Test zu "Silent Hill - Book of Memories"

Genre-Fans müssen umdenken

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Ein Action-Adventure mit reichlich Rollenspiel-Elementen, einer Prise Grusel und jede Menge Hack and Slay – das ist „Silent Hill – Book of Memories“.

Ein Action-Adventure mit reichlich Rollenspiel-Elementen, einer Prise Grusel und jede Menge Hack and Slay – das ist „Silent Hill – Book of Memories“ für die PlayStation Vita. Für Freunde gepflegter Dungeon-Spiele ein erfrischender Wandel der Serie, für Genre-Fans wohl eher eine Enttäuschung.

Mit dem für die Serie neuen Spieleprinzip brechen die Silent-Hill-Macher mit dem gewohnten massiven Horror- und Survival-Feeling in dem Spiel. Das tut dem Spielerlebnis nicht zwingend einen Abbruch, lässt man sich darauf ein. Die Suche nach neuen Waffen, Gegenständen und den Erinnerungsrückständen, quasi die harte Geldwährung in „Book of Memories“, können süchtig machen.

Die Geschichte hinter dem neuesten Silent-Hill-Ableger: Ein mysteriöser Postbote bringt uns ein Buch – das „Book of Memories“, um das sich alles in dem Spiel drehen wird. Mehr erfährt der Spieler zunächst nicht, nur dass wir die Geschichte darin umschreiben können und müssen. Das gelingt uns durch das Spielen der so genannten Zonen: Dabei handelt es sich um Schlauchlevels, Räume sind durch Türen und Gänge voneinander abgetrennt. In nahezu jedem Raum erwarten uns Gegner aus der Silent-Hill-Welt, von blutrünstigen Krankenschwestern bis zu blutdurstigen Vierbeinern.

Durchs Metzeln bekommen wir Erfahrung, unser Level steigt, wir können Skill-Punkte verteilen. Das kennen wir aus Titeln wie Diablo oder der Elders Scrolls-Reihe. Die Charakter-Erstellung am Anfang des Spiels ist etwas einfach gestrickt. Allzu viele Möglichkeiten, sein Erscheinungsbild zu personalisieren, hat man nicht. Auch ist der spielerische Anspruch zumindest in den ersten Zonen doch arg einfach. Wirklich um sein Leben fürchten, muss da eigentlich niemand.

Waffen, Gegenstände, Rätsel und Artefakte finden wir haufenweise in den Zonen, können diese auch im Shop kaufen, beziehungsweise verkaufen. Als Verkäufer tritt uns erneut der Postbote gegenüber, der uns ab und zu etwas Erhellendes über die Story mitteilen kann. Gespeichert wird das Spiel in einem Raum mit Buchständer – und nur dort. Es sei denn, man besiegt den jeweiligen Endgegner und beendet eine Zone, dann wird der Spielstand automatisch festgehalten.

Manuelles Speichern ist also erst möglich, findet man den Speicherraum. Das kann man manchmal etwas lästig sein. Beispielsweise, wenn man nur mal eben kurz eine Partie startet wollte. Bricht man das Spiel ab, bevor man im Speicherraum den Spielstand festhalten konnte, sind alle Erfahrungen, alle gesammelten Gegenstände futsch.

Auch als Multiplayer lässt sich Silent Hill: „Book of Memories“ spielen. Einen Vorteil, etwa durch gemeinsames und taktisches Vorgehen beim Spiel, hatten wir jedoch nicht. Stärker gereizt hat uns da das Solo-Spiel.

Zusammenfassend können wir festhalten: „Silent Hill – Book of Memories“ bricht mit seinen Konventionen, Genre-Fans mag das enttäuschen. Die Story ist nicht sehr tiefsinnig, die Dialoge wirken auch etwas arg gestellt. Lässt man diese Kritikpunkte außen vor, lädt das Silent-Hill-Derivat ein zum soliden Dungeon-Daddeln und richtig viel Hack and Slay. Auf der PlayStation Vita ein also noch nicht allzu stark repräsentiertes Genre.

Von Michael Koch

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