Studie: Viele Lehrer denken an Frühpensionierung

Hamburg - Viele Lehrer halten ihren Beruf für so stressig, dass sie ihn nicht bis zur Rente ausüben können. Das ergab eine Studie der Krankenkasse DAK. Was die größten Probleme der Lehrer sind:

Nur weniger als die Hälfte der Lehrer in sieben Bundesländern glaubt nach einer von der Krankenkasse DAK in Auftrag gegebenen Studie, bis zum gesetzlichen Pensionsalter arbeiten zu können. Sie glauben, dass sie vorzeitig in den Ruhestand gehen müssen. Unter den von der Leuphana Universität Lüneburg befragten Pädagogen leiden mehr Lehrerinnen unter Schulstress.

“Zeitdruck, fehlende Erholungspausen und große Leistungsunterschiede bei den Schülern belasten die Lehrer am meisten“, sagte Cornelius Erbe von der DAK. Für die Studie wurden knapp 1300 Lehrer im Alter zwischen 24 und 65 Jahren über drei Jahre hinweg jeweils im Mai an 29 Schulen befragt.

Rund 16 Prozent dieser Pädagogen glauben, dass sie gesundheitlich nicht in der Lage sein werden, bis zur Pensionsgrenze zu arbeiten. 44 Prozent sind sich nicht sicher, ob sie so lange arbeiten können. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes erreichten 2009 rund 40 Prozent der Lehrer die Regelaltersgrenze von 65 Jahren. 11 Prozent hätten einen Antrag auf Frühpensionierung mit 60 gestellt, teilte ein DAK-Sprecher mit.

Am stärksten leiden die Lehrer der Studie zufolge darunter, dass sie nach der Arbeit nicht abschalten können. Jeder dritte sei emotional hoch beansprucht, fühle sich “wie ein Nervenbündel“ oder reagiere ungewollt gereizt. “Emotionale Beanspruchungen treten häufiger an Schulen auf, an denen die Schulleitung weniger mitarbeiterorientiert ist und es Unstimmigkeiten oder Streit mit dem Kollegium gibt“, erläuterte Projektleiter Prof. Lutz Schumacher von der Leuphana Universität Lüneburg.

Befragt wurden Pädagogen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Thüringen.

dpa

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