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Rente in Deutschland: Jeder dritte Berufstätige bereitet frühzeitigen „Ruhestand“ vor

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Von: Judith Braun

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Rente mit 70? Der Vorschlag führender Ökonomen stößt auf Unmut. Schließlich plant jeder dritte Berufstätige in Deutschland, früher in Rente zu gehen.

München – Immer mehr Deutsche träumen von einem vorzeitigen Ende des regulären Arbeitslebens. Gerade jüngere Menschen sehnen sich nach selbstbestimmter Freiheit und die Möglichkeit, früher als zum gesetzlichen Rentenalter von 65 beziehungsweise 67 Jahren in den „Ruhestand“ zu gehen. Sie möchten etwas von ihrem Leben haben und nicht erst frei von beruflichen Verpflichtungen sein, wenn die Gesundheit und das Alter eventuell nicht mehr mitspielen.

Rente in Deutschland: Jeder dritte Berufstätige will früher in „Ruhestand“

Jeder dritte Berufstätige plant jetzt schon den frühzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben, um früher in Rente gehen zu können.
Jeder dritte Berufstätige plant jetzt schon den frühzeitigen Ausstieg aus dem Arbeitsleben, um früher in Rente gehen zu können. (Symbolbild) © Daniel Ingold/IMAGO

Der Vorschlag führender Ökonomen, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen, stößt nicht nur bei Kollegen auf Unmut. Als „groben Unfug“ bezeichnete Prof. Axel Börsch-Supan die Idee, so der steigenden Inflation entgegenzuwirken. Selbst Bundesarbeitsminister Hubertus Heil lehnt ein höheres Rentenalter ab. Und auch für die breite Bevölkerung muss der Vorschlag wie Hohn klingen. Laut „FAZ Online“ träumt schließlich jeder dritte Berufstätige in Deutschland nicht nur davon, früher in Rente zu gehen, sondern plant es bereits. Das geht aus den Daten einer repräsentativen Umfrage hervor, die der „FAZ“ vorliegen. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov befragte im Auftrag des Vermögensverwalters Fidelity International im April 2022 gut 2000 berufstätige Deutsche ab einem Alter von 18 Jahren. Für einen vorgezogenen „Ruhestand“ muss allerdings finanziell gesorgt sein.

Um ihren Plan umzusetzen und frühzeitig aus dem Arbeitsleben auszuscheiden, wenden die Befragten verschiedene Strategien an. 47 Prozent der Teilnehmer zahlen regelmäßig einen Teil ihres Gehalts in eine private Altersvorsorge ein. Das können private Rentenversicherungen, ETF- und Fonds-Sparpläne sein. Auch eine betriebliche Altersvorsorge über den Arbeitgeber ist für ein Drittel der Befragten eine Option. Trotz steigender Inflationsrate und magerer Zinsen setzt ein weiteres Drittel der Umfrage-Teilnehmer weiterhin auf das Einzahlen auf ein Tages- und Festgeldkonto sowie Spar- und Girokonten.

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Früher in Rente gehen wegen Krankheit

Während sich inzwischen Arbeitnehmer also freiwillig auf einen vorzeitigen Austritt aus dem Arbeitsleben vorbereiten, gibt es Berufstätige, die aufgrund einer Krankheit nicht mehr arbeiten wollen oder können. So berichtet die Deutsche Rentenversicherung von immer mehr Post-Covid-Fällen in Deutschland. Dabei hat derjenige Anspruch auf Erwerbsminderungsrente, der zu krank ist, um mehr als sechs Stunden am Tag zu arbeiten. Allerdings fällt auch diese Rente meist nicht gerade üppig aus. Insbesondere bei Betroffenen, die nur ein geringes Einkommen bezogen oder nur kurze Zeit gearbeitet haben. Zudem müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein, damit man eine Erwerbsminderungsrente beziehen kann.

Zur Grundvoraussetzung zählt beispielsweise, dass die Regelaltersgrenze nicht überschritten ist, zu welcher die Betroffenen normalerweise in den Ruhestand gehen. Außerdem müssen die Betroffenen mindestens fünf Jahre Beiträge in die gesetzliche Versicherung einbezahlt haben. In den fünf Jahren, bevor der Rentenantrag gestellt wird, müssen mindestens drei Jahre Beiträge gezahlt worden sein. Ausnahmen bilden Berufskrankheiten oder Fälle, bei denen ein Arbeitsunfall die Ursache für die Frührente sind. Daneben gelten weitere Bedingungen, um den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente geltend zu machen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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