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Wohnungsmieten in München: Hat die Corona-Krise etwas verändert?

Münchens Mietpreise zeigen sich von der Corona-Krise unbeeindruckt.
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Münchens Mietpreise zeigen sich von der Corona-Krise unbeeindruckt.

Die Corona-Krise hat viele Bereiche des öffentlichen Lebens lahmgelegt und ganze Branchen an einen Abgrund geführt - nur die Mietpreise zeigen sich unbeeindruckt.

  • Die Corona-Krise hat zahlreiche Bereiche des alltäglichen Lebens beeinflusst.
  • Allein die Mietpreise scheinen davon nicht beeinflusst.
  • Ein Mietmarktbericht zeigt die Preisentwicklung von bayerischen Städten, insbesondere München, auf.

Der Wohnungsmarkt und die Mietpreise in der bayerischen Landeshauptstadt bereiten Wohnungssuchenden seit langer Zeit Kopfzerbrechen. Daran wird wohl auch die Corona-Krise nichts ändern. Ein Frühjahrsbericht der Maklervereinigung IVD Süd zum Mietmarkt zeigt auch jetzt noch einen Anstieg der Wohnungsmieten in München und anderen bayerischen Städten.

Münchens Mietpreise steigen weiterhin - trotz Corona-Pandemie?

Wie der Mietmarktbericht festhält, bewegt sich München schon seit Jahren auf einem hohen Niveau*. Die Corona-Krise konnte auch in den aktuellen Zahlen nicht verhindern, dass die Mietpreise weiterhin - wenn auch vielleicht langsamer - steigen. Ob die Corona-Krise überhaupt Einfluss auf die Mietpreise hatte, sei anhand der Zahlen auch nicht zu erkennen, so die Maklervereinigung IVD Süd. Um neue Rekordwerte handle es sich dennoch.

Im Vergleich zur letzten Analyse vom Herbst 2019 seien Altbau- und Bestandswohnungen im Quadratmeterpreis um jeweils 0,6 Prozent auf respektive 18 Euro und 17,20 Euro gestiegen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, während Neubauwohnungen um 2,1 Prozent teurer geworden sind. "Wenn sich in München vorher 25 Leute um eine Wohnung gerissen haben, sind es jetzt fünf weniger, die wegen Kurzarbeit erst einmal auf einen Umzug verzichten", so Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, laut der Zeitung. "Es gibt immer noch eine rege Nachfrage, die auf zu wenig Angebot trifft."

Doppelhaushälften im Bestand sind preislich für Mieter im Halbjahresvergleich des IVD um 1,5 Prozent auf 2.690 Euro pro Objekt angestiegen. Am stärksten haben Reihenmittelhäuser mit 2,7 Prozent auf 2.300 Euro bei Bestandsobjekten zugelegt.

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Im Mietmarktbericht wurden zudem die aktuellen Preise mit denen vor zehn Jahren verglichen: Insgesamt seien die Mietpreise in München* bei Altbauwohnungen im letzten Jahrzehnt nominal um 39 Prozent gestiegen, bei Bestandswohnungen um 42 Prozent und bei Neubauwohnungen sogar um 48 Prozent - also fast eine Verdopplung. Auch bei der Kategorie Häuser haben sich insbesondere neugebaute Reihenmittelhäuser mit 53 Prozent stark verteuert.

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