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Zu hoher Puls: Dauerhaft mehr als 90 Schläge pro Minute ist kritisch

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Von: Laura Knops

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Herzrasen muss nicht direkt auf eine Krankheit hindeuten. Trotzdem ist es ratsam sein Herz gründlich untersuchen zu lassen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Herzschwäche gehören in Deutschland immer noch zu den häufigsten Todesursachen. Zu den bekanntesten Risikofaktoren zählen dabei neben einem hohen Blutdruck auch ein zu hoher Puls. Steigt der Ruhepuls plötzlich an und schlägt das Herz kräftig, ist das zwar erst mal unangenehm. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden jedoch so schnell, wie sie gekommen sind. Wer sein rasendes Herz allerdings dauerhaft ignoriert, kann dem Organ damit enorm schaden. Denn das häufige Schlagen ist für den Kreislauf besonders anstrengend. Bei welcher Herzfrequenz Sie aufmerksam werden sollten und wann ein zu hoher Pulswert kritisch ist.

Gefährlicher Pulswert? Ab diesem Wert wird es kritisch

Rund 60 bis 90 Mal pro Minute schlägt ein gesundes Herz. Die normale Pulsfrequenz bleibt dabei jedoch nicht durchgehend konstant. Faktoren wie Alter, Anstrengung und Trainingszustand beeinflussen den Puls. So pumpt das Herz von Profisportlern nur etwa 40 Mal, bei Freizeitsportlern dagegen rund 60 bis 70 Mal pro Minute.

Es ist ein Blutdruckmessgerät zu sehen.
Ein zu hoher Puls kann schnell gefährlich werden, denn er belastet den Körper enorm. © YAY Images / Imago

Von einem zu schnellen Herzschlag sprechen Experten ab 100 Schlägen pro Minute. Geht der Puls in die Höhe, ist dies allerdings noch kein Grund zur Sorge. Denn ein kurzfristig erhöhter Puls ist lediglich eine Anpassungsreaktion des Herzens auf eine akute Belastung. Machen wir Sport, benötigen die Muskeln mehr Sauerstoff – es muss also mehr Blut in den Kreislauf gebracht werden. Ein während dem Sport dauerhaft erhöhter Puls kann daher auch ein Zeichen von mangelnder Kondition sein.

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Gefährlicher Pulswert? Wann Sie zum Arzt müssen

Ein niedriger Puls gilt dagegen als besonders gesund. So ergab eine Untersuchung der Uniklinik Saarbrücken, dass gesunde Menschen mit einem niedrigen Ruhepuls länger leben als Menschen mit einem erhöhten Puls. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass ab einem Ruhepuls von mehr als 70 Schlägen pro Minute das Risiko, in den nächsten neun Jahren zu sterben, um etwa 60 Prozent ansteigt. Liegt die Pulsfrequenz im Ruhezustand dauerhaft bei mehr als 90 Schlägen pro Minute, sollte dies ärztlich untersucht werden.

Ein rasender Puls belastet das Herz und kann auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten. Kehrt das Herzrasen immer wieder oder bleibt die Ruhefrequenz über längere Zeit erhöht, sollten Sie zum Arzt gehen und die Ursachen abklären lassen. Herzrasen sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Gefährlicher Pulswert? Die häufigsten Ursachen

Ein zu hoher Puls kann verschiedene Ursachen haben. So kann Herzrasen ein Zeichen von zu viel Stress oder Unruhe sein. Aber auch bestimmte Lebensmittel sowie psychische Ursachen können dahinterstecken.

Das sind die häufigsten Ursachen von plötzlich auftretendem Herzrasen:

Wer ein gesundes Herz hat, kann mit Ausdauertraining seinen Körper stärken und so langfristig die Pulsfrequenz senken. Neben einer gesunden Ernährung, können zudem Entspannungsübungen wie Yoga, Atemtraining und Tai Chi dabei helfen, den Pulsschlag zu beruhigen und zu trainieren. Wer unter einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leidet, sollte das Training allerdings behutsam angehen und Veränderungen mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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