Studie: Versorgung von Alzheimer-Patienten mangelhaft

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Der Neurologe Prof. Dr. med. Richard Dodel untersuchte die Versorgungsqualität von rund 400 Patienten mit der Alzheimer-Krankheit.

Die Betreuung von Alzheimer-Patienten in Deutschland ist mangelhaft. Obwohl es moderne Standards für Diagnose und Behandlung werden diese, laut einer aktuelle Studie, im Alltag kaum umgesetzt.

Nur etwa zehn Prozent von ihnen werden mit modernen Untersuchungsverfahren (z.B. neuropsychologische Tests, Bildgebung) untersucht, weniger als die Hälfte erhält die zur Verfügung stehenden Medikamente. Die Behandlungskosten sind dennoch hoch: Sie beliefen sich pro Patient und Jahr auf rund 18 500 Euro, davon wurden etwa 8800 Euro durch die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen verursacht.

"Unsere Studie zeigt eindeutig, dass die modernen Standards der Diagnose und Behandlung, wie sie in den Behandlungsstandards, den Leitlinien, beschrieben sind, nur unzureichend im Betreuungsalltag umgesetzt werden", sagt Studienleiter Professor Richard Dodel, Neurologe am Universitätsklinikum Marburg.

Insgesamt wurden rund 400 Alzheimer-Patienten untersucht, teilte heute die Deutsche Gesellschaft für Neurologie mit. In Deutschland sind rund eine halbe Million Menschen von der Erkrankung betroffen. Erstmals wurde die Qualität der Versorgung von Patienten auf verschiedenen Versorgungsebenen wie Kliniken, Pflegeheime, hausärztlicher oder fachärztlicher Betreuung eingehend untersucht.

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