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Winterurlaub: Müssen Hotels an der Ostsee wegen Energiekrise schließen? 

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Von: Jasmin Farah

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Die Energiekrise erfasst auch die Hotellerie. Auch sie wird angehalten, Gas und Strom im Winter zu sparen. Es drohen teils sogar Schließungen.

Sparen, sparen, sparen: Dazu werden die Bürger hierzulande von der Politik aufgefordert. Schließlich steht der Winter schon in den Startlöchern. Zumal einige Energieversorger schon ihre Gas- und Strompreise angezogen haben. Nun trifft es auch die Hotels an der Ostsee. Bei einem sehr kalten Winter könnten diesen sogar Schließungen drohen.

Winterurlaub: Müssen Hotels an der Ostsee wegen Energiekrise schließen? 

Das wäre allerdings eine finanzielle Schlappe, auch wenn diese nur vorübergehend sind, meint der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband. Dieser sieht darin eine existenzielle Bedrohung für viele Beherbungsbetriebe an der Ostsee, berichtet das RedaktionsNetzwerk Deutschland. Steigen die Preise weiter stark an, lassen sich auf den Inseln kaum Hotels betreiben, geschweige denn Schwimmbäder oder Saunen, Urlauber bleiben dann fern.

Strandkorb bei Baabe, Ostseeinsel Rügen, Deutschland
An der Ostsee könnte es diesen Winter ruhiger als gewöhnlich werden. © Karl-Heinz Spremberg/Imago

Allerdings sollen sich die Unternehmen bereits umfassend auf den möglichen Notfall vorbereiten: „Jeder hat eine andere Möglichkeit, an Energie zu kommen. Ob Gas, Strom, Öl oder auch Fotovoltaikanlagen – alle sind unterschiedlich ausgestattet“, sagt Michael Raffelt, Vorsitzender des Usedomer Hotelverbandes, gegenüber der Ostsee Zeitung. Andere wollen die gezwungene Auszeit nutzen für Renovierungsarbeiten, so wie Rolf Seelige-Steinhoff, Chef der Seetelhotels auf Usedom. Er hat aus diesem Grund bereits für die kalte Jahreszeit mancherorts temporäre Schließungen angekündigt.

Winterurlaub: „Zeitenwende im Tourismus“-Protestaktion

Zudem wird die Gaspreisbremse, die die Ampelkoalition für kommendes Jahr angekündigt hat, von der Hotelbranche kritisch gesehen: „Derzeit ist erst ab März ein Gaspreisdeckel vorgesehen, der uns im Prinzip überhaupt nicht hilft, da jetzt die Heizperiode vor uns liegt.“ Allerdings erwägt Bundeskanzler Olaf Scholz (64, SPD) seit kurzem einen früheren Start im Januar.

Die Nebensaison im Winter ist schließlich schon die schwerste Zeit des Jahres für viele Hotels. Zu dieser Zeit kommen meist weniger Gäste und die Hoteliers nehmen weniger ein. Einzig Weihnachtsfeiern und Übernachtungen zur Weihnachtszeit sowie an Silvester sind einzelne Events, in denen sie Gewinne erzielen können. Da allerdings die Corona-Inzidenzen vielerorts wieder steigen, könnten auch diese wegfallen.

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„Gleichzeitig werden in diesem Jahr die Menschen wohl ihr Geld enger zusammenhalten – und im Januar noch mehr, wenn alle ihre Rechnungen zugeschickt bekommen“, sagt Lars Schwarz, Präsident des regionalen Branchenverbands Dehoga MV. Mit gravierenden Folgen: Es könnte sein, dass manche Unternehmen dann Personal entlassen müsste, weshalb bereits Protestaktionen unter dem Motto „Zeitenwende im Tourismus“ in Rostock angekündigt worden sind. Mit der Forderung nach einer Regelung für Kurzarbeitergeld aufgrund der gestiegenen Energiekosten. Ob diese allerdings eine Wirkung haben werden, wird sich in Zukunft zeigen.

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