Ursachen

Schimmel in der Wohnung: Ist immer falsches Lüften der Grund?

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Ist immer falsches Lüften die Ursache für Schimmel in der Wohnung?

Schimmel in der Wohnung zieht meist viel Ärger nach sich. Damit es gar nicht erst dazu kommt, sollten Sie deshalb unbedingt die Ursachen kennen.

  • Schimmelbildung kann viele Ursachen haben.
  • Feuchtigkeit spielt eine entscheidende Rolle bei der Schimmelbildung.
  • Nicht immer ist falsches Lüften die Ursache.

Wenn die ersten Anzeichen von Schimmel in der Wohnung sichtbar werden, fragen sich viele sofort: Was habe ich falsch gemacht? Besonders wenn die Wohnung erst frisch bezogen ist, ist diese Frage auch relevant, um festzustellen, ob der Schimmel schon vorher da war. Manchmal hält man sich aber auch penibel an die Regeln für das richtige Lüften, um die Schimmelsporen zu vermeiden - und trotzdem sind schwarze Flecken an der Wand zu sehen. Wichtig ist es, zu wissen, dass Schimmel verschiedene Ursachen haben kann.

Entsteht Schimmel wirklich am ehesten durch falsches Lüften?

Viele unterliegen dem Irrtum, dass Schimmel in der Wohnung allein durch falsches Heizen und Lüften entsteht - also die Schuld beim Bewohners liegt, der sich nicht richtig darum gekümmert hat. Dabei hat eine Untersuchung von mehr als 12.000 Wohnungen ergeben, dass dies nur in zehn Prozent der Fälle die alleinige Ursache für Schimmel ist, wie Frank Frössel, Experte für Bautenschutz und Bausanierung, in einem Beitrag auf dem Portal Energie-Fachberater.de berichtet. Tatsächlich seien bauliche Mängel in 60 Prozent der Fälle Schuld daran, dass sich Schimmel in einer Wohnung bildet. Bei den restlichen 30 Prozent waren es sowohl Baumängel als auch falsches Lüften.

Ursachen für Schimmel im Haus: Feuchtigkeit durch Kondenswasser

Diese Zahlen sollten Sie aber nicht zum Anlass nehmen, weniger auf das richtige Lüften in der Wohnung zu achten. Denn schon in einem Zwei-Personen-Haushalt werden pro Tag rund sechs Liter Wasser an die Luft abgegeben. Durch das Atmen und Schwitzen entsteht nämlich Feuchtigkeit, die nur entweichen kann, wenn Sie regelmäßig lüften - und Feuchtigkeit ist neben Nährstoffen der entscheidende Faktor für Schimmelbildung. Dabei ist es auch nicht unbedingt ausschlaggebend, wie hoch die Luftfeuchtigkeit in der Raumluft ist, sondern wie es sich mit dem Feuchtegehalt und der Temperatur direkt an der Wandoberfläche verhält. Schimmelpilze wachsen in der Regel bei 80 bis 85 Prozent relativer Luftfeuchte, unter Ausnahmebedingungen auch schon bei 65 bis fast 100 Prozent relativer Luftfeuchte.

Eine Hauptquelle für Feuchtigkeit in Räumen stellt eine indirekte Durchfeuchtung durch Kondenswasser dar. Kondenswasser bildet sich aus Wasserdampf, der bei kalter Luft unter den Taupunkt abgekühlt wird und sich an kühlen Oberflächen niederschlägt. Besonders hoch ist das Risiko der Schimmelbildung deshalb im Winter, da hier die Temperaturdifferenzen zwischen drinnen und draußen sowie Raumluft und Wand am größten sind.

Haben Sie zudem stets ein Auge auf Wärmebrücken in der Wohnung: Das sind örtlich begrenzte Stellen an Wänden, Decken oder Zimmerecken zur Außenwand, an denen ein erhöhter Wärmeabfluss stattfindet. Die Oberflächentemperatur ist hier im Winter um einiges geringer als an anderen Bauteilen, was Schimmelbildung wiederum begünstigt.

Um die Schimmelbildung durch Kondenswasser zu unterbinden, ist es deshalb wichtig, richtig zu lüften. Das kann sowohl übers Stoßlüften als auch mithilfe von Querlüften erledigt werden. Beim Stoßlüften öffnen Sie mindestens dreimal am Tag - morgens, mittags, abends - für zehn bis 15 Minuten das Fester und schalten dabei die Heizung ab. In den Wintermonaten reichen auch mal fünf Minuten aus. Beim Querlüften hingegen öffnen Sie zusätzlich eine Zimmertür und ein gegenüberliegendes Fenster, sodass ein schöner Luftzug innerhalb kürzester Zeit die Luft austauschen kann. Hier genügen zwei Minuten.

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Ursachen: Baumängel begünstigen auf Dauer Schimmelbildung

Neben falschem Lüften sind aber oft genug auch Baumängel schuld an der Schimmelbildung in der Wohnung. Das können zum Beispiel leckende Leitungen oder undichte Dächer, Keller sowie Fassadenrisse sein. Auch Feuchtigkeit im Mauerwerk oder sogenannte Havarie-Schäden wie geplatzte Wasserschläuche oder -rohre können über Monate und Jahre für Schimmelbildung sorgen. Prüfen Sie also auch diese Optionen, bevor Sie unmittelbar von einem eigenen Fehlverhalten ausgehen.

Aber nicht nur Baumängel allein begünstigen Schimmelbildung: Selbst bei Neubauten und sanierten Altbauten ist Schimmel keine Seltenheit, da Gebäude heutzutage so luftdicht gebaut werden, dass keine Feuchtigkeit mehr nach draußen entweichen kann. Dazu tragen unter anderem Baustoffe mit geringer Diffusionsfähigkeit und niedrigem Wasserdampfaufnahmevermögen wie Beton bei, aber auch wasserdichte Fassadenfarben oder abgedichtete Fenster. Besser wären hier Baustoffe wie Lehm oder Kalk.

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