FUSSBALL – 2. LIGA: Felix Lohkemper und das neue Selbstverständnis

Abgezockt und schnell

Nimmt jede Hürde spielerisch leicht: Felix Lohkemper ist momentan der Spieler der Stunde beim 2019 noch ungeschlagenen 1. FC Magdeburg.
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Nimmt jede Hürde spielerisch leicht: Felix Lohkemper ist momentan der Spieler der Stunde beim 2019 noch ungeschlagenen 1. FC Magdeburg. 

Magdeburg – Er ist schnell. Verdammt schnell. Und vor dem Tor wird er immer abgezockter. Felix Lohkemper hat in diesem Jahr zwei ganz wertvolle Tore für den 1. FC Magdeburg geschossen.

Und damit immensen Anteil daran, dass sich der Aufsteiger vom Abstiegskandidaten Nummer eins zur Mannschaft der Stunde in der 2. Fußball-Bundesliga gemausert hat.

Das Erfolgsrezept

„Ich glaube, dass wir so gut ins neue Jahr gestartet sind ist ein Effekt davon, dass wir im Winter sehr akribisch gearbeitet haben.“ Obwohl die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz überwintern musste, hat Felix Lohkemper immer daran geglaubt, dass der Knoten irgendwann platzen würde. Was für Außenstehende ob der Ergebnisse vielleicht nicht immer nachvollziehbar war: „Wir haben auch vor der Winterpause gute Spiele gemacht.“

Doch am Ende verließ der FCM den Platz meist als Verlierer. Eine Situation, die sich 2019 geändert hat. Gute Partien liefern Lohkemper & Co. immer noch ab. „Jetzt stimmen aber auch die Ergebnisse“, freut sich der Stürmer, der unter Trainer Michael Oenning endlich auf seiner Lieblingsposition auflaufen darf.

Die Lieblingsposition

In der Doppelspitze an der Seite von Christian Beck fühlt sich der gebürtige Wetzlarer sehr wohl. „Das kommt mir sehr entgegen. Ich habe in meiner Karriere immer im Sturmzentrum gespielt. Da habe ich die meisten Erfahrungen gemacht, kenne die Abläufe genau.“ Unter Ex-Coach Jens Härtel wurde er meist außen eingesetzt.

„Da kann ich auch spielen, das ist aber noch einen Tick ungewohnt für mich. Ich glaube nicht, dass ich das schlecht gemacht habe, nur halt nicht so auffällig wie jetzt gerade.“ Zumal er zu Härtel-Zeiten meist das Leben eines Einwechsel-Spielers führen musste. Dass er unter Oenning zum wichtigen Stammspieler avanciert ist, macht ihn stolz, ist aber zugleich Ansporn. „Wenn man es in die Startelf geschafft hat, sollte man dem Trainer auch zeigen, dass das Training kein Zufall war, dass man das auf dem Platz abrufen kann.“ Und genau das macht der 24-Jährige. Er überzeugt in Übungseinheiten und in Punktspielen gleichermaßen.

Sein Selbstvertrauen ist mit der Zahl der Einsätze gestiegen. Lohkemper weiß, was er kann. Dennoch verliert er die Bodenhaftung nicht. „Ich bin noch nicht zufrieden und weiß, dass da noch Luft nach oben ist.“ Wenn er das sagt, denkt er an ungenutzte Chancen. „In den fünf Spielen vor dem Jahreswechsel habe ich viele Chancen liegengelassen.“ Doch sein Anspruch an sich selbst ist natürlich, „das eine oder andere Tor mehr zu machen.“

Beim jüngsten 3:1-Auswärtssieg in Bielefeld hat er eine Großchance abgebrüht verwertet und darüber hinaus weitere Nadelstiche gesetzt, die dem Offensivspiel des 1. FCM sichtbar gutgetan haben. Dass er sich so gut präsentieren könne, liege aber nicht an ihm allein. Dadurch, dass die Stammelf immer besser harmoniere und jeder Spieler den anderen immer besser verstehe, sei das Selbstverständnis klarer geworden, erklärt er. „Wir sind richtig gut eingespielt.“ Auch die Neuzugänge hätten sich bestens integriert und würden Impulse setzen, die dem Team helfen.

Die wichtigen Tore

Welches der beiden Tore in diesem Jahr die größere Bedeutung habe, kann Lohkemper gar nicht so richtig einschätzen. „Beide waren enorm wichtig. Das gegen Aue vielleicht einen Tick mehr.“ Denn Lohkempers 1:0 im Ostderby war gleichbedeutend mit dem ersten Heimsieg in der 2. Liga. Und sein 2:0 am Sonntag in Bielefeld bedeutete die erstmalige Zwei-Tore-Führung der Magdeburger in dieser Saison. Auch am kommenden Sonntag möchte der Stürmer wieder treffen.

Den Gegner kennt er noch aus Drittligazeiten, weiß aber auch um die große Entwicklung, die der SC Paderborn genommen hat. „Paderborn hat natürlich eine richtige Offensivwucht. Da müssen wir schon hellwach sein von der ersten Minute an.“ An das torreiche Hinspiel (4:4) erinnert sich Lohkemper noch gut, hat selbst einen Treffer beigetragen. Nun soll aber der zweite Heimsieg her. „Wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen. Wir wollen eine gute Partie abliefern und alles reinhauen.“

Das Vertrauen

Natürlich ist dem Blondschopf bewusst, dass auch er keine Startelf-Garantie hat. Aber er gibt alles, damit sich seine derzeitige Situation nicht ändert. „Ich freue mich einfach, dass mir der Trainer das Vertrauen schenkt. Das möchte ich auch jedes Mal zurückzahlen“, sagt er lächelnd. Momentan gelingt ihm das bestens. Felix Lohkemper ist der Spieler der Stunde beim 1. FC Magdeburg. „Wenn man das Vertrauen hat, dass man spielt, ist es immer ein bisschen einfacher“, hat er auch eine Erklärung für seine starke Leistung auf dem Rasen. „Ich freue mich, dass es gerade so gut klappt. Es wäre schön, wenn es so weiter geht.“

VON SABINE LINDENAU

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