Prozess um nächtliche Kälte in Mietwohnung

Wuppertal - In einem Prozess um die nächtlichen Temperaturen in einer Mietwohnung will das Landgericht Wuppertal nun einen Vorschlag für eine gütliche Einigung machen.

Ein für Dienstag erwartetes Urteil fällte das Gericht zunächst nicht. Mieter aus Solingen hatten geklagt, weil in ihrer Wohnung nachts im Winter trotz voll aufgedrehter Heizung nur Temperaturen von bis zu 15 Grad herrschten. Sie verlangen, dass es auch in der Nacht mindestens 18 Grad warm sein soll. Auch das Gericht meinte: “18 Grad sollen erreicht werden“, das Thema interessiere Millionen von Mietern. Allerdings soll nun ein Sachverständiger mit der Heizungsfirma die strittige Anlage prüfen. Denn die Heizung wurde nach den Beschwerden bereits dreimal nachgestellt.

In der ersten Instanz war das Ehepaar mit seiner Klage gegen die Vermieterin, eine Genossenschaft, vor dem Amtsgericht in Solingen gescheitert. Das Gericht hatte entschieden, ein zeitweises Absinken der Temperatur nachts auf 15 Grad sei hinzunehmen. Es gebe ja warme Bettdecken. Der Deutsche Mieterbund in Berlin meinte, in einer Mietwohnung müssten nachts mindestens 18 Grad erreicht werden können. Allerdings gebe es keinen Anspruch auf eine exakte Wohnungstemperatur nachts oder tagsüber. “Die Heizungsanlage muss so eingestellt sein, dass in der Nacht 17 bis 18 Grad erreicht werden“, sagte Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz.

dpa

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