Schon 136 Grippetote

Experten vermuten: Neuer Grippe-Virus kann Herzinfarkt auslösen

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Das Robert-Koch-Institut rät jedem zu einer Grippeschutzimpfung. Doch diese hilft nur bedingt.

Die Grippewelle hat Deutschland gerade fest im Griff. Es soll bereits 136 Grippetote geben. Doch Ärzte kritisieren jetzt den empfohlenen Impfstoff – und geben Alarm.

Die Grippewelle rollt gerade über Deutschland – besonders der Süden und Osten sind von einer stark erhöhten Influenza-Aktivität betroffen. Das Robert-Koch-Institut vermeldet in der dritten Februarwoche 2018 bereits 23.379 Grippefälle und bestätigt zudem bereits 136 Grippetote.

Ärzte kritisieren: Ausgegebener Dreifach-Impfstoff ist unzureichend

Viele Deutsche überlegen nun, ob eine Grippeschutzimpfung sinnvoll ist. Schließlich übernehmen einige gesetzliche Krankenkassen noch bis März 2018 die Kosten – allerdings nur für die von der Impfkommission empfohlenen trivalenten, also Dreifach-Impfstoffe.

"Dreifach-Impfstoffe beinhalten Antigene von zwei A-Varianten und einer B-Variante. Vierfach-Impfstoffe beinhalten dieselben Antigene wie die Dreifach-Impfstoffe und zusätzlich die Antigene von einem weiteren B-Virus", informiert die Seite impfen-info.de, die das Paul-Ehrlich-Institut empfiehlt.

Dominanter B-Virus Typ Yamagata hat Deutschland fest im Griff

Das Pikante daran: Genau dieser "weitere B-Virus" soll derzeit hierzulande hauptsächlich grassieren. Das heißt konkret: Die Grippeschutzimpfung ist somit wirkungslos. Das kritisiert auch Tobias Welte, Direktor der MHH-Klinik für Pneumologie in Hannover gegenüber Bild Online. Sein bitteres Fazit: Es wurde von Anfang an ein unzureichender und falscher Impfstoff ausgegeben.

Auch interessant: Ab wann ist eine Grippeschutzimpfung überhaupt sinnvoll?

Doch als ob das nicht reiche, warnt Welte zudem davor, dass dieser B-Virus vom Typ Yamagata das Herz angreifen könne. Das wäre besonders fatal für ältere Menschen, (Klein-)Kinder oder auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Leiden.

Influenzaviren steigern Herzinfarktrisiko? Was Sie dagegen tun können

Weltes Befürchtung speist sich auch aus seiner Erfahrung: Seit Anfang 2018 sollen bereits 92 Herzinfarkt-Patienten in die MHH eingeliefert worden sein. Auch sein Kollege Johann Bauersachs, Direktor der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie, vermutet, dass die hohe Influenza-Rate direkt mit einem erhöhten Herzinfarkt-Risiko einhergehe. Daher wird nun empfohlen, Risikogruppen jetzt noch den Vierfachimpfstoff zu verabreichen.

Erfahren Sie hier, wer Kosten für eine Grippeschutzimpfung in Deutschland wirklich übernimmt - und wann es lebenswichtig wird.

Zwar werden die Kosten dafür bei Gesunden nicht übernommen - doch es lohnt sich, wenn sie einer Risikogruppe angehören, mit dem behandelnden Hausarzt bzw. der zuständigen Krankenkasse zu sprechen, ob es möglich sei. Wenn diese schließlich eine medizinische Notwendigkeit erkennen, kann der Hausarzt den Impfstoff auf den Namen des Patienten auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnen.

Immerhin: Angeblich soll die Ständige Impfkommission (STIKO) in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut mitgeteilt haben, für die nächste Grippesaison seine Empfehlungen - hin zum Vierfach-Impfstoff - nochmal überdenken zu wollen.

Lesen Sie hier alles über die bedeutsamen Unterschiede zwischen dem Dreifach- und Vierfachimpfstoff.

jp

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