Bücherliebendes Ungeziefer

Papierfischchen: So bekämpfen Sie den neuen Schädling

Papierfischchen erobern Deutschlands Bücherregale in großem Tempo. Wie gefährlich ist der Schädling wirklich und lebt er schon in Ihrer Wohnung?

Rheinheim – Wirklich neu ist das Papierfischchen eigentlich nicht, den es gehört zu den Urinsekten. Aber es ist in Deutschland so rasant auf dem Vormarsch, dass man es inzwischen in seiner Wohnung jederzeit zu Gesicht bekommen könnte. Genug Futter haben wir ihnen zu bieten: Die Schädlinge lieben Papier in jeder Form, ein Albtraum für Bücherliebhaber. Aber gefährlich werden die Tiere dem Menschen nicht.

Papierfischchen: Der neue Schädling erobert Deutschlands Wohnungen

Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata) lieben Kartons und Bücher und laufen Wände hoch. (Symbolbild)

Papierfischchen gehören zur Familie der Silberfischchen, sie sind 1,1 bis 1,5 Zentimeter groß und flügellos. Obwohl sie so klein sind, wurden sie in Deutschland schon etliche Male gesichtet. Papierfischchen ernähren sich von Zellulosefasern und fressen sich durch Bücher, Kartonagen, Tapeten – also Papier im Allgemeinen. Das ist unangenehm, aber sie sind für den Menschen nicht gesundheitsschädlich. Wenn sie nicht im Übermaß in der Wohnung auftreten, werden sie daher laut dem Institut für Schädlingskunde in Rheinheim nicht als Schädling, sondern eher als Lästling eingestuft.

Papierfischchen oder Silberfischchen? Ein feiner Unterschied

Papierfischchen und Silberfischen sehen sich zum Verwechseln ähnlich, der feine Unterschied ist mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Ihr Schwanz ist länger als der Körper, der von Silberfischchen eher kurz. Mit der Lupe sieht man: Auf dem Hinterleib sitzen typische Borstenkämme, kurze Querreihen steifer Borsten. Das Silberfischchen hat keine Borstenkämme. Silberfischchen laufen auch eher selten an den Wänden hoch, Papierfischchen durchaus. Sie bevorzugen eine trockene Umgebung bei 20 bis 24 Grad Celsius, Silberfischchen mögen eher die feuchte Luft eines Badezimmers.

Noch mehr Wissenswertes zu Papierfischchen:

  • Herkunft: unbekannt; erster Fund in Europa in den Niederlanden 1989
  • Verstecke: hinter Fußleisten, in Hohlräumen und Ritzen
  • Problemfischchen: Für Bibliotheken, Museen und Archive sind die Tiere tatsächlich eine Bedrohung, wenn sie Papier vorfinden.
  • Verbreitung: Papierfischchen sind reisefreudig und verstecken sich in Umzugskartons und Verpackungsmaterialien (Päckchen aus Karton).

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Wie bekämpft man Papierfischchen?

Die Bekämpfung des Papierfischchens ist schwierig. Zuerst wird mit Klebefallen das Ausmaß des Befalls festgestellt. Bei starkem Befall kann man ihnen mit Fraßködern gegen Silberfischchen oder in letzter Instanz professionell mit Insektiziden zu Leibe rücken. Ansonsten hilft es, wichtige oder liebgewonnene Schriftstücke oder Fotos in Plastikboxen zu verstauen – was auch immer gut gegen Staubbefall ist. Wenn sich bei Ihnen in der Wohnung Silberfischchen tummeln, ist es einfacher, diese mit Klebefallen zu bekämpfen.

Hinter Fußleisten, in Hohlräumen und Ritzen versteckt sich übrigens auch manchmal der tatsächlich als Schädling geltende Teppichkäfer, der sich wie der Name sagt von Teppichen und anderen Textilien ernährt und bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen kann.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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