Krimitour und Seeadlersichtung

Neue Routen für Radler in Niedersachsen

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"Ackerschnackertour" bis "Hufeisenroute": In Niedersachsen können Radreisende auf verschiedenen Themen-Radrouten Land und Leute kennenlernen. Foto: Ingo Wagner

Für Radtouristen im Norden beginnt die Saison - und viele Regionen in Niedersachsen haben in diesem Jahr neue Touren ausgearbeitet. Dabei können Radler zwischen Weser, Ems und Küste einiges über Land und Leute lernen. Doch es gibt auch Touren mit Gruselfaktor.

Hameln (dpa) - Krimitour in Ostfriesland oder Seeadler beobachten an der Weser: Die Angebote für Radreisende im Nordwesten sind vielfältig. "Jeder Fünfte fährt in seinem Urlaub in Niedersachsen Fahrrad", sagt Karin Werres von der Tourismus Marketing Gesellschaft Niedersachsen.

Die Tourismus Marketing Gesellschaft unterstützt Kommunen dabei, sich als Radregionen zu profilieren - etwa durch die Ausbildung von Streckenwarten. "Wir haben in den vergangenen Jahren über 50 Routeninspekteure ausgebildet", sagt Werres. Die Inspekteure überprüfen etwa, ob die Wege gut ausgeschildert sind. "Eine gute Wegweisung ist auch Marketing", sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende des ADFC, Frank Hofmann.

Doch es werden nicht nur neue Routen ausgewiesen, viele Regionen setzen auch darauf, bekannte Touren zu verbessern und auszubauen.

- Weserbergland: Der Naturpark Weserbergland bietet eine neue Rundtour, die größtenteils auf der Trasse des Weserradwegs zwischen Rinteln und Hessisch Oldendorf verläuft. "Das Thema ist unsere Naturlandschaft, wie sie sich im Laufe der letzten Jahrtausende entwickelt hat", sagt Naturpark-Geschäftsführer Karl-Heinz Buchholz. Auf 35 Kilometern verteilen sich bei der Tour "WeserErleben" acht Erlebnisstationen. Zwischendurch kann der Fluss mit einer Seilfähre überquert werden. Ein Highlight der Tour ist die Auenlandschaft Hohenrode, eine renaturierte Kiesgrube mit Aussichtsturm: Mit etwas Glück bekommen Radler dort Seeadler zu Gesicht. Und am 16. Juni lädt das Weserbergland wieder zum Felgenfest ein: Dann werden zwischen Bodenwerder und Rinteln 50 Straßenkilometer für Autos gesperrt, damit Radler freie Fahrt haben.

- Ostfriesland: Norden-Norddeich bietet Ausflüge mit Gänsehautfaktor: Dort können Radler den Spuren der Ostfriesenkrimis von Klaus-Peter Wolf folgen. Ein 33 Kilometer langer Rundkurs führt per Handy und Geokoordinaten zu vier Stationen, an denen Krimi-Kurzgeschichten des Autors gehört werden können. Ende Mai lädt das Nordseeheilbad zudem zu einer geführten Krimi-Radtour ein, bei der Drehorte und Schauplätze des "Ostfriesenkillers" angesteuert werden.

Weniger blutig geht es auf dem Rundkurs "Land und Leute" zu, den Landfrauen entwickelt haben. Dort können sich Radler auf ihrer Tour über Themen wie Schafhaltung, Windenergie und Deichbau informieren. "2017 wurde die Tour vollständig überarbeitet und aktualisiert", sagt Ilona Eilts von den Wirtschaftsbetrieben der Stadt Norden.

- Osnabrücker Land: "Erlebniswert wird immer mehr gefordert", sagt Tim Trentmann vom Tourismusverband Osnabrücker Land. Die Region bietet 2800 Kilometer beschilderte Radwege, etwa die 52 Kilometer lange "Ackerschnackertour" rund um Quakenbrück. Dort gibt es sieben Hörstationen, an denen Döntjes und Wissenswertes zur Region und zur plattdeutschen Sprache erzählt werden. Neu ist zudem die 100 Kilometer lange "Hufeisenroute", die an den Kämmen von Wiehengebirge und Teutoburger Wald verläuft - vorbei an Großsteingräbern, einer Burgruine und einem Kirschlehrpfad.

- Bremen: Die Hansestadt hat ihre Touren um eine "Nord-Radrunde" erweitert. Sie führt über 50 Kilometer von Bremen-Mitte in den nördlichen Stadtteil Vegesack und zurück - vorbei an Deichen und Häfen. Am 30. April beginnen im kleinsten Bundesland zudem die "Film Night Rides": In Bremen und Bremerhaven werden dann unter freiem Himmel aktuelle Kurzfilme gezeigt. Die Zuschauer schwingen sich gemeinsam in den Sattel und radeln zu einem vorab ausgewählten Ort, wo der Film gezeigt wird, die Organisatoren nehmen den Beamer dafür auf einem Lastenrad mit.

- Aller: Frischer Wind weht am Allerradweg, seit September vergangenen Jahres hat der bis nach Verden führende Kurs eine neue Koordinierungstelle in Celle. Nach Angaben von Andrea Lyß von der Celle Tourismus Marketing wird mit Hochdruck an einem neuen Handbuch und einem neuen Internetauftritt gearbeitet, zudem werden Sterntouren entlang der Route entwickelt. "Damit der Radfahrer in der Region verweilt, sich die Natur, die Stadt, die Angebote links und rechts vom Allerradweg anguckt", sagt Lyß.

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