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Corona: Lauterbach fürchtet Sommerwelle in Deutschland

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Von: Judith Braun

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach zeigt sich angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen besorgt. Er fürchtet eine Sommerwelle in Deutschland.

Berlin – Seit zwei Jahren kämpft die Welt schon gegen das Coronavirus an. Dabei gelang der Umgang mit dem Virus in Deutschland vor allem in den wärmeren Monaten meistens besser. Denn Wetter kann die Überlebensdauer von Viren an einem Ort beeinflussen, wie mehrere Studien zeigten. Faktoren wie Temperatur, UV-Strahlung und Luftfeuchtigkeit spielen dabei eine wichtige Rolle. Auch unser Verhalten im Frühling und Sommer trägt dazu bei, dass sich weniger Menschen infizieren.

Corona in Deutschland: Karl Lauterbach fürchtet Sommerwelle

Ob es in diesem Jahr ähnlich verlaufen wird, ist jedoch fraglich. Es ist möglich, dass uns die neueste Omikron-Subvariante BA.2 einen Strich durch die Rechnung macht, da sie noch leichter übertragbar ist als ihre Vorgänger des Coronavirus* wie etwa die Alpha-Variante. Auch der Anstieg der Sieben-Tages-Inzidenz innerhalb der letzten Tage in Deutschland könnte auf die vermutlich mittlerweile vorherrschende Omikron-Variante zurückzuführen sein. Für Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ein Grund zur Sorge. Er fürchtet für 2022 sogar eine Sommerwelle in Deutschland.

Karl Lauterbach sitzt hinter einem Pult und hält beide Hände auf Brusthöhe (Symbolbild)
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor einer Corona-Sommerwelle in Deutschland. © IMAGO/Jens Schicke

Corona in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz steigt wieder an

Den siebten Tag in Folge meldete das Robert-Koch-Institut (RKI)* am Mittwoch (9.3.) einen Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz. Ihr Wert lag demnach bei 1319,0 und damit höher als noch am Vortag (1293,6). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 215.854 Corona-Neuinfektionen. Noch vor einer Woche waren es 186.406 Ansteckungen. Immer mehr Geimpfte erleben auch sogenannte Impfdurchbrüche, oftmals mit einem schweren Verlauf. Der Trend geht derzeit also wieder aufwärts hinsichtlich der Covid-Infektionen.

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Corona im Sommer 2022: Lauterbach rechnet mit Infektionswelle

Über diese Zahlen zeigte sich Lauterbach besorgt, wie mehrere Medien berichten. Gegenüber den Funke Medien sagte der SPD-Politiker klar und deutlich: „Wir müssen mit einer Sommerwelle rechnen.“ Der Grund für seine Sorge sind die Delta- und Omikron-Varianten, die aktuell im Umlauf sind. Sie seien so infektiös, dass es trotz warmer Temperaturen durch viele Kontakte und einem nachlassenden Impfschutz zu höheren Infektionszahlen kommen könne. Auch wenn sich manche Menschen trotz Kontakt nicht mit Corona infizieren. Er befürchtet, dass es deshalb in diesem Jahr im Gegensatz zu 2020 und 2021 auch im Sommer 2022 zu einer Coronawelle kommen könnte. Lauterbach forderte daher, das Infektionsgesetz darauf auszurichten.

Corona in 2022: Bund und Länder müssen über Beschränkungen ab dem 20. März beraten

Erst am vergangenen Freitag (4.3.) traten neue Corona-Lockerungen in Kraft. Diese betrafen vor allem Besuche in Restaurants, Veranstaltungen und die Öffnung von Clubs. Sie gelten allerdings nur bis zum 19. März, da das Infektionsschutzgesetz bis dahin die bisher geltenden Corona-Beschränkungen erlaubt. Danach muss neu beurteilt werden. Angesichts der steigenden Inzidenz riet der Minister dazu, dass die Länder die Möglichkeit haben müssen, frühzeitig auf neue Wellen reagieren zu können. Dass es ab dem 20. März einen Basisschutz geben soll, darüber sind sich Bund und Länder bereits einig. Wie dieser genau aussehen kann, steht allerdings noch nicht fest.

Corona über 2022 hinaus – Prognosen geben wenig Hoffnung

Lauterbach plädierte dafür, dass es den Ländern möglich sein sollte, „Obergrenzen für private Treffen und öffentliche Veranstaltungen festzulegen sowie Zutrittsregeln etwa für die Gastronomie, also 2G- oder 2G-Plus-Regelungen.“ Allerdings sollten die Beschränkungen auch nur dann eingesetzt werden, wenn es notwendig ist. Seine weitere Prognose versprach zudem erstmal wenig Hoffnung auf eine komplette Bekämpfung des Virus: Nach der Sommerwelle 2022 ist quasi vor der Herbstwelle, mit der Lauterbach ebenfalls rechnet. Ähnlich wie HIV wird uns auch das Coronavirus weiter beschäftigen: „Ein Jahrzehnt oder mehr“, so der Gesundheitsminister Karl Lauterbach. *Merkur.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

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