Australien und Amazonas

Weltreise mit dem Weihnachtsmann

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Weihnachtsmann am Surferstrand in Australien

Daheim ist er im Dorf Rovaniemi in Finnland, ganz nahe am Polarkreis. Seine Post lässt er sich nach Himmelpfort in Brandenburg oder an seine österreichische Adresse Christkindl schicken.

Aber eigentlich ist der Weihnachtsmann Kosmopolit und vor allem im Advent trifft man ihn überall auf der Welt.

Flughafen Bremen, 1. Advent

Am Flughafen Bremen

Nein, sie kamen nicht wirklich aus dem hohen Norden eingeflogen, die Weihnachtsmänner und Engel, die neulich auf der Gangway einer Ryanair-Maschine aus dem finnischen Tampere für den Fotografen posierten. In Wirklichkeit sind die Herren und Damen als saisonale Leiharbeiter bei der Jobvermittlung am Arbeitsamt Bremen registriert. Aber „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ klingt halt einfach besser als „Der Nächste, bitte...“

Marlborough, Neuseeland

Nicht ganz Neuseeland befindet sich derzeit im Hobbit-Rausch. In Marlborough auf der Südinsel etwa lassen sie sich durch den Hype um Zwerge, Orks und Gollums, der an den Mittelerde-Drehorten auf der Nordinsel stattfindet, nicht aus der Ruhe bringen. Im Tal des Wairau River, wo das Zentrum des neuseeländischen Weinanbaus liegt, tun sie glatt, als ob nichts gewesen wäre. Auch der Weihnachtsmann genehmigt sich dort nach dem Job gerne einen Schoppen. Unter seinem dicken Mantel dürfte es ihm dabei ganz warm ums Herz werden. In Marlborough hat es im Dezember angenehme 20 Grad Tagestemperatur. Zum Filmstart von „Der Hobbit“ wurde übrigens sogar der neuseeländische Wetterbericht im Fernsehen in Hobbit-Sprache gelesen. „Calan vain, Ennor! Si abgen edregol an i Laer ovol.“ Heißt übersetzt: „Lieblich erscheint das Land, es ist die rechte Zeit für Wanderer!“

Yokohama, Japan

Santa Claus im Aquarium von Yokohama

Die Japaner haben’s ja bekanntlich mit dem Fisch, der ist für sie sowas wie der Schweinsbraten in der bayerischen Küche. Aber schicken wir deshalb gleich den Weihnachtsmann in den Stall, damit er sich mit den Ferkeln suhlt? Im Hakkeijima Sea Paradise, einem riesigen Freizeit- und Erlebnispark an der Yokohama Bay südlich von Tokio steigt der Weihnachtsmann alle Jahre wieder in voller Montur zu den Fischen ins Riesenaquarium. Das sind mehr als 100.000, große und kleine und insgesamt 500 Arten. Denn, wie gesagt: Die Japaner haben’s mit dem Fisch.

Queensland, Australien

Daheim ist er im Dorf Rovaniemi in Finnland, ganz nahe am Polarkreis.

Schon 1917, als man auf unserer Seite der Erdhalbkugel noch nicht einmal ahnte, dass man mit einem Brett auf den Wellen reiten kann, haben sie einen Strand an der Ostküste Australiens zum Surfer’s Paradise ernannt. Bis heute ist er das, der drei Kilometer lange Abschnitt an der Gold Coast, der goldenen Küste im Bundesstaat Queensland. Ein Paradies für Wassersportler, für Junge und jung Gebliebene und solche, für die der Tag auch nach Sonnenuntergang noch lange nicht zu Ende ist. Den Advent feiern sie hier auf ihre ganz eigene australische Art. Und, ach ja: Der Schlitten vom Weihnachtsmann steht natürlich auf einem Surfbrett und wird von sechs weißen Kängurus gezogen.

Valparaiso, Chile

Um so richtig in Adventsstimmung zu kommen, müssen die Chilenen schon ein wenig nachhelfen. Schließlich stehen an der 4500 Kilometer langen Pazifikküste am Fuß der Anden im Dezember Weihnachten und der Sommeranfang gleichzeitig vor der Tür. Aber eigentlich rührt der Landesname Chile ja vom Begriff tchili her, der in der Inkasprache Schnee bedeutet. Der nämlich liegt ganzjährig auf dem Gipfel der Anden. Statt Glühwein trinkt man auf den Weihnachtsmärkten von Chile Cola de Mono, was wörtlich übersetzt Affenschwanz bedeutet. Es wird aus dem Weinbrand Pisco plus Milchkaffee, Zucker und Vanille gemixt.

Nizza, Südfrankreich

Weihnachtsmann auf Reisen

Gunter Sachs und Brigitte Bardot haben’s in den 60ern vorgemacht und seitdem tun sie es an der Cote d’Azur, der mondänen französischen Mittelmeerküste zwischen dem Yachthafen von Saint Tropez und der Filmfestspielstadt Cannes. Sie feiern Feste. Die Party aber am 16. Dezember an der Promenade des Anglais von Nizza, die wird im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen, was aber voll und ganz beabsichtigt ist. An diesem Sonntagvormittag nämlich trifft man sich zum Weihnachtsschwimmen und alle inklusive Weihnachtsmann steigen in die Fluten. Das ist auch im Mittelmeer im Dezember eine Mutprobe, denn mehr als sechs Grad hat das Wasser nicht.

Am Amazonas, Brasilien

Weihnachtsmann verteilt Päckchen im Amazonasbecken

Als der Weihnachtsmann in disen Tagen mit dem Einbaum auf Cumbu vorbeischaute, einer der vielen Inseln im Mündungsbereich des Amazonas an der Küste Brasiliens, zeigte das Thermometer 31 Grad im Schatten, das Wasser war mit 28 Grad kaum kälter als die Luft und die Wahrscheinlichkeit, dass es regnen würde lag mit nur 20 Prozent erstaunlich niedrig. Denn es regnet viel und es regnet oft im Amazonasbecken. 85 Prozent Luftfeuchtigkeit – da freut sich der Regenwald, der hier das zweitgrößte zusammenhängende Waldgebiet der Erde ausmacht (und etwa fünf Prozent der Landfläche der Erde abdeckt). Statt Gänsebraten kommen im Amazonasgebiet übrigens an Weihnachten gegrillte Piranjas auf den Tisch.

Kapstadt, Südafrika

Klar, es ist schon ein bisschen exaltiert, zum Weihnachtsshopping nach Südafrika zu fliegen. Da jault der Ökologe in uns. Obwohl, lohnen würde sich die Sache nicht nur wetterbedingt, weil am Happy End Afrikas jetzt der Frühling beginnt und man seine Einkäufe, zum Beispiel in den vielen Geschäften an der Victoria Waterfront von Kapstadt bei herrlich milden Temperaturen erledigen kann. Anreiz ist auch der derzeit sensationell günstige Wechselkurs. 11,25 Rand gibt es gerade für einen Euro. Und das Flugticket mit South African Airways nach Südafrika gibt es ab 890 Euro inklusive Steuern und Gebühren.

New York, USA

Klar, dass der bekannteste Weihnachtsbaum der Welt in New York steht. 25 Meter ragt er am Rockefeller Center in den Himmel, acht Kilometer lang ist die Lichterkette, mit der er umwickelt wird und an der 30.000 Kerzen hängen. Auch die Weihnachtsmänner sind in New York immer ein bisschen früher dran als sonstwo auf der Welt. Schon Ende November starten sie zur Sidewalk Santa Parade durch die Straßen von Manhattan, um Geld für Bedürftige zu sammeln. 110 Jahre alt ist diese New Yorker Vorweihnachtstradition.

ch

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