Studie

Das machen Ärzte, während Sie auf dem OP-Tisch liegen

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Wenn Ärzte operieren, geht es nicht immer nett zu.

Ärzte hantieren im OP nicht nur mit dem Skalpell, sondern unterhalten sich auch mit Kollegen. Eine Studie zeigt, um was es dabei geht - und wann es Zoff gibt.

Während Operationen, die nicht selten über Leben und Tod entscheiden, unterhalten sich Ärzte nicht nur über Medizinisches. Die Patienten auf dem OP-Tisch bekommen in Vollnarkose davon nichts mit - sehr wohl aber ein Forscher-Team der Emory University in Atlanta (USA), die sich ausgiebig mit der Kommunikation im OP beschäftigt hat.

Darüber unterhalten sich Ärzte während einer Operation

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die amerikanischen Forscher im Fachmagazin Proceedings der amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Dabei kam heraus, dass sich die Operateure bei privaten Gesprächen im OP über durchaus gängige Themen unterhalten, etwa das Wetter, Fußball, den nächsten Urlaub oder Krankenhaus-Tratsch

Das sei laut der Mediziner ein gutes Zeichen, denn "wenn über die Pläne fürs Wochenende geredet wird oder Witze erzählt werden, bedeutet das, dass das Team nicht gestresst ist und alles gut läuft."

Streit im OP - diese Personen fallen besonders oft negativ auf

Doch während der OPs komme es in drei Prozent der Fälle auch zu Konflikten im Team. Die Forscher stellten dabei fest, dass der Streit vor allem von Männern ausgehe - und auffällig oft vonChirurgen

Dabei spielt die Hierarchie offensichtlich eine große Rolle: In 80 Prozent aller Konflikte ging der Streit vom Ranghöheren aus. In Zweidritteln davon sei der "Streithahn" der behandelnde Chirurg. Die Hierarchie lautet: behandelnder Chirurg, Assistenzchirurg, Anästhesist, OP-Schwestern. 

Außerdem seien Konflikte und Rivalitäten typischerweise zwischen gleichgeschlechtlichen Kollegen üblich - also zwischen Männern bzw. zwischen Frauen. 

Doch Patienten müssen keine Angst haben, dass sich die Ärzte während ihrer OP "an die Gurgel" gehen: 98 Prozent der Streits sollen laut der Forscher niederschwellig gewesen sein. Das heißt, die Kollegen seien etwa kurz angebunden gewesen oder hätten sich verbal unterbrochen. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Operationssaal ein Mikrokosmos typischer, sozialer Tendenzen der Primaten ist", meint Studienautor Frans de Waal gegenüber der dpa. 

So führten die Forscher ihre Studie durch

Während ihrer Forschungen zum sozialen Verhalten in OPs beobachteten die Wissenschaftler in den Jahren 2014 bis 2016 das Verhalten aller Beteiligten während 200 Operationen. Dabei kam es zu rund 6.000 spontanen Kommunikationen, die keine technischen Informationen enthielten.

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