Fußball – Oberliga: Der 1. FC Lok Stendal im Transfersommer 2018

Arm aber sexy

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Der Kern der Stendaler Mannschaft um Kapitän Philipp Groß (links) bleibt auch in der kommenden Saison unangetastet. Um ihn herum, sollen jedoch externe Neuzugänge für mehr Breite im Kader sorgen. 

Stendal. Der 1. FC Lok Stendal startet am kommenden Montag in die Vorbereitung für die anstehende Saison in der Oberliga-Nord. Wie gewohnt werden die gut vier Wochen bis zum Saisonstart für Spieler und Trainer arbeitsreich und schweißtreibend.

Und auch hinter den Kulissen haben die sportlichen Verantwortlichen viel zu tun. Mit Benjamin Bubke, Christos Iereidis und Andreas Balaskas stehen drei Abgänge fest. Externe Zugänge gibt es derweil noch keine. Die Ausgangslage des 1. FC Lok auf dem Transfermarkt ist in diesem Sommer jedoch wesentlich besser als in den Vorjahren, was nicht zuletzt an der Qualifikation für den DFB-Pokal liegt.

„Viele haben mitbekommen, was in den letzten Jahren in Stendal entstanden ist. Die Infrastruktur, das Stadion, die Zuschauerzahlen. Das alles ist für viele Spieler interessant. Darüber hinaus bietet der DFB-Pokal gegen Arminia Bielefeld die Chance, sich überregional gut zu präsentieren“, erklärt Lok-Trainer Sven Körner. Nicht wenige ambitionierte Spieler und ihre Berater nehmen die Altmärker daher in diesem Jahr als gutes Schaufenster wahr. Als Sprungbrett für den nächsten sportlichen Schritt. Über 70 Spieler wurden dem Verein im Laufe der Sommerpause bislang angeboten. Das Netzwerk des 1. FC Lok erstreckt sich aktuell auf 15 Spielerberater. Das Telefon von Trainer Körner klingelt nahezu täglich.

Die Stendaler sind auch in ihrer neuen Oberliga-Staffel weit davon entfernt, einer der wirtschaftlichen Topklubs zu sein und doch hat der Verein seine Attraktivität gesteigert. Der von Klaus Wowereit geprägte Berlin-Slogan „Arm aber sexy“ trifft den Nagel für Lok auf den Kopf.

Dennoch sind die Stendaler bemüht, sich selbigen nicht verdrehen zu lassen. Auch weiterhin soll das in der Vergangenheit erfolgreich praktizierte Drei-Säulen-Modell aus dem aktuellen Kern der Mannschaft, dem eigenen Nachwuchs und punktuellen, externen Verstärkungen die Personalpolitik des 1. FC Lok prägen. „Wir werden am Kern der Mannschaft nicht rütteln und auch weiterhin auf den eigenen Nachwuchs setzen. Aber natürlich müssen wir uns auch extern verstärken“, beschreibt Körner. Konkret werden Maurice Pascal Schmidt und Pascal Lemke aus der U19 in den Oberliga-Kader aufrücken. Schmidt könnte sogar noch in der A-Jugend spielen, soll aber zumindest im Trainingsbetrieb komplett ins Körner-Team integriert werden. Der schnelle Angreifer kam bereits in der abgelaufenen Saison auf sieben Oberliga-Einsätze.

Weitere Baustellen im Kader müssen extern besetzt werden. Der Trainer, der in Richtung Vertragsverlängerung tendiert, möchte mehr Breite im Kader haben und die Qualität seiner Spieler durch Konkurrenzdruck erhöhen. „Das ist nötig, um sich sportlich weiterzuentwickeln“, sagt er. Handlungsbedarf sieht Körner gleich in mehreren Mannschaftsteilen: „Ich möchte einen Linksfuß in der Innenverteidigung haben. Das ist wichtig für den Spielaufbau. Auch auf der Linksverteidigerposition und für das linke Mittelfeld sind wir auf der Suche. Im Angriff müssen wir ebenfalls etwas tun.“

Von Veränderungen unberührt bleibt das zentrale Mittelfeld. Hier fühlen sich die Stendaler breit genug aufgestellt, auch weil die Verantwortlichen gute Chancen auf einen Verbleib von Petro Alergush sehen. „Ich gehe davon aus, dass er am 2. Juli bei uns auf dem Trainingsplatz steht“, versichert Körner. Im Herbst soll dann auch wieder Spielmacher Moritz Instenberg das Stendaler Zentrum verstärken. „Wenn es gut läuft, ist er Ende Oktober wieder dabei. Davor steht aber noch Aufbautraining, die Rückkehr ins Mannschaftstraining und vor allem muss er im Kopf frei sein. Wir werden das alles nicht übers Knie brechen“, sagt sein Trainer.

Das geplante Testspiel gegen Regionalligist Germania Halberstadt musste derweil abgesagt werden. Aktuell sucht der 1. FC Lok Stendal nach einem adäquaten Ersatz. Eine Sommerpause ist halt auf allen Ebenen arbeitsreich, auch als attraktiver DFB-Pokal-Teilnehmer.

Von Tobias Haack

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