Leerstehende Räume

Gibt es "Notfall-Kabinen" auf Kreuzfahrtschiffen wirklich?

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"Notfallkabinen" auf der Kreuzfahrt - gibt es sie wirklich?

Daniel Küblböck soll vor dem tragischen Ereignis einen sogenannten Notfall-Raum erhalten haben, der für Reisende an sich nicht buchbar ist. Gibt es diesen wirklich?

Im Zusammenhang mit dem Unglück von Entertainer Daniel Küblböck wurde davon berichtet, der junge Mann sei vor seinem angeblichen Sprung von Bord des Schiffes in eine Notfallkabine verlegt worden. Gibt es derartige Kabinen wirklich? Und was hat es damit auf sich?

Notfall-Räume auf Kreuzfahrtschiffen: Gibt es sie?

Wie die Bild berichtete, sei der Ex-DSDS-Star an Bord der AIDAluna in eine andere Kabine verlegt worden. Küblböck soll von Deck 6 auf Deck 5 verlegt worden sein. Dort sei er in einem sogenannten Notfall-Raum untergebracht worden. Angeblich eine Kabine, die für Reisende im Normalfall nicht buchbar ist.

Nun aber schreibt das Portal Schiffe und Kreuzfahrten, derartige Kabinen würden gar nicht existieren. Es würden zwar in bestimmten Situationen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes Passagiere die Kabine wechseln müssen. Jedoch gäbe es keine Notfall-Räume.

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Leere Kabinen auf dem Kreuzfahrtschiff: Das ist der Grund dafür

Zudem entspreche es nicht der Wahrheit, dass eine Kabine, nämlich die mit der Nummer 5235, auf der AIDAluna immer leer bliebe. Bei dieser Kabine handle es sich um eine einfache Balkonkabine. Dass diese frei gewesen sei, läge ganz einfach daran, dass es auf Kreuzfahrten stets ein paar freie Kabinen gäbe.

Denn falls es irgendwo zu Störungen oder Defekten, etwa technischer Art kommen sollte, könnten Passagiere in eine andere Kabine verlegt werden, bis die Störungen behoben seien. Ist also etwa die Klimaanlage kaputt, könnten die Bewohner der betroffenen Kabine für eine Weile einen anderen Raum beziehen.

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Was passiert auf der Kreuzfahrt mit Passagieren, die kriminell in Erscheinung treten?

Was passiert nun aber, wenn ein Passagier an Bord des Kreuzfahrtschiffes eine Straftat verübt? Gefängnisse gibt es an Bord nämlich keine. "Das macht man dann in einer der Kabinen", so Kreuzfahrt-Experte Helge Grammerstorf, National Director vom Kreuzfahrtverband CLIA Deutschland gegenüber dem Reise-Portal Travelbook.

Manchmal kommen "Störenfriede" auch in einen leeren Raum, der nicht genutzt wird. Diese wird im Volksmund gerne mal als "Bordgefängnis" bezeichnet, ist aber an sich keines. Wenn sich jemand aber "nur" danebenbenimmt, also aggressiv auftritt oder sehr stark alkoholisiert ist, wird meist lediglich sichergestellt, dass sich die Person wieder beruhigt.

Dort könne der Kapitän des Kreuzfahrtschiffes entscheiden, auf welche Weise die kriminelle Person festgehalten wird. Oft reiche die Verriegelung der Tür und ein Matrose, der sich davor postiert, aus. Der Kapitän könne auch darüber urteilen, ob die betreffende Person gefesselt werden muss. Das geschehe aber immer unter ärztlicher Aufsicht.

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sca

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