Altersschnitt der Patienten sinkt

„Adipositas ist ein Risikofaktor“ - Intensivarzt spricht über Beobachtungen während der Pandemie

Corona und Adipositas - es gibt ein erhöhtes Risiko für adipöse Patienten, am Virus zu erkranken.
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Corona und Adipositas - es gibt ein erhöhtes Risiko für adipöse Patienten, am Virus zu erkranken.

Immer mehr jüngere Menschen landen auf den Intensivstationen - und auch der Risikofaktor Adipositas spielt eine große Rolle, meint Intensivmediziner Stefan John aus Nürnberg.

Nürnberg – In der dritten Welle der Corona*-Pandemie landen immer mehr jüngere Menschen auf den Intensivstationen. Diese Beobachtung macht Stefan John, Intensivmediziner am Klinikum Nürnberg* Süd. Zudem müsse der Risikofaktor „Adipositas“ vermehrt berücksichtigt werden.

„Es ist ein lang bekannter Risikofaktor, der bisher noch nicht so sehr beachtet wurde“, sagt John. Der typische Patient, der schwer erkrankt auf der Intensivstation liegt, sei sehr häufig adipös. Es gebe bereits Studien, in denen sich „immer mehr herauskristallisiert, welch wichtiger Faktor das ist.“ In den neuesten Impfbeschlüssen sei Adipositas schon als Priorisierung empfohlen worden. Menschen mit einem BMI ab 40 sind demnach Gruppe zwei – mit einem BMI ab 30 Gruppe drei. Deshalb können und sollten sich laut John adipöse Patienten eher impfen lassen, ähnlich wie Mitmenschen mit anderen Vorerkrankungen. Wie 24vita.de* verrät, hat eine US-Studie herausgefunden, dass Menschen mit einer bestimmten Genmutation seltener an Adipositas erkranken.

Altersdurchschnitt der Corona-Patienten fällt

Im Vergleich zu den ersten beiden Wellen „kommen zunehmend jüngere Menschen in die Klinik“, sagt Mediziner John weiter. Das sei nicht ganz überraschend, da die älteren Bürger bereits durch Impfungen besser geschützt seien. Lag der Altersdurchschnitt in der ersten Coronavirus-Welle noch bei ungefähr 75 Jahren, sei er jetzt auf Werte um 68 oder niedriger gefallen, so der Intensivarzt.

Eine Veränderung gebe es auch hinsichtlich der sozialen Herkunft der Patienten, die mehr und mehr „aus schwierigen sozioökonomischen Verhältnissen“ kommen. Das haben John und Kollegen aus ganz Deutschland vermehrt festgestellt. Ein Lösungsansatz, erläutert der Arzt, wäre, vor Ort mehr über das Virus und die Impfungen zu informieren. - lif -*Merkur.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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