Mondfinsternis

Mondfinsternis: Mond zog durch Halbschatten der Erde - Finsternis nur schwer zu erkennen

Eine Halbschatten-Mondfinsternis ist längst nicht so spektakulär wie ein Blutmond - aber besser als am 10. Januar wird es 2020 eben nicht. Die Halbschatten-Mondfinsternis im Rückblick.

  • Am 10. Januar 2020 fand eine Mondfinsternis statt.
  • Allerdings handelte es sich nur um eine Halbschatten-Mondfinsternis - der Mond wird nicht komplett verdeckt
  • Aber auch eine Halbschatten-Mondfinsternis kann reizvoll sein - Beobachtungstipps und mehr

Update vom 10.01.2020, 21:30 Uhr: Das war die Halbschatten-Mondfinsternis vom 10. Januar 2020. Bis zur nächsten Mondfinsternis wird jetzt erst wieder einige Zeit vergehen.

Update vom 10.01.2020, 21:00 Uhr: In etwa 25 Minuten ist die Mondfinsternis vorbei, der Mond ist aus dem Halbschatten der Erde herausgewandert und erstrahlt wieder in vollem Glanz am Nachthimmel. Zwar gibt es dieses Jahr noch drei weitere Mondfinsternisse, doch sie sind von Deutschland aus nicht sichtbar. Außerdem handelt es sich auch bei ihnen nur um Halbschatten-Finsternisse.

Update vom 10.01.2020, 20:30 Uhr: Wer einen klaren Himmel hat, kann versuchen, das Sternbild Orion am Himmel zu entdecken. Der linke Schulterstern des Orion ist der Stern Beteigeuze, um den es derzeit einige Diskussionen gibt (siehe weiter unten in diesem Text).

Update vom 10.01.2020, 20:00 Uhr: In wenigen Minuten (um 20.11 Uhr) ist das Maximum der Halbschatten-Finsternis erreicht, der Mond ist dann zu 92 Prozent bedeckt.

Update vom 10.01.2020, 19:30 Uhr: Der Mond wird heute zu insgesamt 92 Prozent vom Halbschatten der Erde bedeckt. Je weiter die Halbschatten-Mondfinsternis fortgeschritten ist, desto besser kann man den grauen Schleier auf dem Vollmond erkennen

Update vom 10.01.2020, 19:00 Uhr: Langsam bewegt sich der Mond in den Halbschatten der Erde. Der Mond sollte im Osten schon hoch genug stehen, dass man ihn gut sehen kann - wenn das Wetter mitspielt.

Update vom 10.01.2020, 18:30 Uhr: Die heutige Mondfinsternis liegt absolut beobachterfreundlich: Sie beginnt am heutigen Freitagabend gegen 19 Uhr. Allerdings sollten sich Beobachter nicht zu viel versprechen - es handelt sich nur um eine Halbschatten-Finsternis.

Erstmeldung vom 10.01.2020, 14:30 Uhr: Nur wenige Stunden nach dem Aufgang des Mondes am 10. Januar 2020 verfinstert er sich wieder: Ein gräulicher Schleier zieht über die Mondoberfläche. Wer das sehen möchte, muss allerdings genau hinschauen - der Vollmond wandert im Gegensatz zu den vergangenen Mondfinsternissen nur durch den Halbschatten der Erde und verschwindet nicht komplett in diesem Schatten.

Diese Halbschatten-Mondfinsternis ist die einzige Mondfinsternis des Jahres 2020, die von Deutschland aus zu sehen ist. Ab etwa 19 Uhr kann man bei genauem Hinsehen erkennen, wie sich der Halbschatten der Erde über die Mondscheibe legt. Die größte Verdunkelung des Mondes ist um 20.11 Uhr erreicht, gegen 21.23 Uhr dürfte man den Halbschatten auf dem Mond nicht mehr wahrnehmen.

Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar 2020 - Beobachtungszeiten

Der Zeitplan der Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar 2020, die Aufgangs- und Untergangszeiten für Sonne und Mond gelten für Frankfurt am Main und können für andere Beobachtungsorte abweichen.

  • Mondaufgang (in Frankfurt am Main): 16.22 Uhr
  • Sonnenuntergang (in Frankfurt am Main): 16.43 Uhr
  • Eintritt in den Halbschatten (1. Kontakt): 18.08 Uhr (noch nicht sichtbar)
  • Sichtbarkeitsbeginn der Halbschatten-Mondfinsternis: ca. 18.58 Uhr
  • Mitte der Finsternis (Maximale Verfinsterung des Mondes): 20.11 Uhr
  • Sichtbarkeitsende: ca. 21.23 Uhr
  • Austritt aus dem Halbschatten (2. Kontakt): 22.12 Uhr (nicht mehr sichtbar)
  • Sonnenaufgang (in Frankfurt am Main): 8.21 Uhr am 11. Januar 2020
  • Monduntergang (in Frankfurt am Main): 9.00 Uhr am 11. Januar 2020

Wie kann man die Halbschatten-Mondfinsternis beobachten?

Der Mond geht in der Abenddämmerung im Osten auf und ist bereits ein Stück nach oben gestiegen, bevor die Halbschatten-Mondfinsternis beginnt. Wenn der Himmel klar ist, kann man den Mond während der Finsternis also gut am Himmel sehen. Zur Beobachtung des Himmelsereignisses benötigt man keine bestimmte Ausrüstung - bereits mit bloßem Auge sollte man die Verfinsterung sehen können.

Allerdings bietet sich die Nutzung eines Fernglases für die Beobachtung der Halbschatten-Mondfinsternis an. Da der Mond bereits verhältnismäßig hoch am Himmel steht, wenn die Verfinsterung beginnt, braucht man sich keine Gedanken machen über Dunst am Horizont oder Bäume oder Häuser, die den Blick auf den Mond versperren.

Die Halbschatten-Finsternis des Mondes kann man in ganz Europa, Afrika, Asien und Australien in voller Länge beobachten. Um eine totale Mondfinsternis handelt es sich bei der Halbschatten-Finsternis übrigens nicht: Der Halbschatten verfinstert den Mond nur zu 92 Prozent.

Was passiert bei einer (Halbschatten-)Mondfinsternis?

Bei einer Mondfinsternis steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Die Sonne strahlt bei dieser Konstellation die Erde an, die ihren Schatten auf den Mond wirft. Zieht der Mond durch den Kernschatten der Erde, verfinstert sich der Mond aus Erd-Perspektive gesehen. Zieht der Mond nur durch den Halbschatten der Erde, legt sich ein leichter, grauer Schatten über den Mond - er wird dabei nicht komplett verfinstert.

Was kann man außer der Halbschatten-Mondfinsternis noch am Himmel sehen?

Am Wintersternenhimmel gibt es auch jenseits der Halbschatten-Mondfinsternis einiges zu sehen. Der Mond steht im Sternbild Zwillinge. Rechts davon findet man das prägnante Sternbild Orion. Besonders dessen Schulterstern Beteigeuze ist einen Blick wert: Der Stern ist eigentlich einer der hellsten Sterne an unserem Nachthimmel, schwächelt derzeit jedoch. Forscher vermuten, dass Beteigeuze möglicherweise vor dem Sternentod - einer Supernova - steht*.

Ein Stück über Orion befindet sich das Sternbild Stier mit dem eindrucksvollen offenen Sternenhaufen Plejaden, den man mit bloßem Auge sehen kann. Die Plejaden umfassen mindestens 1200 Sterne, sechs bis neun von ihnen sind mit bloßem Auge zu erkennen.

Auch das Wintersechseck steht während der Halbschatten-Mondfinsternis am Himmel. Es wird zusammengesetzt aus sechs hellen Sternen aus unterschiedlichen Sternbildern:

  • Capella im Sternbild Fuhrmann
  • Aldebaran im Sternbild Stier
  • Rigel im Sternbild Orion
  • Sirius im Sternbild Großer Hund
  • Prokyon im Sternbild Kleiner Hund
  • Pollux im Sternbild Zwillinge

Das Winterdreieck ist ebenfalls am Himmel zu sehen: es besteht neben Sirius und Prokyon aus dem Stern Beteigeuze.

Wann findet die nächste Mondfinsternis statt?

In den vergangenen Jahren gab es in Deutschland einige Mondfinsternisse zu beobachten. Ein Höhepunkt war die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts*, die man am 27. Juli 2018 sehen konnte. 103 Minuten dauerte diese Finsternis vom Beginn bis zum Ende der Totalität. Gleich am 21. Januar 2019 gab es die nächste totale Sonnenfinsternis zu sehen: Es war die letzte totale Sonnenfinsternis für eine lange Zeit*. Die letzte Mondfinsternis, die man in Deutschland beobachten konnte, war die partielle Mondfinsternis am 16. Juli 2019*.

Nun heißt es warten: Neben der Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar 2020 gibt es erst am 16. Mai 2022 wieder eine totale Mondfinsternis, die man von Deutschland aus sehen kann. Allerdings geht der Mond während der Finsternis unter. Am 28. Oktober 2023 ist in Deutschland wieder eine partielle Mondfinsternis zu sehen.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Henning Kaiser/dpa

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