Report untersucht Arzneirisiken für Frauen

Das sind die größten Arzneirisiken bei Frauen

Berlin - Eine Untersuchung hat die die Wirkung von Arzneimitteln bei Frauen unter die Lupe genommen. Diese Risiken lauern:

Frauen bekommen mehr Psychopharmaka als Männer. Ist das gerechtfertigt? Dieser und anderen Fragen zur Medizin-Versorgung bei Frauen und Männern will eine neue Studie auf den Grund gehen.

Gesundheitsforscher haben Unterschiede in der Arzneimitteltherapie bei Frauen und Männern unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse werden heute (Dienstag/10.00) mit dem Arzneimittelreport 2012 der Krankenkasse Barmer GEK in Berlin vorgestellt.

Bereits seit längerem ist bekannt, dass Frauen mehr Psychopharmaka bekommen und Männer mehr Herzkreislaufmittel. Die Studienautoren wollen klären, warum dies so ist und ob die Unterschiede immer medizinisch gerechtfertigt sind.

Schon 2004 deckte eine Enquetekommission des Landtags in Nordrhein-Westfalen entsprechende Versäumnisse im Gesundheitswesen auf. So würden Herzinfarkte bei Frauen oft später erkannt - und später richtig behandelt als bei Männern. Der Arzneimittelreport 2012 will diesen und anderen Fragen nach heutigem Wissensstand auf den Grund gehen.

Auch ein vom Robert Koch-Institut herausgegebener Bericht über “Gesundheit von Frauen und Männern in mittleren Lebenslagen“ kam vor einigen Jahren zu dem Ergebnis, dass Ärzte bei Frauen und Männern oft unterschiedliche Maßstäbe anlegen. So komme es vor, dass sie die gleichen Symptome bei Frauen und Männern unterschiedlich deuten.

Die Grünen-Gesundheitspolitikerin Birgitt Bender forderte zudem bereits, dass bei der Zulassung und Prüfung von Arzneimitteln stärker auf Unterschiede bei Frauen und Männern geachtet wird. “Die Bundesregierung hat kein Interesse, hier Abhilfe zu schaffen“, lautete Benders Fazit zur Antwort der Regierung auf eine entsprechende kleine Anfrage der Grünen-Fraktion.

dpa

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