Alles im grünen Bereich

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Kleeblatt auf der Wange - am St. Patrick's Day ist das in Dublin an jeder Ecke zu sehen.

Grün ist die irische Nationalfarbe und Iren tragen die Farbe als Zeichen ihre Heimatverbundenheit. Am 17. März feiern die Iren den Nationalheiligen St. Patrick mit grüner Kleidung und Paraden.

Und wenn die Iren feiern, feiert die ganze Welt den St. Patrick's Day am 17. März. Irische Emigranten in New York, Boston, Chicago oder München und auch Nicht-Iren feiern diesen Tag.  

Wer aber ist dieser St. Patrick? Und warum wird gerade dieser Heilige so intensiv verehrt?

Allzu viele historisch gesicherte Fakten gibt es gar nicht über ihn. Er soll Ende des vierten Jahrhunderts in England geboren worden sein, vermutlich als Sohn römischer Gutsbesitzer, die in Britannien lebten, und als junger Bursche von Piraten entführt und nach Irland verkauft worden sein, wo er vermutlich im Gebiet der heutigen nordirischen Provinz Ulster Schafe hütete. Dabei habe er Trost im Christentum gefunden. Nach seiner Flucht – angeblich auf Geheiß eines Engels – nach Hause und einer Ausbildung zum Priester ereilte ihn aber der Ruf Gottes, wieder auf die unchristliche Insel zurückzukehren und den Iren den christlichen Glauben zu bringen. Dies tat St. Patrick dann und missionierte rund 30 Jahre lang auf der grünen Insel. Am 17. März 460, also vor 1550 Jahren, soll er gestorben sein, andere Quellen geben allerdings als Todesjahr 461 oder sogar 493 an.

DIE PARADE IN MÜNCHEN

Seit 1996 findet auch in München eine Parade zum St. Patrick’s Day statt – und zwar immer am Sonntag vor dem Feiertag. Was einst mit gerade einmal 300 Zuschauern begann, hat sich inzwischen zur größten St.-Patrick’s-Parade auf dem europäischen Kontinent entwickelt, an der bis zu 30 000 Menschen teilnehmen. Heuer startet der Umzug am 14. März um 14.30 Uhr und führt von der Münchner Freiheit über Leopold- und Ludwigstraße zum Odeonsplatz, wo mit einem Bühnenprogramm der Abschluss stattfindet. Die Auftakt-Party findet am Samstag im Hacker-Pschorr-Bräuhaus statt (Eintritt 10 Euro). Weitere Informationen zur Party und zur Parade stehen im Internet unter www.stpatricksday.de.

Während der drei Jahrzehnte, die er in Irland missionierte, hat Patrick angeblich über 120 000 Iren zum Christentum bekehrt und 300 Kirchen, Klöster und Schulen gebaut, also viele Spuren hinterlassen – und dementsprechend viele Orte nehmen für sich heute in Anspruch, dass er dort gewirkt hat. Rund 35 000 Pilger kommen beispielsweise jährlich zu Station Island, einer kleinen Insel im Lough Derg im County Donegal, wo Patricks Purgatorium war, also sein geistiger Reinigungsort. Fast ebenso viele steigen Jahr für Jahr auf den 764 Meter hohen Croagh Patrick im County Mayo in Westirland, wo im Jahr 441 der Heilige 40 Tage fastete und anschließend eine Kapelle baute. Der Legende nach warf Patrick eine Glocke von dem Berg und vertrieb so die giftigen Schlangen aus Irland – die es aber noch nie auf der Insel gegeben hatte. Es dürfte eher das symbolische Bild für die Vertreibung des heidnischen Druiden-Kults sein. Ein weiterer wichtiger Ort in der Verehrung St. Patrick’s ist die Kathedrale von Down in Downpatrick im nordirischen County Down. Dort soll der Heilige begraben sein. Das gleich nebenan gelegene Saint Patrick Centre nimmt für sich in Anspruch, die einzige Dauerausstellung weltweit zu sein, die dem Heiligen gewidmet ist.

Irland

Neben der Christianisierung Irlands hat sich Patrick auch um die Bildung verdient gemacht. Er brachte den Iren Lesen und Schreiben bei und erreichte so, dass Geschichten nun nicht mehr bloß weitererzählt, sondern niedergeschrieben wurden. Bei all diesen Verdiensten ist es also kein Wunder, dass der Todestag des heiligen Patrick zum Nationalfeiertag wurde, der – wegen der vielen in der Diaspora lebenden Iren – auf der ganzen Welt mit Paraden gefeiert wird. Dass am St. Patrick’s Day alles Grün wird, liegt an der Nationalfarbe Irlands. Mit Kleidung in dieser Farbe zeigen Iren ihre Heimatverbundenheit, und alle anderen demonstrieren ihre Sympathie mit dem Volk von der kleinen Insel.

Volker Pfau

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Länderinfos zu Irland

Irlands wilder Südwesten

REISEZIEL Die Insel ist etwa 84 500 Quadratkilometer groß und hat knapp sechs Millionen Einwohner, wobei etwa 4,2 Millionen Menschen in der Republik Irland leben und 1,8 Millionen in Nordirland. Die Republik Irland ist eine parlamentarische Demokratie mit einem Präsidenten. Nordirland besitzt eine eigene regionale Regierung, gehört aber zum Vereinigten Königreich.

ANREISE Aer Lingus fliegt von München aus mehrmals wöchentlich nonstop nach Belfast und Cork sowie mehrmals täglich nonstop nach Dublin. Preise: ab je rund 100 Euro (Hinund Rückflug). Info und Buchung im Reisebüro oder im Internet unter www.aerlingus.com.

AUSSTELLUNG Das Saint Patrick Centre in Downpatrick (liegt zwischen Dublin und Belfast) ist die einzige permanente Ausstellung, die dem Heiligen gewidmet ist. Es liegt gleich neben der Kathedrale, in der Patrick begraben sein soll. Geöffnet täglich, Eintritt Erwachsene 4,95 Pfund (rund 5,50 Euro). Anschrift: 53a Lower Market Street, Downpatrick, County Down, Nordirland, Tel. 0044/28/44 61 90 00, Internet: www.saintpatrickcentre.com.

FESTIVAL Vom 12. bis 17. März findet irlandweit das St.-Patrick’s- Day-Festival statt. Weitere Infos und das Programm stehen im Internet unter www.stpatricksfestival.ie.

GELD Die nationale Währung der Republik Irland ist der Euro, in Nordirland (ebenso wie im übrigen Großbritannien) ist das Britische Pfund (GBP) Landeswährung. 1 GBP entspricht rund 1,10 Euro.

AUTOFAHREN Auf der gesamten Insel gilt Linksverkehr. In der Republik Irland werden Entfernungen und Geschwindigkeiten im metrischen System angegeben, in Nordirland wird in Meilen gemessen.

WEITERE INFOS Irland Information, Tourism Ireland, Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt am Main, Tel. 069/66 80 09

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