Unberührte Strände und Hippie-Flair: Koh Rong in Kambodscha

Ein altes Boot treibt einsam im Wasser: Der Luxustourismus mit Yachthafen und Sterne-Resorts hat Koh Rong noch nicht erreicht. Foto: Philipp Laage
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Ein altes Boot treibt einsam im Wasser: Der Luxustourismus mit Yachthafen und Sterne-Resorts hat Koh Rong noch nicht erreicht. Foto: Philipp Laage
Tropischer Musterstrand: Koh Rong lockt Urlauber mit weißen Stränden und türkisem Wasser. Foto: Philipp Laage
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Tropischer Musterstrand: Koh Rong lockt Urlauber mit weißen Stränden und türkisem Wasser. Foto: Philipp Laage
Sitzkissen liegen aus, der Blick geht von der Terrasse aufs Meer hinaus: Koh Rong ist ein Ort für sanftes Nichtstun. Foto: Philipp Laage
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Sitzkissen liegen aus, der Blick geht von der Terrasse aufs Meer hinaus: Koh Rong ist ein Ort für sanftes Nichtstun. Foto: Philipp Laage
In den kleinen Bungalow-Resorts arbeiten viele Ausländer aus dem Westen, der Standard ist äußerst einfach. Foto: Philipp Laage
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In den kleinen Bungalow-Resorts arbeiten viele Ausländer aus dem Westen, der Standard ist äußerst einfach. Foto: Philipp Laage
Auf der Holzveranda soll der Besucher keine Schuhe tragen, aber die meisten Gäste laufen ohnehin barfuß. Foto: Philipp Laage
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Auf der Holzveranda soll der Besucher keine Schuhe tragen, aber die meisten Gäste laufen ohnehin barfuß. Foto: Philipp Laage
Ein kleiner Steg führt zum Strand, die Holzhütten der Resorts liegen direkt am Wasser. Foto: Philipp Laage
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Ein kleiner Steg führt zum Strand, die Holzhütten der Resorts liegen direkt am Wasser. Foto: Philipp Laage

Sihanoukville (dpa/tmn) - Weiße Strände, türkisblaues Meer, kaum Zivilisation: Koh Rong vor der Küste Kambodschas ist ein tropisches Schmuckstück. Noch geht es dort angenehm einfach zu. Doch Investoren wittern schon das große Geld.

Das Schnellboot springt hart über das türkisfarbene Meer vor der Küste Kambodschas. Wer außen sitzt, wird nass. Trotzdem sind alle gut aufgelegt: Es geht nach Koh Rong, zu einem Eiland, das ziemlich genau dem Idealbild eines tropischen Inselparadieses entspricht. An Bord sind viele Backpacker und Langzeitreisende, aber auch eine französische Familie, die aussieht, als beziehe sie normalerweise eine Villa an der Côte d'Azur.

Am Anleger auf Koh Rong begrüßt ein Angestellter des Gasthauses die Ankommenden, um sie auf ihr Inselabenteuer einzuschwören. Er will erklären, "was man wissen muss über diese Insel, damit man sich zurechtfindet". Das ist allerdings überhaupt nicht schwierig. Die Resorts liegen an dem überschaubaren Tui Beach - der nichts mit dem Reiseveranstalter zu tun hat - direkt nebeneinander. Alle bestehen aus einfachen Holzhütten. Der Reisende sucht sich einfach eine Unterkunft aus, am besten mit Blick aufs Meer, und dann - ja was?

Ein Aufenthalt auf Koh Rong ist ein überaus beschauliches Vergnügen. Es gibt keine Vollmond-Partys wie auf vielen thailändischen Inseln, keine Vollrausch-Flatrates oder Raves am Strand. Die Besucher liegen in der Sonne und kühlen sich im Meer ab, sie lesen und laden ihre Handys auf, solange die Generatoren Strom erzeugen. Abends werden vielleicht ein paar Drinks geschlürft, doch es wird schnell ruhig.

Die Szenerie der Insel lässt jeden gestressten Urlauber schnell ein wenig herunterfahren. Das Meerwasser ist so warm wie eine Badewanne und der Sand absolut weiß. Im Hinterland erheben sich von dichtem Dschungel überzogene Hügel. Man läuft den ganzen Tag barfuß. Die Bungalow-Restaurants servieren unkomplizierte Küche. Es ist wohl die Einfachheit der Verhältnisse, die den Reiz der Insel ausmacht.

Noch ist Koh Rong von den Auswüchsen des Luxustourismus verschont geblieben. Doch im Norden gibt es bereits ein exklusives 5-Sterne-Resort mit einer 308 Quadratmeter großen "Villa über dem Wasser". Das könnte nur der Anfang sein. Eine kambodschanische Investmentgesellschaft will Koh Rong in den kommenden Jahren zu einer Premiumdestination machen - mit eigenem Flughafen und Golfplatz.

Am Tui Beach gelingt es noch, einen gewissen Hippie-Spirit zu bewahren. In den Bungalows arbeiten viele Aussteiger auf Zeit aus dem Westen. Manche sehen aus, als hätten sie zu lange zu Drogen genommen. Andere geben dem Gast das Gefühl, die tropische Mittagsruhe mit seinen Wünschen unangenehm zu stören. Mit der Erwartungshaltung wie an ein gut geführtes All-Inclusive-Hotel ist man hier falsch.

Dass das Idyll einer harmonischen Inselutopie allerdings nicht der Wahrheit entspricht, zeigt sich schon bei der Ankunft durch die eindringliche Warnung, niemals Wertsachen in den Bungalows zu lassen. Zumindest die Smartphones haben viele Urlauber aber ohnehin immer dabei. Und so sitzen sie abends auf der hölzernen Veranda, und ihre Gesichter werden von den Displays illuminiert, während über ihnen die Sterne funkeln. Aber klar, niemand ist Robinson Crusoe.

Reiseziel: Koh Rong ist die zweitgrößte Insel Kambodschas und liegt rund 25 Kilometer vor der Küste im Golf von Thailand.

Anreise und Visum: Mehrere Airlines fliegen Phnom Penh oder Siem Reap mit einem Zwischenstopp aus Deutschland an. Weiter mit einer Regionalairline oder dem Bus bis Sihanoukville, von dort mit einem Schnellboot nach Koh Rong. Deutsche Staatsbürger brauchen für Kambodscha ein Visum, das bei der Botschaft beantragt werden kann oder als E-Visum erhältlich ist. An mehreren Grenzübergängen wird ein "Visa on Arrival" ausgestellt.

Klima und Reisezeit: In Kambodscha herrscht tropisch-feuchtes Klima. Zwischen Mai und Oktober herrscht Regenzeit. Dezember bis April eignen sich am besten für eine Reise.

Währung: 1 Euro entspricht etwa 4944 Riel (Stand: Dezember 2014).

Informationen: Botschaft von Kambodscha, Benjamin-Vogelsdorff-Straße 2, 13187 Berlin, Telefon: 030/48 63 79 01.

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