FUSSBALL Landtagsabgeordneter Carsten Borchert macht sich für altmärkische Vereine stark

17-Jährige sollen im Männerbereich spielen dürfen

„Ich möchte, dass über dieses Thema vor der Entscheidung eine breite öffentliche Diskussion stattfindet“, so der direkt in den Landtag gewählte CDU-Abgeordnete Carsten Borchert.

Altmark – Das . Präsidium des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) tagte am vergangenen Freitag in Neugattersleben. Dort sollte auch die Frage beantwortet werden, ob 17-Jährige unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin im Männerbereich eingesetzt werden können oder nicht.

Einigen Vereinen der westlichen Altmark ging dies zu schnell. Sie wollen 17-Jährige weiter in ihren Männerteams einsetzen und haben sich deshalb an ihren Landtagsabgeordneten Carsten Borchert gewandt.

„Ich möchte, dass über dieses Thema vor der Entscheidung eine breite öffentliche Diskussion stattfindet“, so der direkt in den Landtag gewählte CDU-Abgeordnete, der auf Bitten des VfB Klötze, Eintracht Mechau, FC Jübar/Bornsen, des Diesdorfer SV und Eintracht Salzwedel längere Telefonate mit Jörg Bihlmeyer (Vorsitzender FSA-Spielwesen), Thomas Schulze (Vorsitzender FSA-Jugendausschuss) sowie FSA-Vizepräsident Michael Rehschuh führte und mit den genannten Sportfreunden dieses strittige Thema erörterte.

Borchert, der im Kreistag des Altmarkreises Salzwedel auch dem Sportausschuss vorsitzt, beruft sich bei seinem Engagement für die Sportvereine auf die Landesverfassung, die besagt, dass es keine Unterschiede zwischen Stadt und Land geben darf. Und gerade im ländlichen Bereich sind viele Vereine auf ihre älteren Nachwuchsspieler angewiesen, um den Spielbetrieb im Männerbereich aufrecht zu erhalten. Das hat aber dazu geführt, dass viele Vereine keine A-Jugend-Mannschaften mehr besitzen, es im gesamten Bundesland in dieser Altersklasse nicht eine Kreisliga mehr besteht. Unterste Spielklassen sind die fünf Landesliga-Staffeln, in denen es große Leistungsunterschiede gibt. Carsten Borchert erkennt das Problem, er möchte jedoch, dass die Vereine an den Entscheidungsprozessen stärker beteiligt werden. „Viele Vereine wussten von nichts“, so der Jübarer.

Borchert hat noch ein zweites Anliegen. Bei seinem Heimatverein, dem FC Jübar/Bornsen, hat er hautnah miterlebt, dass es zu sportlichen Verwerfungen kommen kann, wenn ein Verein nicht durchgängig in allen Altersklassen vertreten ist. Die aktuelle B-Jugend des FCJB musste mehrfach, wie auch die A-Jugend des VfB Klötze, trotz eines Titelgewinns in der Landesliga, in der folgenden Saison im nächst höheren Jahrgang wieder auf Kreisebene spielen, weil der jeweilige Verein zuvor auf Landesebene dort nicht vertreten war und den Anträgen zur Einstufung in die Landesliga nicht stattgegeben worden ist. „Hier müsste es eine sportlich gerechtere Lösung geben“, wünscht sich Carsten Borchert.

Dass der Paragraf, der das Spielrecht für 17-Jährige regelt, am Freitag nicht mehr auf der Tagesordnung stand, ist jedoch nicht auf Druck von Carsten Borchert geschehen, sondern hatte einzig mit der bereits verstrichenen Meldefrist zu tun. Denn die Vereine mussten bis zum 20. Juni für die neue Saison melden. „Einige Vereine hätten ihre Mannschaften ohne 17-Jährige vielleicht nicht gemeldet. Wir haben diese Frist versäumt, deshalb haben wir das Thema von der Tagesordnung genommen. Eine Änderung zu diesem Paragrafen kann es deshalb erst wieder mit Wirkung auf die Saison 2021/22 geben“, erklärt Thomas Schulze, der sich durch die Politik nicht unter Druck setzen lässt. „Wir werden die Diskussion im Sinne des Fußballs, nicht der Politik, führen.“  sen

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