Stadt vs. Land – wo baue ich mein Eigenheim?

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Angesichts steigender Immobilien- und Grundstückspreise in deutschen Ballungsräumen stehen viele zukünftige Eigenheimbesitzer vor der Entscheidung zwischen einem Leben in der Stadt und einem auf dem Land.

Doch neben Kaufpreisen und Baukosten gibt es weitere finanzielle und persönliche sowie soziale Aspekte, die bei dieser wichtigen Lebensentscheidungen berücksichtigt werden sollten.

Egal ob Stadt oder Land: Wohneigentum liegt im Trend

Die aktuelle Sparda-Studie „Wohnen in Deutschland“ belegt, dass rund Dreiviertel aller Deutschen Wohneigentum als wichtigen Teil der persönlichen Altersvorsorge betrachten. Fast 50 Prozent der Bundesbürger sind bereits Immobilieneigentümer, mehr als 30 Prozent aller Mieter bis 50 Jahre wollen es noch werden. Nicht zuletzt aufgrund des Niedrigzinsniveaus hat Kaufen im Vergleich zum Mieten derzeit fast überall bedeutende finanzielle Vorteile. Wer sich entschieden hat, Eigentümer zu werden, hat nicht nur die Qual der Wahl zwischen Wohnung und Haus, sondern auch zwischen Kaufen und Bauen – und natürlich zwischen Stadt und Land. Welche Möglichkeiten infrage kommen, hängt unter anderem vom Platzbedarf und der Lebenssituation ab, in erster Linie aber vom vorhandenen Budget.

Hauskauf oder Hausbau – was lohnt sich?

Für wen eine Wohnung aus Platzgründen nicht ausreicht oder wer sich aus anderen Gründen gegen eine Eigentumswohnung entschieden hat, kann sein zukünftiges Haus entweder kaufen oder neu bauen. Ist man beim künftigen Eigenheim in Sachen Grundriss, Baustil und anderen Gegebenheiten flexibel, kommt auch ein Hauskauf infrage. Zumeist sparen sich Käufer Zeit und Kosten, da beispielsweise die komplizierte Bauphase entfällt. Wer allerdings sein „altes neues“ Haus aufwendig renovieren möchte, sollte vorher alles ganz genau kalkulieren und durchrechnen, um nicht in eine Kostenfalle zu tappen. Sind keine Sanierungsmaßnahmen geplant, macht es außerdem Sinn, unter anderem den Zustand der Bausubstanz, der Heizung und der Leitungen sowie den energetischen Status quo von einem Experten beurteilen zu lassen. Die Vorteile eines Neubaus hingegen liegen auf der Hand: Bauherren können nicht nur Größe und Stil ihrer Immobilie selbst bestimmen, sondern auch die Aufteilung, die Ausrichtung oder wichtige Anschlüsse und andere Ausstattungsmerkmale wie modernste Technik und neuste energetische Standards.

Wo baut man günstiger, in der Stadt oder auf dem Land?

Betrachtet man vorwiegend die Kosten für den Bau eines Hauses, schlagen ländliche Gegenden die Stadt im Durchschnitt um Längen. Allerdings hängt dieser Umstand stark von der Region ab – und der Entfernung zur nächsten größeren Stadt. Im Süden der Bundesrepublik liegt das Preisniveau generell weit über dem Rest Deutschlands. Die Einzugsgebiete wirtschaftlich attraktiver Großstädte wie München, Hamburg oder Frankfurt erstrecken sich außerdem weit über die Stadtgrenzen hinaus und bezahlbarer Wohnraum rückt in diesen Fällen geographisch in immer weitere Ferne. Die bevölkerungsreichen Metropolen sind in dieser Hinsicht mit Abstand am teuersten. In schwächeren Regionen ist der Hausbau hingegen günstiger. Zumeist beziehen sich die Unterschiede nämlich nicht nur auf die Grundstückspreise, sondern beispielsweise auch auf die Kosten für Baumaterial und Handwerker. Die gute Nachricht ist: Laut Sparda-Studie sind 84 Prozent der Regionen Deutschlands für Durchschnittsverdiener bezahlbar. Vor allem kleinere Städte mit moderaten Preisen und den Vorteilen einer städtischen Infrastruktur erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Bevor man sich aber endgültig für eine bestimmte Region entscheidet, sollte man alle wichtigen Faktoren in Betracht ziehen und den vermeintlichen Einsparungen alle Ausgaben, wie beispielsweise eventuelle Pendlerkosten, gegenüberstellen.

Wohnen auf dem Land – Pro und Kontra

Auf dem Land wohnen und zum Arbeiten in die Stadt pendeln – dieses Lebensmodell ist in Deutschland immer häufiger anzutreffen, die Zahl der Pendler steigt stetig. Paare mit Kindern träumen häufig nicht nur von den eigenen vier Wänden, sondern auch vom eigenen Garten und idyllischer Natur, in der sie ihrem Nachwuchs eine unbeschwerte Kindheit ermöglichen wollen. Feinstaub- und Schadstoffbelastung sind hier im Schnitt geringer und der erschwingliche Wohnraum dafür größer, was bessere Entfaltungsmöglichkeiten bedeutet. Auch der nachbarschaftliche Kontakt ist in ländlichen Gegenden meist ausgeprägter und besser.

Was dem Plan vom Wohnen auf dem Land allerdings oft im Wege steht, sind die fehlenden Arbeitsplätze, weshalb weit mehr als zehn Millionen Menschen täglich zu ihrem Arbeitsplatz pendeln – die meisten davon mit dem Auto, andere mit dem Zug. Wer sich mit dem Gedanken befasst, die Stadt dauerhaft in Richtung Land zu verlassen, sollte sich deshalb bewusst machen, dass Pendeln zum einen viel Geld und zum anderen Zeit und Nerven kostet. Die Infrastruktur im zukünftigen Wohnort – beispielsweise Kitas, Schulen, Läden oder öffentlicher Nahverkehr – spielt dabei eine wichtige Rolle. Ist diese nur spärlich ausgebaut, kann das nicht nur zu Problemen im Alltagsablauf führen, sondern auch zusätzliche Kosten verursachen. Häufig führt in diesem Fall kein Weg am Zweitwagen vorbei.

Wohnen in der Stadt – Pro und Kontra

Gerade junge Familien entdecken derzeit die Stadtzentren wieder für sich. Zwar sind hier im Allgemeinen Grundstücke und erschwingliches Wohneigentum kleiner und teurer, aber die Wege sind kurz, die Infrastruktur ist gut und kulturelle Angebote sowie Freizeitmöglichkeiten sind nicht nur wesentlich mehr, sondern auch vielfältiger und abwechslungsreicher. Einer der wichtigsten Aspekte ist aber, dass die Auswahl an attraktiven Arbeitgebern und somit auch an Karrieremöglichkeiten in Städten bedeutend größer und besser ist. Neben dem vergleichsweise beengten Wohnraum schrecken zwar die hohen Kauf-, Bau- und Anschaffungskosten sowie die damit verbundenen finanziellen Risiken potenzielle Neueigentümer des Öfteren ab, das Niedrigzinsniveau ist für viele aber trotzdem ein entscheidender Kaufanreiz – ebenso wie die tendenziell steigenden Spritpreise, von denen Stadtbewohner weit weniger abhängig sind als zum Beispiel Pendler.

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