Fußball – Durch den Einsatz des rotgesperrten Peter Mencel (Klietz II) geht der Pokal an Schönberg

0:3-Wertung – Titel wird aberkannt

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Der Einsatz des Klietzers Peter Mencel (rechts) sorgte nach dem Pokalfinale gegen den Schönberger SV für Gesprächsstoff.

Schönberg/Klietz. Kürzlich fanden im Kreisfachverband Fußball Altmark Ost die alljährlichen Pokalendspiele statt, die vom SV Medizin Uchtspringe ausgerichtet wurden.

Im Zuge der Veranstaltung wurde vonseiten des SV Grün-Weiß Staffelde verlautbart, dass im letzten Punktspiel in der Vorwoche der im Pokalfinale gegen den Schönberger SV eingesetzte Doppeltorschütze Peter Mencel von Germania Klietz II einen Platzverweis erhalten habe, dieser aber nicht im Spielbericht vermerkt sei. Somit hätte Mencel beim Klietzer 3:2-Sieg nicht mitwirken dürfen. Seit dem sorgte das Thema in der Altmark für Gesprächsstoff.

Der Kreisfachverband Fußball Altmark Ost leitete Untersuchungen ein, zu denen neben einer umfassenden Prüfung des am 02. Juni 2018 durchgeführten Kreisklassenspiels zwischen dem SV Grün-Weiß Staffelde II und SV Germania Klietz II, auch die Anforderung von schriftlichen Stellungnahmen beider am Spiel beteiligten Vereine sowie dem Schiedsrichtergespann gehörte.

Das Ergebnis, bei dem sich die Vorwürfe bewahrheiteten, steht nun fest: Neben der Bestätigung der falschen Eintragung im Spielbericht durch beide Mannschaften wurde zudem ein Verstoß gegen §15 Nr. 4 der Spielordnung des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt festgestellt. Da durch den Schiedsrichter im Spiel ein Feldverweis ausgesprochen und korrekt vollzogen wurde, ist dieser Spieler nach §16 der Spielordnung bis zur Entscheidung durch die zuständige Instanz gesperrt, ohne dass es eines besonderen Verfahrens oder einer besonderen Benachrichtigung bedarf.

Das Sportgericht hat sich in einem gesonderten Verfahren zusätzlich mit der Ahndung des Platzverweises beschäftigt. Ein Einsatz des gesperrten Klietzer Spielers Peter Mencel vor der Entscheidung des Sportgerichtes zieht nach §38 Abs. 2 Buchstabe c eine Wertung von 0:3 für den Schönberger SV nach sich. Somit wird Germania Klietz II der sportlich gewonnene Kreispokal nach einem aufgeklärten Regelverstoß aberkannt.

Beim Schönberger SV ist man sich nach der Verkündung des Urteils nicht so recht sicher, wie man die neue Situation handhaben soll. „Wir wissen auch nicht so recht, wie wir damit umgehen können. Ich hatte schon auf der damaligen Pressekonferenz gesagt, dass wir so nicht Pokalsieger werden wollen“, sagt Schönebergs Vorstand Jan Reinecke und spielt auf das Szenario an, an das er nach dem Abpfiff dachte und das nun offiziell eingetreten ist.

„Fakt ist, die Gerechtigkeit hat am Ende gesiegt“, erklärt Reinecke und schildert anschließend weiter: „Eigentlich wollen wir die Pokalübergabe still und heimlich machen. Quasi ohne großes Tam-Tam oder irgendwas. Vielleicht passiert die Übergabe des Pokals aber auch auf dem kommenden Staffeltag.“

So bekäme es jeder in der Öffentlichkeit noch einmal mit und das Thema könnte endgültig zu den Akten gelegt werden.

Beste Freunde werden die Germania und Reinecke wahrscheinlich nicht mehr, auch wenn Letzterer „kein Problem mit Klietz“ habe. Dennoch ist sich Jan Reinecke sicher, dass dieser Vorfall lange an seiner Person kleben bleibt und vermutlich noch in ein paar Jahren darüber gesprochen wird.

„Natürlich bin ich jetzt der Buh-Mann und der Blöde, der den Stein ins Rollen gebracht hat, ganz klar“, so Reinecke, der auch mittlerweile sehr erleichtert darüber ist, dass das Problem geklärt wurde. Schließlich griff er in den vergangenen Tagen öfters zum Telefonhörer, gab Stellungnahmen ab und bekam aufgrund der Brisanz dieses Vorfalls kaum Ruhe.

Abschließend richtet Reinecke einige Worte an Klietz II und die anderen Vereine: „Sie haben es sich selbst kaputtgemacht. Da ist einfach nicht alles richtig gelaufen. Und für die restlichen Vereine hoffe ich, dass sie nun sehen, dass man mit solchen Methoden nicht weiterkommt.“

Von Patrick Nowak

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