"Value Investing"

Unterbewertete Aktien: So erkennen Sie sie ganz einfach - und sahnen richtig ab

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"Value"-Investoren schlagen bei unterbewerteten Aktien zu. Woran man sie erkennt, erfahren Sie hier.

Wer antizyklisch investiert, weiß, dass besonders "günstige" Aktien am Ende sehr profitabel sind. Welcher Mechanismus dahinter steckt, erklärt Ihnen die Redaktion.

Der wohl reichste Milliardär aller Zeiten, Jakob Fugger, tat es, US-Investmentlegende Warren Buffett auch: Sie legen ihr Geld an der Börse an - ganz im Sinne des "Antizyklischen Investierens". Vertreter dieser Börsenstrategie kaufen Aktien von florierenden, gut bewerteten Unternehmen auf, wenn diese am günstigsten sind.

"Value Investing": Investment-Genies wie Warren Buffett kaufen und verkaufen Aktien antizyklisch

Sie bauen sich ein breit gestreutes Wertpapier-Portfolio auf, um das Risiko, im Falle eines Verlustes so minimal wie möglich zu halten. Zudem verfallen sie nicht in Panik, wenn die Aktienkurse einstürzen - sondern sie behalten einen langen Atem, verkaufen nicht, wenn es alle tun. Stattdessen kaufen sie weiter fleißig ein - und verkaufen diese dann, wenn sich die Kurse wieder erholen.

Warren Buffett & Co. zählen zu den sogenannten "Value"-Investoren: Sie sind immer auf der Suche nach "wertigen" Aktien - auch wenn diese von Analysten als stark unterbewertet gelten. Zudem haben sie den richtigen Riecher, was Trends angeht - und kassieren richtig ab, sobald Aktienkurse Schwung aufnehmen. So gesehen bei der Apple Aktie. US-Investor Buffett vertraute schon Jahre zuvor darauf, dass das Technik-Unternehmen einmal durchstarten würde - heute gehört es zu den wohl wertvollsten Unternehmen der Welt.

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Vertreter dieser Anlagestrategie sehen daher einen Aktiencrash nicht als Niederlage, sondern als Chance - so erklärte jüngst der Frankfurter Vermögensverwalter Hendrik Leber gegenüber der WirtschaftsWoche: "Ich habe gar nicht genug Geld, um all die günstigen Aktien zu kaufen, die ich gerne hätte." Er verlasse sich nicht (nur) auf das Urteil der Analysten oder des Marktes, sondern orientiere sich vielmehr an dem aktuellen Börsenpreis. So gibt Leber an, dass er erst dann bei einer Aktie zuschlage, wenn diese mindestens 20 Prozent unter dem inneren Wert notiert.

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Unterbewertete Aktien: So errechnen Sie den "wahren Wert" eines Unternehmens

Hierbei handelt es sich um ein Konzept von "Value Investing"-Urvater Benjamin Graham, dem Mentor von Warren Buffett. Getreu dem Motto "Der Preis ist das, was man dafür bezahlt. Aber der Wert ist das, was man dafür bekommt" - geht es hier vielmehr darum, den zukünftigen Mehrwert, den das Unternehmen erwirtschaftet, abzuschätzen.

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Doch nicht nur ein (möglicher) Kursabfall sagt aus, ob eine Aktie unterbewertet bzw. ein Schnäppchen sein könnte. Auch Insiderkäufe, solide Bilanzen oder ein "kluger Kurswechsel des Managements", wie die WirtschaftsWoche weiter schreibt, können darauf hindeuten, dass eine Aktie für Investoren lukrativ ist. "Wenn Insider, beispielsweise Vorstände, regelmäßig und in hoher Stückzahl Aktien kaufen, ist dies ein Indiz, dass das Unternehmen an der Börse unter Wert gehandelt wird", meint auch Christian Struck, Fondsberater bei "Discover Capital", einem Augsburger Analyseunternehmen für unterbewertete Aktien.

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Das bedeutet also konkret: Je mehr positive Kriterien ein Unternehmen erfüllt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es bei der nächsten Rallye zu Höhenflügen ansetzt. "Kaufen Vorstände dagegen nur wenig Aktien, liegt der Verdacht nahe, dass dies vor allem geschieht, um Stimmung zu machen", warnt daher Struck.

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jp

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