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Vierte Impfung: Boostern wohl immer mehr vom Alter abhängig - „Bei Jüngeren schaut es anders aus“

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Von: Christine Novotny, Juliane Gutmann

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Experte im Exklusiv-Interview: Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass das Alter bestimmt, wann und wie oft die Impfung wirklich nötig sein wird.

Die Coronaschutzimpfung reduziert das Risiko für einen Covid-19-bedingten Tod um über 95 Prozent, wie der Radiosender br24 informiert. Zudem sehen Gesundheitsbehörden weltweit in der Impfung den einzigen Weg aus der Corona-Pandemie. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) als biomedizinische Leitforschungseinrichtung der deutschen Bundesregierung rät zur Corona-Impfung zum Schutz vor schweren und tödlichen Krankheitsverläufen*: „Die Covid-19-Impfung ist der sicherste Weg, um einen Schutz vor Covid-19 aufzubauen“, heißt es auf den Seiten des RKI.

Auch Professor Franz-Xaver Reichl als Beauftragter für die biologische Sicherheit von Bakterien und Viren an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) plädiert im Interview mit der Ippen-Zentralredaktion für die Impfung. „Bei Ungeimpften halten sich Coronaviren länger im Körper als bei Geimpften“, so Reichl: „Je länger ein Virus im Körper ist und verweilen kann, ohne angegriffen zu werden, desto länger kann er sich das Immunsystem anschauen. (...) Dann ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass Mutationen entstehen“, warnt der Mikrobiologe und Toxikologe. Je mehr Menschen geimpft sind, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass neue Mutanten entstehen, fährt Reichl fort.

Alle Ippen-Interviews zum Thema Corona mit Virenexperte Professor Franz-Xaver Reichl finden Sie hier*

Im Ippen-Interview geht Professor Reichl von der LMU München auf zukünftige Booster-Impfungen ein.
Im Ippen-Interview geht Professor Reichl von der LMU München auf zukünftige Booster-Impfungen ein. © IPPEN.MEDIA

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Vierte Corona-Impfung: 18- bis 50-Jährige „werden sich sicherlich nicht alle sechs Monate boostern müssen“

„Die vierte Impfung wird bereits in Deutschland durchgeführt, in Krankenhäusern unter vulnerablen Gruppen“, so der Virenexperte Franz-Xaver Reichl im Interview mit der Ippen-Zentralredaktion. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat sie allerdings (noch) nicht für die breite Masse der Bürgerinnen und Bürger empfohlen. Reichl zufolge ist die vierte Impfung aktuell vor allem für ältere Menschen und Risikopatienten wichtig. „Bei Jüngeren schaut‘s ganz anders aus. (...) Die Jüngeren haben viel länger einen Antikörper-Schutz“, so Reichl. Nach aktuellem Wissensstand sei daher eine vierte Impfung für jüngere Menschen zwischen 18 bis 50 Jahren noch nicht notwendig.

Auch hinsichtlich der Abstände zwischen den Corona-Impfungen wird aller Voraussicht nach das Alter ausschlaggebend sein. Nach einer Impfung werden die Jungen „wieder einen längeren Impfschutz haben“, so Professor Reichl: „Es ist mit hoher Wahrscheinlichkeit so, dass die Wiederholungsimpfungen bei Älteren öfter stattfinden müssen in Vergleich zu den Jüngeren. Die Jüngeren werden sich sicherlich nicht alle sechs Monate boostern müssen, weil da der Immunschutz länger anhält“. Auch die hohe Zahl an Antikörpern nach einer Impfung könnte bei Jüngeren dazu führen, dass diese ein Jahr oder länger einen guten Immunschutz gegen Corona haben, so die These von Reichl. Er verweist allerdings darauf, dass es im Bereich Corona-Folge-Impfungen noch keine verlässlichen wissenschaftlichen Studien gibt und alle Aussagen zum Thema aktuell nur als Hypothesen anzusehen sind. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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