2. Bundesliga, wechselte 2014 zum SV Darmstadt 98. Mit den Lilien konnte er ins Fußball-Oberhaus aufsteigen, ging dann aber direkt zum Mit-Aufsteiger FC Ingolstadt. Insgesamt kommt er auf 130 Zweitliga- und 39 Erstliga-Einsätze. Eine Erfahrung, von der der 1. FC Magdeburg nur profitieren kann. Für eine Saison hat ihn der Club vom FC Ingolstadt ausgeliehen.

Die Magdeburger Grundidee gefällt dem Innenverteidiger. „Ich habe viel mit dem Trainer darüber gesprochen. Das waren viele Informationen. Aber es passt alles sehr gut mit meiner Spielphilosophie“, sagt Romain Brégerie. So konnte er sich sehr schnell in die Mannschaft integrieren. Das Zusammenspiel in der Dreierkette habe in Kiel auch gut funktioniert. Dennoch: Die Niederlage schmerzt. „Aber das ist Fußball. Wichtig ist es am Anfang der Saison, dass wir uns weiterentwickeln. Wir merken, dass wir auf Augenhöhe sind.“ Jetzt sei es an der Zeit, sich zu belohnen und Punkte zu sammeln. Damit möchte Romain Brégerie gemeinsam mit seinen Teamkollegen schon im nächsten Heimspiel anfangen. Die Vorbereitungszeit war nach der Pause am Wochenende länger als gewohnt. „Wir haben in den ersten Spielen gesehen, dass wir mithalten können. Das ist ein gutes Zeichen für die Saison.“

Natürlich werden Standardsituationen intensiv trainiert. Weil sie in Zweitliga-Begegnungen sehr oft spielentscheidend sind. Der Neuzugang mag die Magdeburger Schwäche in dem Bereich dennoch nicht überbewerten. „Standards sind wichtig in der Liga, wir müssen daran arbeiten, diese und andere Dinge zu verbessern.“ Schon jetzt ist die Vorfreude bei ihm groß, erstmals vor der heimischen Kulisse auflaufen zu können. Bei der Partie gegen Ingolstadt war er als Zuschauer dabei und konnte die Atmosphäre aufsaugen. „Das ist etwas Besonderes für einen Fußballer.“ Und: Die Kulisse sei mit ein Grund gewesen, zum FCM zu kommen.

„Ich freue mich jetzt auf das Spiel. Wir nutzen die längere Vorbereitung, um noch mehr zu arbeiten.“ Romain Brégerie hatte auch Zeit zu regenerieren. Die Krämpfe im Oberschenkel sind passee, er fühlt sich fit. „Wir denken jetzt nur an das Spiel und fokussieren uns voll darauf.“ Arminia Bielefeld ist am kommenden Montag, 17. September, zu Gast in der MDCC-Arena. Anpfiff ist um 20.30 Uhr. Spätestens dann wird aus dem charmanten Franzosen wieder der knallharte Abwehrchef des 1. FCM.

Von Sabine Lindenau

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