Kompakte Digitalradios sind keine Klangwunder

Das 276 Euro teure sonoroRadio schnitt bei einem Produktvergleich der Stiftung Warentest gut ab. Keines der getesteten Geräte klang besser. Foto: sonoro

Wer sich gerade ein neues Radio kaufen will, stößt auf zahllose Geräte, die neben UKW auch Digitalradio empfangen können: Keine schlechte Investition in die Zukunft. Denn UKW wird irgendwann abgeschaltet. Aber auch die neueste Technik hat so ihre Haken.

Berlin (dpa/tmn) - Käufer eines DAB+-Digitalradios sollten nicht gleich beim erstbesten Gerät zuschlagen, sondern möglichst vergleichen und probehören. Denn gerade kompakte Geräte klingen eher dünn, wie die Stiftung Warentest bei einem Vergleich von 18 Digitalradios (davon 7 mit Internet) herausgefunden hat.

Das günstigste Gerät, das getestet wurde kostet 35 Euro und die Radios mit Internetgibt es ab 100 Euro aufwärts ("test" 7/15). Wer aber nicht gerade mit der Absicht kauft, konzentriertem Musikgenuss nachzugehen, sondern etwas für Nachrichten oder Hintergrundberieselung sucht, mache in der Regel nichts falsch.

Immerhin böten die meisten Radios einen Line-Ausgang, über den sich die Geräte zur Klangverbesserung etwa an die Anlage anschließen lassen. Zum anderen könne man so Digitalradio und - falls es das Radiogerät unterstützt - auch Internetradio an andere Geräte weiterreichen. Wer ein Radio als Picknickbegleiter oder Radiowecker schätzt, sollte darauf achten, dass es Batteriebetrieb oder die entsprechende Uhrfunktion bietet.

Alle Digitalradios können neben DAB+ auch weiterhin UKW-Sender empfangen. Doch mit dem guten alten Analogradio taten sich etliche Radios im Test schwer, vor allem bei schwachem Signal, so die Tester. Sie fanden nicht alle Sender oder gaben die gefundenen teilweise stark verrauscht wieder.

Da das DAB+-Angebot je nach Region stark variiert - in Bayern gibt es derzeit etwa mehr als 70 Digitalprogramme, währen es im Saarland nur 19 sind - lohnt vor dem Kauf eventuell ein Blick auf "digitalradio.de", wo es einen Überblick über das Programmangebot in den verschiedenen DAB+-Empfangsgebieten gibt. Wem die DAB+-Auswahl in seiner Region vorerst nicht genügt, fährt gut damit, ein Radio mit Internet zu kaufen, raten die Experten. Denn übers Netz kommen zahllose Sender für alle Ansprüche.

Sind die DAB+-Signale am eigenen Wohnort schwach, lohnt es sich, zu einem Digitalradio mit sehr guten Empfangseigenschaften zu greifen. Im Zweifel könne es auch helfen, statt der mitgelieferten Wurf- eine Teleskopantenne zu nutzen.

Bei den Digitalradios ohne Internet schnitten das 89 Euro teure Sony XDR-S60DBP (Note 1,9) mit gutem Klang und sehr gutem Empfang, das Philips AE5220/12 für 78 Euro, das 276 Euro teure Sonoro Sonororadio (jeweils Note 2,1) sowie das Panasonic RF-D10EG (Note 2,2) für 76 Euro insgesamt am besten ab. Dabei klang kein Radio im Test besser als das Sonoro, und keines war empfangsstärker als das Panasonic.

Bestes DAB+-Radio mit Internet im Test war das Noxon Nova M (Note 2,1) für 325 Euro mit gutem Klang, gefolgt von drei jeweils rund 170 Euro teuren Geräten mit der Note 2,2: dem Grundig Cosmopolit 4 Web DAB+ mit sehr gutem Empfang, dem Hama DIR 3100 und dem Technisat Digitradio 359 IR.

"digitalradio.de"

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