Außereheliche Beziehung ist kein Kündigungsgrund

Straßburg - Kirchen dürfen Mitarbeitern bei außerehelichen Beziehungen nicht automatisch kündigen. Vielmehr muss die Position des Mitarbeiters innerhalb der Kirche berücksichtigt werden

Das stellte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Donnerstag in zwei Urteilen fest. In einem Fall erklärten die Straßburger Richter die Kündigung eines Chorleiters in der katholischen Kirche für menschenrechtswidrig. Der Mann hatte sich von seiner Ehefrau getrennt und lebte mit einer neuen Partnerin zusammen, die ein Kind von ihm erwartete.

Im zweiten Fall billigte der Menschenrechtsgerichtshof dagegen die Kündigung eines Mormonen, der Direktor für Öffentlichkeitsarbeit war und ein außereheliches Verhältnis hatte. Da der leitende Mitarbeiter als Mitglied der Mormonen die strengen Treuevorschriften kannte und die Glaubensgemeinschaft in herausragender Position nach außen vertrat, stelle seine Kündigung keinen Verstoß gegen die Achtung seines Privat- und Familienlebens nach der Europäischen Menschenrechtskonvention dar, erklärten die Straßburger Richter.

(Aktenzeichen: Europäischer Menschenrechtsgerichtshof Beschwerdenummer 425/03 und 1620/03)

dapd

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