Lieferbranche boomt

Diese Lebensmittel sollten Sie nie online kaufen – Vor- und Nachteile des Online-Shoppings

Die Online-Lieferbranche für Lebensmittel boomt in Corona-Zeiten. Was die Vor- und Nachteile daran sind und welche Produkte Sie lieber nicht online kaufen sollten.

Gerade in den aktuellen, Corona-bedingt unsicheren Zeiten* ist man ganz froh, wenn man möglichst selten zum Einkaufen in den Supermarkt oder Discounter muss. Daher nehmen immer mehr Menschen von der Möglichkeit Gebrauch, Lebensmittel online zu bestellen. Die Lieferbranche boomt: Bringdienste wie Getnow, Rewe oder Amazon Fresh wurden seit dem Beginn der Corona-Pandemie immer beliebter. Der E-Commerce-Branchenverband bevh berichtet: Die Umsätze im Internethandel mit Lebensmittel seien im zweiten Quartal 2020 ordentlich angestiegen auf 772 Millionen Euro. Das sind im Vergleich zum Vorjahresniveau fast doppelt so viele. Laut Marktexperten und Prognosen des Statistischen Bundesamtes handelt es sich um eine nachhaltige Entwicklung, die sich bereits abgezeichnet habe, aber durch Corona beschleunigt wurde.

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Lebensmittel online kaufen: Vorteile und Nachteile

Die Vorteile liegen vor allem in der aktuellen Situation auf der Hand: Sie müssen für Ihren Wocheneinkauf nicht einmal das Haus verlassen, geschweige denn sich beim Einkauf der Gefahr aussetzen, sich bei anderen Kunden mit dem Corona-Virus anzustecken. Stattdessen können Sie bequem von zuhause aus am Computer die Anbieter (je nach Region) vergleichen, alle Lebensmittel in den virtuellen Warenkorb legen und online bezahlen. Sie können sogar einen Liefertermin (in den meisten Fällen mit genauem Zeitfenster) ausmachen, damit Sie auch auf jeden Fall zum Zeitpunkt der Lieferung zuhause sind. Außerdem sparen Sie sich Zeit und das Schleppen von Einkaufstüten und -kisten. Besonders für ältere Menschen oder Einkäufer ohne Auto ein angenehmer Vorteil.

Kritikpunkte am Online-Einkauf sind, wie ein Bericht von Stiftung Warentest von 2018 zeigte, die schwer nachvollziehbare Einhaltung der Kühlkette und das höhere Müllaufkommen im Vergleich zum Vor-Ort-Einkauf: Lebensmittel werden für die Lieferung oft einzeln verpackt. Außerdem muss man einen gewissen Warenwert erreichen, damit keine Lieferkosten anfallen. Ein weiterer Nachteil: Sie können gerade bei Obst und Gemüse nicht selbst entscheiden, welche Bananen, Tomaten und Co. Sie kaufen. Vielen Verbrauchern ist es wichtig, im Supermarkt selbst nach den besten, reifen Früchten und Gemüsesorten zu schauen.

Ein weiterer Nachteil am Online-Einkauf von Lebensmitteln ist auch schlicht der, dass Sie spezielle Rabatt-Angebote im Laden verpassen. Andererseits sparen Sie sich Impulskäufe, die beim Online-Bestellen wiederum entfallen.

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Online-Bestellungen: Diese Lebensmittel sollten Sie nie online kaufen 

Es gibt viele Lebensmittel, die Sie ohne Bedenken online kaufen können. Das gilt besonders für lange haltbare Nahrungsmittel wie Reis, Konserven und Dosen, Nudeln und Co. oder schwere Produkte wie Getränke. Andererseits gibt es auch Lebensmittel, die Sie besser nicht online bestellen sollten.

  • Avocados: Die perfekte Avocado zu finden, ist eine Meisterleistung: Sie darf nicht zu unreif sein, aber auch noch nicht zu reif. Wenn Sie online bestellen, ist die Wahrscheinlichkeit, eine genau richtige Avocado zu erwischen, recht gering.
  • Tomaten, Pfirsiche und Beeren: Bei ihnen handelt es sich um leicht verderbliche Früchte, die schnell schimmeln und leicht Druckstellen bekommen. Ähnlich wie die Avocados wissen Sie auch nicht, in welchem Reifegrad diese Lebensmittel bei Ihnen zuhause ankommen werden. Damit sind sie eher ungeeignet, sie online zu kaufen, sondern sollten im Supermarkt persönlich gekauft werden.
  • Eier: Sie sind ebenfalls sehr empfindlich und sollten im Supermarkt immer gecheckt werden, damit sie keine Risse haben. Der Transport mit einem Lieferdienst könnte den zerbrechlichen Lebensmitteln ebenfalls nicht gut tun.
  • Fisch und Fleisch: Wenn Lebensmittel jeglicher Art stundenlang ohne ordnungsgemäße Kühlung transportiert werden oder vor Ihrer Tür stehen, ist das schon keine gute Sache. Aber richtig gefährlich wird es bei Fisch, der zwischenzeitlich nicht gekühlt wurde: Selbst wenn Sie ihn dann korrekt zubereiten, können Sie krank davon werden. Gleiches gilt für frisches oder gefrorenes Fleisch. Die beste Qualität bekommen Sie immer noch an der Frischetheke.

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Click & Collect: Praktischer Abhol-Service im Supermarkt

Die goldene Mitte zwischen Einkaufen im Supermarkt und Online-Bestellungen könnte im System „Click & Collect“ zu finden sein. Im Lockdown bieten immer mehr Supermärkte und Drogerien – zum Beispiel Rewe und dm – die Möglichkeit an, dass Kunden die Produkte online kaufen und in einer teilnehmenden Filiale abholen. Allerdings braucht man dazu die passende App und es fallen meistens noch Service-Gebühren an. (mad) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Quellen: tagesschau.de, Stiftung Warentest, chip.de

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