Urheberrechte: Merkel kritisiert Google

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Vor einigen Jahren begann Google, Bücher einzuscannen und im Intenet zu veröffentlichen. Angela Merkel hat dies nun kritisiert.

Frankfurt/Main - Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte jüngst das IT-Unternehmen Google, weil es durch das Einscannen von Büchern Urheberrechte empfindlich verletze.

Frankfurt/Main -  Angela Merkel will sich international für den Schutz von Urheberrechten im Internet einsetzen. In ihrem wöchentlichen Video-Podcast kritisierte sie das IT-Unternehmen Google. “Für die Bundesregierung ist klar: Das Urheberrecht muss auch im Internet seinen Platz finden. Deshalb lehnen wir es ab, dass ohne jeden urheberrechtlichen Schutz die Bücher einfach eingescannt werden, wie dies von Google gemacht wird“, erklärte Merkel kurz vor Eröffnung der Frankfurter Buchmesse, bei der das Thema Digitalisierung wieder im Mittelpunkt steht. Die Bundesregierung werde viel Wert darauf legen, ihre urheberrechtlichen Positionen deutlich zu machen und damit den Autoren aus Deutschland auch einen Schutz zu gewähren, betonte Merkel. “Wir müssen international darüber diskutieren, wie wir geistiges Eigentum schützen können und trotzdem die neuen technischen Möglichkeiten nutzen.“

Das Internetunternehmen Google hat vor einigen Jahren begonnen, komplette Buchbestände einiger amerikanischer Bücher einzuscannen, bislang etwa sieben Millionen. Darunter sind auch urheberrechtlich geschützte Werke, davon nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels etwa 100.000 deutschsprachige Titel.

Der Konzern strebt mit den Inhabern von Urheberrechten, zum Beispiel Verlagen, einen Vergleich an, das sogenannte Google Book Settlement. Eine Reihe von Verlagen und Autoren, nach Google-Angaben inzwischen mehr als 20.000 weltweit, haben sich in diesem Zusammenhang dem Google-Partnerprogramm angeschlossen. Sie gaben dem Unternehmen die Erlaubnis, ihre Bücher teilweise einzuscannen und Internet-Nutzern zur Verfügung zu stellen. Mitglied des Partnerprogramms ist jetzt auch die Verlagsgruppe Lübbe, wie deren Geschäftsführer Thomas Schierack der “Wirtschaftswoche“ zufolge sagte. “Wir nehmen an dem Partnerprogramm teil, weil wir uns so neue Leserkreise erschließen wollen“, wird Schierack zitiert. Man solle Google nicht zu sehr ideologisieren. “Ich sehe langfristig die Chance für Verlage, zusätzlichen Umsatz zu schaffen“, sagte der Lübbe-Geschäftsführer. “Wir wären nicht gut beraten, es nicht zu versuchen.“

Bundeskanzlerin eröffnet am Dienstag Buchmesse

Zum Buchmesse-Ehrengast China sagte Merkel, dem Land biete sich bei der Veranstaltung eine einzigartige Möglichkeit, “den Reichtum seiner Kultur und seiner Literatur“ zu präsentieren. “Deshalb hoffe ich, dass China die Chancen, die damit verbunden sind, auch nutzt“, erklärte sie. Diskussionen über das Thema Meinungsfreiheit in China werde es weiter geben; “ich werde in meinen Gesprächen mit chinesischen Verantwortlichen deutlich machen, dass in Meinungsfreiheit keine Bedrohung liegt, sondern eine Chance. Das zumindest ist unsere Erfahrung in Deutschland“, sagte die CDU-Politikerin, die die Frankfurter Buchmesse am (kommenden) Dienstag eröffnen wird.

AP

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