Mars-Mission

Mars-Rover „Perseverance“: Nasa muss Start erneut verschieben - Zeitfenster droht, sich zu schließen

Der Nasa-Rover „Perserverance“ auf dem Mars. (Künstlerische Darstellung)
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Der Nasa-Rover „Perserverance“ auf dem Mars. (Künstlerische Darstellung)

Der Mars-Rover „Perseverance“ muss noch etwas länger auf den Start zum roten Planeten warten. Die Nasa verschiebt den Termin erneut nach hinten. Doch viel Zeit für einen Start ist nicht mehr.

  • Gleich drei Missionen starten im Juli und August 2020 zum Mars*
  • Die Nasa-Mission mit Mars-Rover "Perseverance" wurde bereits mehrfach verschoben
  • Aktueller Starttermin für "Perseverance" zum Mars ist der 30. Juli 2020 - doch das Startfenster schließt sich schnell

Frankfurt - Eine Reise zum Mars ist weit und dauert lang. Doch alle 26 Monate öffnet sich für einige Wochen ein Zeitfenster, das eine kürzere und schnellere Reise zum Mars möglich macht. Erde und Mars stehen dann in einer guten Position zueinander. Diese günstigen Zeitfenster für den Flug zum Mars werden dann häufig von gleich mehreren Mars-Missionen genutzt. So zum Beispiel das Mars-Startfenster 2020, das im Sommer für einige Wochen geöffnet ist. In diesem Zeitraum sollen 2020 gleich drei Missionen zum Mars starten.

Die prominenteste Mars-Mission kommt aus den USA, wo der Mars-Rover „Perseverance“ derzeit auf den Start zum roten Planeten vorbereitet wird. Ursprünglich sollte der Nasa-Rover, der einen kleinen Hubschrauber namens „Ingenuity“ dabei hat, bereits am 17. Juli zum Mars aufbrechen, doch seitdem wurde der Start der „Atlas 5“-Rakete, die „Perseverance“ und „Ingenuity“ in Richtung Mars bringen soll, mehrfach verschoben, zuletzt, weil ein Sensor bei einem Test falsche Daten angezeigt hatte. Derzeit ist der 30. Juli als Starttermin für die Nasa-Mission vorgesehen - doch das kann sich noch weiter verschieben.

Zeitfenster für den Start zum Mars ist knapp bemessen

Das Startfenster für den Mars-Rover erstreckt sich nach Angaben der US-Raumfahrtorganisation Nasa bis 15. August, allerdings untersucht man bei der US-Raumfahrtorganisation derzeit, ob es noch weiter gestreckt werden kann. Das Startfenster wurde bereits einmal verlängert, ursprünglich reichte es nur bis zum 11. August 2020. Gelingt es der Nasa nicht, die Mission im Startfenster zum Mars zu schicken, muss sie um gleich zwei Jahre verschoben werden, bis sich 2022 erneut ein günstiges Fenster öffnet. Diese Situation bringt die Verantwortlichen in eine schwierige Situation: Soll man trotz einiger kleiner Problemchen starten und einen sehr teuren Fehlschlag riskieren oder soll man lieber auf Nummer sicher gehen und zwei Jahre warten?

Der Mars-Rover "Perseverance" soll auf dem roten Planeten geologische Untersuchungen durchführen und nach organischen Elementen suchen, die Hinweise auf früheres Leben auf dem Mars geben könnten. Außerdem sind zwei äußerst interessante Technologie-Demonstrationen mit an Bord: Zum Einen soll der Rover auf dem Mars Sauerstoff aus Kohlendioxid herstellen und zum Anderen soll der Hubschrauber "Ingenuity" einen Flug auf dem Mars testen. Ebenfalls spannend ist, dass der Rover Mars-Gestein sammeln und für einen späteren Rücktransport zur Erde lagern soll.

Mission zum Mars: China steuert den Mars mit Orbiter, Lander und Rover an

Neben der Nasa-Mission brechen im Startfenster 2020 zwei weitere nicht weniger spannende Missionen zum Mars auf: China und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben Mars-Missionen in den Startlöchern - und beide Nationen sind Neulinge, was den Mars angeht.

VAE-Mission „al-Amal“14. Juli 2020, 22.51 Uhr (dt. Zeit)
Chinesische Mission „Tianwen-1“23. Juli 2020, bisher keine Uhrzeit bekannt
Nasa-Mission mit „Perseverance“ und „Ingenuity“30. Juli 2020, 13.50 Uhr (dt. Zeit)

China schickt die Mission „Tianwen-1“ zum roten Planeten. Es handelt sich um gleich um eine Dreifach-Mission zum Mars: „Tianwen-1“ ist eine Kombination aus einem Mars-Orbiter, einem Landegerät und einem Mars-Rover. China hat bereits viel Erfahrung bei der Erforschung des Mondes gesammelt und will mit der Mars-Mission neue Technologien erproben. Zu den grundlegenden Zielen gehört, den Abstieg auf den Mars und die schwierige Landung zu meistern und den autonomen Betrieb von Rover und Lander auf dem roten Planeten zu testen.

Mission zum Mars: Vereinigte Arabische Emirate schicken erstmals Mars-Sonde

Noch weniger Erfahrung als China haben die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Sie wollen die Raumsonde „al-Amal“ („Hoffnung“) zum Mars schicken. Die Aufgabe der Mars-Sonde ist verhältnismäßig einfach: Sie soll das tägliche Wetter und die Klimazyklen auf dem roten Planeten untersuchen und ein Auge auf Wetterereignisse in der niedrigen Mars-Atmosphäre haben. Tatsächlich dürfte es der größte Erfolg für die VAE sein, wenn die Sonde tatsächlich auf dem roten Planeten landet - denn Landungen auf dem Mars sind äußerst schwierig, nur etwa 40 Prozent aller Landungen sind bisher gelungen.

Hinter „al-Amal“ steckt vielmehr etwas anderes: Die Mars-Sonde solle „eine Nachricht des Optimismus an Millionen junger Araber schicken“, hat Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktum, der Premierminister der VAE bei der Vorstellung des Namens betont. An der Mission beteiligt ist ein Team emiratischer Ingenieure gemeinsam mit ausländischen Forschungsinstituten.

Ursprünglich sollte auch eine europäisch-russische Mission 2020 zum Mars aufbrechen, doch die wurde bereits auf ein späteres Startfenster verschoben, um so mehr Zeit zu gewinnen. (Von Tanja Banner) *fr.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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